Gast
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Verfasst am: So Jan 22, 2006 9:27 pm"Wie komme ich nach Königsberg" |
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"Irrwege eines Wanderers" oder "Wie komme ich nach Königsberg"
Bei meinen Wanderungen stieß ich wiederholt auf Ortschaften mit nicht sehr
bekannten, aber desto klangvolleren Namen, so daß ich oft glaubte, mich in einer
verzauberten Landschaft umherzutreiben.
So fuhr ich einmal mit der Bahn nach Groß-Aschnaggern über Liegetrocken,
Willpischken, Pusperschkallen nach Katrinigkeiten, frühstückte in Karkeln, kam
über Pissanitzen, Perkuiken, Jukenischken, Kuhdiebs nach Katzenduden, aß in
Aschlacken Mittag, verirrte mich dann in Pudelkeim, Pupinnen, Bammeln, Babbeln
und abendbrotete in Pschintschiskowsken, übernachten wollte ich in
Kartzpanupchen, wo ich entdeckte, daß ich infolge der vielen mir vorgekommenen
merkwürdigen Namen meinen eigenen Vatersnamen ganz vergessen hatte, was den Wirt
in Kartzpanupchen mit dem Namen Strunzkeitski veranlaßte, mich fortzuweisen; so
ging ich über Strontzken, Grondzken und Dumbeln nach Bumbeln und Budschißken, wo
mir mein Name infolge der Klangähnlichkeit wieder einfiel.
An den folgenden Tagen lernte ich noch kennen: Plampert, Purtzunsken,
Kotzlauken, Mierunsken, Spirokeln, Wanagpuchen, Meschkruppchen, hörte noch von
Spucken, Maulen, Puspern, Plumpern, Schabbeln, Wabbeln, wurde ohnmächtig und
erwachte in Mierodunsken, wo mich der Landjäger von Uschpiauschken hingebracht
hatte. Es dauerte lange, bis ich meine Sprache beherrschte, denn meine Zunge
drehte sich mir fortgesetzt im Leibe um, so daß ich auf die Frage des Mannes,
wohin ich wollte, sagte: Göbisknerg - Kösichgers - Knösiggerb - Königsberg.
Der Beamte meinte: über Mischmiautzken oder Kampinischken, was mich so ärgerte,
daß ich ihn mit "Dammelskopp" anschrie. " Das liegt an der anderen Strecke,"
sagte er entgegenkommend.
So gelangte ich denn über mehrere -ischken, -umsken, -schkallen und -scheiten
nach Königsberg. Ein Blick in den Eisenbahnfahrplan überzeugte mich, daß ich
nicht geträumt hatte.
Das war die Geschichte eines unbekannten Wanderers, der vor über 60 Jahren die
"Inselprovinz" des Deutschen Reiches besuchte und sich an den kuriosen Ortsnamen
Verfasser unbekannt
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MfG
Lutz Szemkus
fast die Zunge zerbrochen hat."
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