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Hannover Weidling bei Wien : Was bedeutet die Bezeichnung Bollweg  
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Mheatus

neugierig
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Anmeldungsdatum: 30.11.2006
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: Do Nov 30, 2006 4:46 pm

Hannover

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Hallo Smile

Ich wollte fragen, ob jemand von euch weiss oder herausfinden kann, warum Hannover eigentlich Hannover heisst? Smile Ich meine, ich hätte vor Jahren mal erzählt bekommen, dass Hannover vor vielen vielen Jahrhunderten einen anderen Namen (etwas wie Tigerlege) hätte.. Ich vermute , dass das "over" wohl Ufer meint, aber was könnte dann der Rest bedeuten? Wink

mfg mheatus
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Szillis-Kappelhoff

Experte!
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 1681

BeitragVerfasst am: Do Nov 30, 2006 6:24 pm

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Hallo,
erschrick nicht, jetzt kommt ein langer Text, den ich von Bahlow abschreibe.

Beate

"Hannover in der (einst sumpfigen) Leine-Niederung, also tief gelegen (daher die Altstadt auch noch heute mitunter überschwemmt), kann somit unmöglich "zum hohen Ufer" meinen, wie man bisher harmlos glaubte!
Die urkdl. Form Honovere (niemals Hogen-overe!), mit kurzem o (daher zu a gewandelt) deutet vielmehr auf das Sumpf- und Moorwort hon, wie es eindeutig vorliegt in Honepole: Hönnepel b. Kleve, im Bachn. Hon fluvius 921 b. Valenciennes, in Hona: Hahn i.O., im Waldnamen silva Hone: der Hohn b. Osnabrück, im Hochmoornamen die Hohne am Harz! Beweiskräftig sind die gleichfalls uralten Wendovere 660 im pagus Hattuar (Hettergau)/ Ruhr, Scaldovere: Escaudoeuvre und Fronovere b. Grevenbroich a. Erft: denn wend und fron sind verklungene Wörter für Moor, Sumpf (vgl. die Wende/ Ruhr und Harz). Und so entspricht in England Astenover, Codenover usw. (zu ast, cod "Schmutz"). Auch die Parallele Hon-redere: Van-redere i.W. bestätigt den Wortsinn (van = Venn, Moor). Honovere wiederholt sich: auf dem Hunedfeld b. Meppen und a.d. Hunte . Elsfleth/ Bremen, in Moorgegend!"
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bgeschichte

interessiert
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Anmeldungsdatum: 12.09.2006
Beiträge: 22
Wohnort: Forchheim (OFr.)

BeitragVerfasst am: Mi Dez 20, 2006 11:26 am

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Hallo Mheatus und Beate!

Der Erklärung von Bahlow (steht auch in meinem Regal...) möchte ich gern das Folgende von Dietmar Urmes, Handbuch der geographischen Namen, Wiesbaden 2003, gegenüberstellen:

"Hannover verrät ..., dass es "am hohen Ufer" der Leine zu finden ist. Die Hauptstadt des Landes Niedersachsen entstand am rechten Terrassenrand des Flusses, wo zwischen dem "Hohen Ufer" und dem Lindener Berg eine schmale Talaue den Flussübergang erleichterte und um das Jahr 1100 der Wik "Honovere" entstand." (S. 111)
Das "hohe Ufer" lässt sich also entgegen Bahlows Meinung durchaus mit der tiefen Lage vereinbaren.
Zu überlegen wäre außerdem, ob die Form "Honovere" vielleicht nicht etwas mit der (altengl.?) Wurzel "hamm" = 'Flussland' zu tun haben könnte.

Ich persönlich finde übrigens, dass Bahlows Erklärungen manchmal etwas künstlich wirken, nicht nur, weil er nach eigenem Bekunden das Ziel verfolgt, "das Namenmaterial selber zur Auskunft über den Wortsinn und die ethnographische Herkunft zu zwingen" (!), sondern vor allem, weil er diesen "Zwang" nur in eine Richtung, nämlich in die von "Bächen, Flüssen, Sümpfen oder Mooren" ausübt (beide Zitate aus dem Vorwort).
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