Flurname Uwerba

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User offline. Last seen 1 Woche 1 Tag ago. Offline
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Hallo, heute suche ich eine Deutung zum Flurnamen Uwerba.

Im polnischen-russischen scheint er geläufig, ich fand aber

bissher noch keine "Übersetzung".

Dieser Flurname ist nur noch auf einer Karte von 1823 (Separation)

aufgeführt:

"hinter Uwerba"; "am uwerbaschen Wege"

Mündlich ist er nicht überliefert, also schon in Vergessenheit geraten.

 

Andreas

User offline. Last seen 1 Woche 3 Tage ago. Offline
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Andars schrieb:

Hallo, heute suche ich eine Deutung zum Flurnamen Uwerba.Im polnischen-russischen scheint er geläufig, ich fand aber bissher noch keine "Übersetzung". Dieser Flurname ist nur noch auf einer Karte von 1823 (Separation) aufgeführt: "hinter Uwerba"; "am uwerbaschen Wege". Mündlich ist er nicht überliefert, also schon in Vergessenheit geraten. Andreas

 

Hallo

Flurnamen sind meist sehr, sehr alt. Und 1823 bt., dass es sich um einen sehr "jungen" Flurnamen handelt und es ist davon auszugehen, dass es noch ältere Schreibweisen des Namens gibt bzw. gegeben hatte.

Mir pers. ist keine Sprache (ausgenommen davon sind Mundarten) bekannt in dem das Wort uwerba vorkommt. Ich gehe davon aus, es handelt sich eben um eine mundartliche Aussprache von werba.

Etym.:

Urslawisch vrba= Weide (Baum).

In meinem Wendisch-Dt. -WB steht dazu: Wendisch/Sorb. werba bzw. wjerba (wjéřba)= Weide/Weidenbaum. Dieses WB bezieht sich auch auf den Oberlausitzer-Dialekt.

Russ. Werba=Weide/Weidenbaum. Russ. ist eine Ostslawische-Sprache (Russisch, Ukrainisch so wie Weissrussisch, Serbisch  und Bulgarisch verwenden jedoch die kyrillische Schrift).

Im PL heisst die Weide (Baum) jedoch Wierzba (als Fam. Nam. rund 3000 mal in PL verz.) und nicht Werba. Nochmal (auch wenn das in der untenstehenden WeBSeite so angegeben wird) Werba ist nicht polnisch. Der Ort in der UK gehörte mal zu Polen. Allerhöchsten noch Werba (in D) mundartlich, verk. von Wierzba (W(i)er(z)ba. Doch dürfte Wierzba auch auf Urslaw. vrba  zurück gehen.

Der Flurname Werba, muss anderorts nicht zwingend Slaw.- Hk. sein. Er kann sich aus dem Dt. ableiten.  Zu/von (ahd. werba) mhd. werbe, werve = Wirbel, Strudel, Wasserstrudel, Damm ( an einem Fluss).

Pers. jedoch der Meinung bin, dass für einen Flurnamen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, eine Slaw.- Etym. verstärkt in Betracht zu ziehen ist.

Bleibt natürlich auch abzuklären welche Gegebenheit, an diesem Ort wo der Flurname uwerba verz. ist, zutreffender ist/war. Wirbel, Strudel (i.ü.t. Sinne Gewässer; Fluss)  oder der des Weidenbaumes.

Werba: der Name eines Ortes in der heutigen UK der bis vor der dritten Teilung von Polen (1795), zu Polen gehörte (ohne Gewähr):

https://de.wikipedia.org/wiki/Werba_(Dubno)

 

Werba, als Fam. Nam,  rund 40 mal in PL. verz..

In D rund 30 Einträge.

User offline. Last seen 1 Woche 1 Tag ago. Offline
interessiert
Beigetreten: 27.01.2017
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Hallo, sehr sehr interessante Ausführung!

 

ich habe noch einen anderen Flurnamen, der mit einem "U" beginnt.

Bei Schwela hatte ich gelesen, dass die Vorsilbe "hu" ähnlich dem "sa"

soviel wie hinter, bei... bedeutet. Die Leute konnten damals das

"h" nicht aussprechen, und so ist meiner Meinung nach von dem

Flurnamen "hu werba" - "uwerba" geworden.

Der andere Flurname ist "Ukschitzka". Aber dazu später mehr.

 

Zur Geologie: in der Nähe (ca. 100-200m entfernt) schlängelte sich ein

kleines Fließ (die Recytzka), angrenzend der Flurbereich "Sablosch"

(hinter dem Sumpfbusch - Schwela).

Der eigentliche Flurbereich ist sehr klein. Ich selbst kenne die Gegend

noch als Wiese mit kleinen Gräben. Es könnten sogar weidenähnliche

Bäume gestanden haben.

Das Gebiet ist so heute nicht mehr vorhanden. Jetzt befindet sich dort

der Gräbendorfer See (Nordseite).

 

Gruß Andreas

User offline. Last seen 1 Woche 3 Tage ago. Offline
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Beiträge: 4469

Andars schrieb:

Hallo, sehr sehr interessante Ausführung! ich habe noch einen anderen Flurnamen, der mit einem "U" beginnt. Bei Schwela hatte ich gelesen, dass die Vorsilbe "hu" ähnlich dem "sa" soviel wie hinter, bei... bedeutet. Die Leute konnten damals das "h" nicht aussprechen, und so ist meiner Meinung nach von dem Flurnamen "hu werba" - "uwerba" geworden. Der andere Flurname ist "Ukschitzka". Aber dazu später mehr.  Gruß Andreas

 

Hallo

Betrf. –U-: gehen wir mal von Landesnamen Ukraine (Ukrajina)  aus. Der Name der Ukraine leitet sich von slaw. (Redewendung) u kraijna was so viel wie der Grenze; Grenzland (viele nenne es auch Herzland) bt..  Wobei die Etym. Des Landesnamens bis heute umstritten ist. Darum geht es mir jedoch nicht. Ist der Name U-kraina bzw. was bt. Das –U-? Wirklich einfach eine Redewendung? Dazu folgendes:

Die meisten Sprachforscher sind der Ansicht, dass der Name „Ukraine“ von der russischen Präposition „u“, die so viel bedeutet wie „an“, und dem russischen Wort „krai“ (für „Kante“ oder „Grenze“) stammt. Übersetzt hieße es also „Grenzland“ oder „an der Grenze“. Damit wurde früher das Gebiet an der südlichen Grenze von Polen und Russland bezeichnet. Vor 1991, als es als Ukrainische Sowjetische Sozialistische Republik Teil der Sowjetunion war, wurde es meist als „the Ukraine“ bezeichnet.

http://www.cafebabel.de/politik/artikel/die-ukraine-und-die-sprache-der-...

Dazu habe ich noch nachgelesen dass die Slaw. Präpositon –U- auch so viel bt. kann wie innerhalb.

User offline. Last seen 1 Woche 1 Tag ago. Offline
interessiert
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Vielen Dank! Wieder sehr interessant.