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jodoese
neugierig

Anmeldungsdatum: 01.04.2006 Beiträge: 3
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Verfasst am: Sa Apr 01, 2006 4:10 pmOrtsname Stuer/ Stur |
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Hallo,
könnte mir bitte ein Sprachkundiger weiterhelfen?
Es geht um den Ortsnamen Stuer, (früher auch Stur) in Mecklenburg, Südspitze Plauer See.
zuerst Gewässername :“...lacum sturizche ...“(1178)
Er wurde bisher als slavisch angenommen, ist aber wohl sicher älter.
Die Frage wäre also, ob dieser Gewässername eher indogermanischen oder alteuropäischen Ursprungs ist.
Der Unterschied wäre insofern von Bedeutung, weil die Zuordnung zu zwei möglichen Seen
sich aus der etwaigen Bedeutung von eher „groß“ oder aber eher „moorig“ ergeben könnte.
In der allgemeinen Diskussion ( indogerm. oder alteuropäisch) werden bei diesem Wortstamm nach meiner Beobachtung ausschließlich FLUSS-Namen, keine Seen genannt (Udolph, Laur, Bahlow).
Arbeitet Jemand an der Herleitung Mecklenburgischer Gewässernamen, die nicht in „Hydronymia Germaniae“ vorkommen?
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Dinomaus28
Experte!

Anmeldungsdatum: 30.01.2006 Beiträge: 1618 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: So Apr 09, 2006 9:35 am |
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Hallo,
...der heutige Plauer See, hieß "Lacus Sturichse" (Sturer See).
Gruß
Dinomaus28
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jodoese
neugierig

Anmeldungsdatum: 01.04.2006 Beiträge: 3
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Verfasst am: Mi Apr 12, 2006 4:03 pmStuer/ Stur |
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Vielen Dank, Dinomaus, für die Antwort.
Die Frage war aber gestellt, um dies zu bestätigen oder zu korrigieren.
Es ist wohl zuerst von F. LISCH Mitte des 19. Jh. formuliert worden und wird seit dem immer wiederholt. An der These stimmt aber zumindest etwas nicht: Er leitete den aus dem Slavischen vermuteten Seenamen vom Ort ab.
Es ist aber wohl umgekehrt und auch aus einer früheren Sprachschicht.
Dazu noch hatte er einen seinerzeit abgelassenen See direkt bei Stuer nicht als solchen erkannt und mußte dann den nächstgelegenen See suchen.
Dieser See, jetzt in Teilen wieder angestaut, war im 12.Jh, wenn auch flach, jedoch von nicht zu unterschätzender Größe. Deshalb also jetzt dieser Versuch. Gibt es also Quellen oder Sachverhalte, die sich nicht auf LISCH und seine Festschreibung in den Mecklenburger Urkundenbücher beziehen?
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Dinomaus28
Experte!

Anmeldungsdatum: 30.01.2006 Beiträge: 1618 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: Do Apr 13, 2006 6:26 am |
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Hallo,
ich kenne diese Thesen leider nicht, aber mir war aufgefallen, das es Lacus Sturichse heißen muß. Vielleicht geben alte Flurkarten Aufschluß darüber, oder es existiert eine Ortschronik. Falls noch nicht geschehen, würde ich mal beim Amt Röbel-Müritz (Marktplatz 1, 17207 Röbel/Müritz) nachfragen.
Gruß
Dinomaus28
Auf der Website vom Amt Röbel/Müritz findet sich übrigens noch eine Aussage über den Ort:
http://www.amt-roebel-land.de/index.php?&seiten_id=908
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jodoese
neugierig

Anmeldungsdatum: 01.04.2006 Beiträge: 3
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Verfasst am: Fr Apr 20, 2007 1:14 am |
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Also vielen Dank ersteinmal. Ich wollte jetzt aber nicht Fall und Schreibweise aus der Urkunde korrigiert haben (da liegen zwei Dörfer an dem See). Es ging mir darum, was da seit hundertfünfzig Jahren voneinander abgeschrieben wird, auch von Fach-Wissenschaftlern und was nachweisbar beim ersten Mal falsch zitiert, weil schon interpretiert wurde, infrage zu stellen. Die Selbstbeschreibung der Verwaltung ist da nur das allerletzte Glied.
Ich hoffte jemanden zu treffen, der Gewässernamen einzuordnen weiß.
"Hydronymia Germ. " spart diese Gegend nämlich sonderbarerweise aus.
Vergleichende Betrachtungen mit dieser und auch der europäischen Variante habe ich natürlich schon vorgenommen.
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Tarzius
Experte!

Anmeldungsdatum: 31.12.2005 Beiträge: 2209 Wohnort: Planet Erde
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Verfasst am: Fr Apr 20, 2007 1:10 pmRe: Ortsname Stuer/ Stur |
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| jodoese hat folgendes geschrieben:: | Hallo,
könnte mir bitte ein Sprachkundiger weiterhelfen?
Es geht um den Ortsnamen Stuer, (früher auch Stur) in Mecklenburg, Südspitze Plauer See.
zuerst Gewässername :“...lacum sturizche ...“(1178)
Er wurde bisher als slavisch angenommen, ist aber wohl sicher älter.
Die Frage wäre also, ob dieser Gewässername eher indogermanischen oder alteuropäischen Ursprungs ist.
Der Unterschied wäre insofern von Bedeutung, weil die Zuordnung zu zwei möglichen Seen
sich aus der etwaigen Bedeutung von eher „groß“ oder aber eher „moorig“ ergeben könnte.
In der allgemeinen Diskussion ( indogerm. oder alteuropäisch) werden bei diesem Wortstamm nach meiner Beobachtung ausschließlich FLUSS-Namen, keine Seen genannt (Udolph, Laur, Bahlow).
Arbeitet Jemand an der Herleitung Mecklenburgischer Gewässernamen, die nicht in „Hydronymia Germaniae“ vorkommen? |
Hallo,
Stuer wurde im März 1178 erstmals urkundlich erwähnt. Es dürft desshalb sehr schwierig sein "etwas" vor dieser Zeit heraus zu finden.
Tips:
http://www.onomastik.com/gn_gewaessernamen.php
(Bildung und Semantik alter Gewässernamen Hans Krahe: sieh/lese dazu:
Hans Krahes - einer der wichtigsten und bedeutendsten Gewässernamenforscher)
Zusätzlich:
In "Kluge, etymolog. Wörterbuch, steht zu "stur":
Nebst Mndd. stür= störrig, grimmig,, mndl. stuur. Aussergermanisch könnte sich ai. (alt indisch) sthürà= gross, stark, dick, vergleichen. Ein Anschluss an stä= stehen, ist denkbar. Die Lautverhältnisse sind aber nicht ausreichend klar.
Köbler, Gerhard, Gotisches Wörterbuch:
http://www.koeblergerhard.de/gotwbhin.html
Germ. Wörterbuch:
http://www.koeblergerhard.de/germwbhinw.html
http://www.amt-roebel-mueritz.de/index.php?seiten_id=257
http://de.wikipedia.org/wiki/Stuer
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saxo
interessiert

Anmeldungsdatum: 07.07.2007 Beiträge: 27 Wohnort: Mark Brandenburg
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Verfasst am: Sa Jul 07, 2007 2:48 pm |
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Ich halte es für eine slawische Bildung, von Deutschen nicht sehr korrekt aufgeschrieben: polabisch *storjezr, also store jezere, der alte See. Der "neue" könnte dann der bei Burg Stuer angestaute sein. Stuer gehört zu den Gebieten, die wahrscheinlich schon im 10. Jahrhundert deutsch waren und wo sich die Slawen mit vielen deutschen Änderungen auseinandersetzen mußten und ihnen auch Namen gaben.
saxo
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saxo
interessiert

Anmeldungsdatum: 07.07.2007 Beiträge: 27 Wohnort: Mark Brandenburg
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Verfasst am: So Aug 26, 2007 12:29 pm |
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Ich hab wieder was entdeckt, was meine Theorie stützt, daß der größte Teil der nichtslawischen, nicht zusammengesetzten Ortsnamen in Meckpom und Brandenburg von den ersten Siedlern übertragen wurde. Es sind inzwischen so viele, daß ich das mal aufschreiben muß. Konkret würde Stuer dann eine Gründung von Siedlern aus dem niedersächsischen Stuhr, Kreis Diepholz sein.
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