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Zelt = Lager? Osning - alter Name des Teutoburger Waldes : Main  
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Wittichis

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BeitragVerfasst am: Fr Feb 10, 2006 8:36 am

Zelt = Lager?

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Hallo;
ich habe die Frage weiter unten schon mal ähnlich gestellt; leider ohne Antwort.
Nochmal. Bei uns steht seit dem Mittelalter; gesichert seit 1218 eine Burg/Schloß. Diese war bis 1809 sagen wir in "Betrieb". Ab 13... war es der Sitz eines Pflegeamtes. Von hier aus wurde die Gegend in den Hussitenkriegen; den 30-jährigen Krieg; Erbfolgekrieg uuuuu organisiert.
Nun gibt es um unsere Ortschaft 2 x die Flurbezeichnung "Zelt". Ist es möglich das sich Zelt von Zelten...also "Lager" ableitet?? Oder was könnte das sonst bedeuten?
Bitttttte um Antwort. clap
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tommy

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Anmeldungsdatum: 06.12.2004
Beiträge: 843
Wohnort: Kuala Lumpur

BeitragVerfasst am: So Feb 12, 2006 8:35 am

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Hallo,

hmmm, das Wort Zelt gibt es bei uns schon seit germanischer Zeit, also recht lange. Die Grimms geben an, dass dem deutschen Wort Zelt, das es ähnlich auch in anderen Sprachen gibt/gab eine indoeuropäische Wurzel zu Grunde liegen muss, die in etwa "ausbreiten" bedeutete und *delā- gehießen haben muss. Das heißt, bevor es "unser Zelt" gab, wurde mit dem Vorgängerwort auf etwas sich Ausbreitendes hingedeutet.
Vielleicht wäre das ja eine bessere Bedeutung für die Flurstücke?

Dann müßte man annehmen, dass die selben lautlichen Entwicklungen, denen das Wort "Zelt" unterlag auch in diesem Flurstück passiert sind und dass das Flurstück schon recht alt sein muss. Ältere Belege wäre da evtl hilfreich...

Schlagen Sie vielleicht am besten selbst einmal im Grimmschen Wörterbuch nach. Das gibt es auch online!

mfg
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Timi

Gast





BeitragVerfasst am: Mo Feb 13, 2006 6:55 am

so ähnlich

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sollte das nicht "Zell" heißen??
So was gibt es bei uns in der Nähe des öferen!
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rosi

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Anmeldungsdatum: 15.01.2007
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: Do März 29, 2007 11:52 am

Zelt

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Könnte dieses Zelt abzuleiten sein von Zelge (Feldanteil) (Kluge: etymologisches Wörterbuch)?
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Tarzius

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Anmeldungsdatum: 31.12.2005
Beiträge: 2150
Wohnort: Planet Erde

BeitragVerfasst am: Do März 29, 2007 4:03 pm

Re: Zelt = Lager?

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Wittichis hat folgendes geschrieben::
Hallo;
ich habe die Frage weiter unten schon mal ähnlich gestellt; leider ohne Antwort.
Nochmal. Bei uns steht seit dem Mittelalter; gesichert seit 1218 eine Burg/Schloß. Diese war bis 1809 sagen wir in "Betrieb". Ab 13... war es der Sitz eines Pflegeamtes. Von hier aus wurde die Gegend in den Hussitenkriegen; den 30-jährigen Krieg; Erbfolgekrieg uuuuu organisiert.
Nun gibt es um unsere Ortschaft 2 x die Flurbezeichnung "Zelt". Ist es möglich das sich Zelt von Zelten...also "Lager" ableitet?? Oder was könnte das sonst bedeuten?
Bitttttte um Antwort. clap


Grüsse Dich,

Das Wort "Zelt" könnte auch aus dem gotischen stammen: von gotisch hlija " =Zelt und/oder Hütte.
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Teja

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Anmeldungsdatum: 12.04.2007
Beiträge: 6
Wohnort: Burgtreswitz

BeitragVerfasst am: Do Apr 12, 2007 11:42 am

Gotisch

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Also hier ist der Verfasser...leider fällt mir mein Passwort nimmer ein..deshalb habe ich mich neu registriert......
Wie man an meinen Nic erkennen kann habe ich Felix Dahn in und auswendig gelesen:-)
Tja diese Theorie würde mich begeistern.......
Aber wie kommen Sie vom gotischen zum deutschen?? Question
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Tarzius

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Anmeldungsdatum: 31.12.2005
Beiträge: 2150
Wohnort: Planet Erde

BeitragVerfasst am: Do Apr 12, 2007 12:40 pm

Re: Gotisch

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Teja hat folgendes geschrieben::
Also hier ist der Verfasser...leider fällt mir mein Passwort nimmer ein..deshalb habe ich mich neu registriert......
Wie man an meinen Nic erkennen kann habe ich Felix Dahn in und auswendig gelesen:-)
Tja diese Theorie würde mich begeistern.......
Aber wie kommen Sie vom gotischen zum deutschen?? Question


Hallo Teja,

durch etymologische Bücher. Hinzufügen möchte, dass "Kluge" zu "Zelt" folgendes schreibt:

(8 Jh. gizelt) mhd., zelt, ahd. (gi) zelt, mndd. (ge)telt, telde. Anord. tjald= Vorhang, Decke, Teppich, Zelt, zu ae. teldan (Vst.) = bedecken. (starke Flexion wohl sekundär), dessen Herkunft unklar ist. Die Ähnlichkeit mit frz. tente., it. tenda, span. tenda= "Zelt" aus früh-rom. tendita (pellis) = "aufgespannte Haut" ist kaum blosser Zufall. Vermutlich ist früh-rom. "tenda" im German. um gedeutet worden zu telda-. Verb: zelten.

(Ebenso nndl., tent, ne. tent, nfrz. tente, nschw. tält, nisl. tjald= Zelte(n)

Soviel wie gar nichts zu/von "gotisch". Jedoch eine weitere Meinung dazu.
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Teja

interessiert
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Anmeldungsdatum: 12.04.2007
Beiträge: 6
Wohnort: Burgtreswitz

BeitragVerfasst am: Do Apr 12, 2007 12:53 pm

Goten

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Ja meinst Du evtl. dass es bei uns einen "Gotischen Rest" also sprich ein paar Nachfahren der Leute Aligern`s geben könnte?
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Tarzius

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Anmeldungsdatum: 31.12.2005
Beiträge: 2150
Wohnort: Planet Erde

BeitragVerfasst am: Do Apr 12, 2007 3:16 pm

Re: Goten

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Teja hat folgendes geschrieben::
Ja meinst Du evtl. dass es bei uns einen "Gotischen Rest" also sprich ein paar Nachfahren der Leute Aligern`s geben könnte?


Hallo Teja,

wer weiss Wink

Aligern war ja der jüngste Bruder von Teja........"Die Geschichte erzählt":

Teja war Herzog und Feldherr, hatte den Oberbefehl in Oberitalien, legte gegen Narses gewaltige Schanzanlagen an und wurde nach der Schlacht bei Tadinae König. Er versammelte die Gotenreste am Mons Lactarius bei Positano, lieferte nach dem Augenzeugenbericht von Prokop einen Heldenkampf und fiel. Die Reste des Gotenheeres durften abziehen. Teja fiel 552 im Kampf gegen Narses am Vesuv............usw.
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Teja

interessiert
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Anmeldungsdatum: 12.04.2007
Beiträge: 6
Wohnort: Burgtreswitz

BeitragVerfasst am: Fr Apr 13, 2007 5:22 am

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Eine Frage noch...wie ist dieser Flurname...wo..wieoft...verbreitet??
Wäre Interissant...auch wegen der "Aligern-These"!?
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Tarzius

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Beiträge: 2150
Wohnort: Planet Erde

BeitragVerfasst am: Fr Apr 13, 2007 3:34 pm

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Teja hat folgendes geschrieben::
Eine Frage noch...wie ist dieser Flurname...wo..wieoft...verbreitet??
Wäre Interissant...auch wegen der "Aligern-These"!?



Hallo,

Grundlage der nachfolgenden Ausführungen sind die Arbeiten die (H)Lar-Namen. Sichtung und Deutung und Rheinische Flurnamen des Bonner Sprach- und Siedlungsforschers Heinrich Dittmar

Zitat: …..ausgehend von der Bedeutung "Hürde, Lattenwerk, Gerüst" erschließt Dittmaier dann auch die Etymologie, d. h. die Herkunft des Namenwortes „Laar“. Es gehört zu der germanischen hlei-, hlai Reihe (d. h. zur indogermanischen Basis klei-, "neigen, lehnen"), die im Germanischen und Deutschen in mannigfaltiger Bedeutungsentwicklung reichhaltig vertreten ist und beispielsweise in Wörtern vorliegt wie gotisch hlija "Zelt, Hütte", altsächsisch hleo "Decke", gotisch hleipra "Hütte, Zelt", althochdeutsch hleitara "Leiter", altisländisch hlit "Tür, Gatter", neuhochdeutsch Lehne, lehnen, Leite, Lid, ferner altsächsisch clîda "Geflecht, Leiter" und französisch claie "Hürde"…… Zitat Ende.

Eine WebSeite:

http://209.85.129.104/search?q=cache:OYHkYH6jfpkJ:www.merkener-geschichtsverein.de/WarumMerkenMerkenheisst.pdf+Heinrich+Dittmeier&hl=de&ct=clnk&cd=17&gl=ch.

Gotisches Wörterbuch:

http://homepage.uibk.ac.at/~c30310/gotwbhin.html
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stine1991

neugierig
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Anmeldungsdatum: 01.08.2007
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: Mi Aug 01, 2007 12:26 pm

Eine ganz andere Richtung...

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Hallo,

ich möchte die Gedanken mal in eine ganz andere Richtung lenken.
Im Mittelalter wurde auf Gangpferden geritten, da ein Ritter in voller Rüstung auf einem trabenden oder galoppierenden Pferd arge Probleme bekommen hätte, sich im Sattel zu halten. Das gleiche gilt für das Reiten im Damensattel. Auch hier hätten die Reiterinnen quer zur Fahrtrichtung sitzend erhebliche Probleme beim trabenden oder gallopierenden Pferd gehabt.
Also wurden Pferde mit einem besonders ruhigen Gang bevorzugt. Neben Schritt, Trab und Galopp beherrschten diese noch die Gangarten Pass und Tölt. Besonders bei letzterer teilt sich die Bewegung des Tieres auch bei hohem Tempo nur sehr wenig dem Reiter mit.

Diese töltenden Pferde oder auch Tölter genannt, hießen im MA "Zelter". Kann hier vielleicht eine Beziehung zum "Zelt" hergestellt werden?

Heute gibt es diese Gangart nur noch bei einigen Rassen, z.B. bei den peruanischen Pasos oder bei den Islandpferden. Auch bei einigen Trabrennpferden kommt es gelegentlich noch vor, wurde aber in den letzten Jahrzehnten als "Gangfehler" weggezüchtet.

Gruß Wolfgang
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Tarzius

Experte!
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Anmeldungsdatum: 31.12.2005
Beiträge: 2150
Wohnort: Planet Erde

BeitragVerfasst am: Mi Aug 01, 2007 3:23 pm

Re: Eine ganz andere Richtung...

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stine1991 hat folgendes geschrieben::
Hallo,

ich möchte die Gedanken mal in eine ganz andere Richtung lenken.
Im Mittelalter wurde auf Gangpferden geritten, da ein Ritter in voller Rüstung auf einem trabenden oder galoppierenden Pferd arge Probleme bekommen hätte, sich im Sattel zu halten. Das gleiche gilt für das Reiten im Damensattel. Auch hier hätten die Reiterinnen quer zur Fahrtrichtung sitzend erhebliche Probleme beim trabenden oder gallopierenden Pferd gehabt.
Also wurden Pferde mit einem besonders ruhigen Gang bevorzugt. Neben Schritt, Trab und Galopp beherrschten diese noch die Gangarten Pass und Tölt. Besonders bei letzterer teilt sich die Bewegung des Tieres auch bei hohem Tempo nur sehr wenig dem Reiter mit.

Diese töltenden Pferde oder auch Tölter genannt, hießen im MA "Zelter". Kann hier vielleicht eine Beziehung zum "Zelt" hergestellt werden?

Heute gibt es diese Gangart nur noch bei einigen Rassen, z.B. bei den peruanischen Pasos oder bei den Islandpferden. Auch bei einigen Trabrennpferden kommt es gelegentlich noch vor, wurde aber in den letzten Jahrzehnten als "Gangfehler" weggezüchtet.

Gruß Wolfgang


Hallo,

ein guter Gedanke, wie ich finde. Das Lexikon schreibt dazu:

Zelter, ein Pferd, das mehr zum Tragen als zum Reiten bestimmt ist; das Wort kommt von dem altdeutschen "Zelt" (franz. amble) her, das den Gang des Pferdes.......

Weitere Infos dazu:

Bereits im Mittelalter gab es neben den "destriers" (Streitrössern) und "palfreys" (Zeltern) die "rourncys", mittelgroße Allzweckpferde, die Vorläufer der Cobs.

http://www.cm-westernreiten.de/pferde4.htm

Zelter bezeichnete im Mittelalter ein leichtes Reitpferd oder Maultier, das den besonders ruhigen und für den Reiter bequemen Zeltgang (die Spezialgangarten Pass und Tölt)......

http://de.wikipedia.org/wiki/Zelter_(Pferd)

Ursprünglich hatten wohl alle europäischen Pferderassen eine genetische Veranlagung für den Tölt. Töltende Pferde wurden im Mittelalter auch als Zelter............

http://de.wikipedia.org/wiki/Pferdegangart

Zelter war im Mittelalter ein edles leichtes Reitpferd oder Maultier, das wegen seines besonders ruhigen Zeltgangs (Passgang) besonders für Frauen geeignet war.............

http://de.wikipedia.org/wiki/Hauspferd



......da ist der berühmte Tölt, durch den die Isländer vor dreißig Jahren in Europa und Amerika berühmt worden sind. "Tölt" ist auch ein isländischen Wort, das in viele Sprachen übernommen wurde, weil diese kein eigenes dafür haben. Stimmt nicht ganz, im Deutschen gibt es ein Wort vom gleichen sprachkundlichen Stamm: "Zelter". Es stammt aus dem Mittelalter und beschreibt ein schlankes Pferd mit weichen Gängen,.........

http://www.eifel-ardennen-scout.de/pferde.htm
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