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Was gab "Mellenbach" seinen Namen ? Ortsname Stuer/ Stur : Ortsnamen  
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gossi2

neugierig
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Anmeldungsdatum: 18.08.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: Sa Aug 18, 2007 1:29 pm

Was gab "Mellenbach" seinen Namen ?

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Hallo, Embarassed ich und meine Vorfahren stammen aus der thüringischen Ortschaft Mellenbach-Glasbach. Aus meiner Heimatkunde weis ich natürlich, daß durch den Ort ein Bach namens Mellenbach fliest. Bei Glasbach ist klar woher der Namensstamm kommt (ehem. Glasgewinnung und Verarbeitung), was oder wer ist aber ein "Mellen" was dem Bach und somit dem Ort den Namen gibt ??? Question
Danke Gossi2
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Tarzius

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Anmeldungsdatum: 31.12.2005
Beiträge: 2149
Wohnort: Planet Erde

BeitragVerfasst am: Sa Aug 18, 2007 3:14 pm

Re: Was gab "Mellenbach" seinen Namen ?

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gossi2 hat folgendes geschrieben::
Hallo, Embarassed ich und meine Vorfahren stammen aus der thüringischen Ortschaft Mellenbach-Glasbach. Aus meiner Heimatkunde weis ich natürlich, daß durch den Ort ein Bach namens Mellenbach fliest. Bei Glasbach ist klar woher der Namensstamm kommt (ehem. Glasgewinnung und Verarbeitung), was oder wer ist aber ein "Mellen" was dem Bach und somit dem Ort den Namen gibt ??? Question
Danke Gossi2


Hallo,

Ein paar Gedanken/Hinweise dazu:

Die Wirtschaft Mellenbach-Glasbaches war von jeher vom Bergbau und der Erzverarbeitung geprägt. So entstanden alle Ortsteile aus Hammerwerken entlang der Schwarza. Dort wurden verschiedene Erze "ausgepocht" und anschließend geschmiedet. Später kamen im Ort noch Glas- und Holzindustrie hinzu.

MELLE ist eine Stadt im Landkreis Osnabrück: Der Name Melle taucht in einer Urkunde im Domarchiv zu Osnabrück zum ersten Mal 1169 als "menelo" auf. Daraus wurde danach "menele" und letztendlich "Melle". ....

Quelle: http://www.zschauer.de/melle/melle.htm

1169 1. urkundl. Erwähnung menele-menelo=Siedlung in der gemeinen Mark

Quelle: http://www.detmer.de/melle/melle.htm

http://www.landundforst.de/index.php?redid=170980

Bahlow leitet den Namen von "mel" ab (schmutziges-mooriges Wasser) (keltisch melosa= Schmutz) Eine Mella (Melle) fliesst durch Leie/Belgien. Ein Mehlbach z. Eder. Dazu Mele-: Mellen a. Lenne. Mellenbach a. Schwarza; in der Mark ein Mellen-See.

(Mellen: abgeleitet von germ. mel= Mehl/mahlen ? Was ich damit meine ist: Melle= Mühle? So wie ndn. Molle, nndl. Molen, mhd. Mül(e) germ. muli. Lat. molina bezw. molere= mahlen. (der Mühlebach?)
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gossi2

neugierig
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Anmeldungsdatum: 18.08.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: Sa Aug 18, 2007 3:39 pm

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Hier gossi2, Idea
also die Hinweise sind ja sehr interesant. Aber der Mellenbach ist ein reiner Gebirgsbach und ebenso klar, weshalb ich die Herführung des schmutzigen Wassers fast ausschließen möchte. Die Version mit der Mühle kann schon stimmen, was aber leider keiner seit dem spätmittelalterlichen Pfarrhausbrand und der Vernichtung aller Kroniken nachweisen kann. Shocked
Oder kann der Begriff "Melle" (schmutziges Wasser) von evtl. Verschmutzungen durch den Bergbau (Ausswaschungen von Erzen ä. dem beim Goldwaschen) herrühren. Confused
Bin auf Eure Antworten gespannt!
gossi2
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Tarzius

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Anmeldungsdatum: 31.12.2005
Beiträge: 2149
Wohnort: Planet Erde

BeitragVerfasst am: So Aug 19, 2007 3:09 pm

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gossi2 hat folgendes geschrieben::
Hier gossi2, Idea
also die Hinweise sind ja sehr interesant. Aber der Mellenbach ist ein reiner Gebirgsbach und ebenso klar, weshalb ich die Herführung des schmutzigen Wassers fast ausschließen möchte. Die Version mit der Mühle kann schon stimmen, was aber leider keiner seit dem spätmittelalterlichen Pfarrhausbrand und der Vernichtung aller Kroniken nachweisen kann. Shocked
Oder kann der Begriff "Melle" (schmutziges Wasser) von evtl. Verschmutzungen durch den Bergbau (Ausswaschungen von Erzen ä. dem beim Goldwaschen) herrühren. Confused
Bin auf Eure Antworten gespannt!
gossi2


Hallo,

Viele Dokumente wurden schon 1640 (durch den Brand der Kirche, verursacht von den Schweden während des 30- Jährigen Krieges) zerstört. Und wie Du bereits erwähnt hast, 1739 wurden beim Pfarrhausbrand alle noch vorhandenen Bücher, Akten und Dokumente vernichtet. Somit dürfte es sehr schwierig sein, "etwas genaueres heraus zu finden". Ob der Name sich auf Verunreinigungen durch den Bergbau bezieht, bleibt auch Spekulation.

Der gegr. Namen Duden beschreibt den ON MELLE wie folgt; Zitat: Stadt im Osnarbrücker Land, NDS, entstand bei einer alten Gerichtsstätte an der Strasse von Herford. nach Osnarbrücke, um eine fränkische Taufkirche und erhielt um 1250 eine bischöfliche Burg; Markt- und Wigboldrecht 1443, Stadtrecht 1853. Der Name MELLE: 1169 Menèle. 13 Jh. Menelo enthält wohl mnd. mè(i)ne, asächs. gimèni= allgemein, gemeinsam und lö= Gehölz, Hain, als Bezeichnung der vorchristlichen Gerichtsstätte.

Bezogen auf diese Aussage: Golddorf Mellen (Sauerland)

Die eigentliche Gründung der bäuerlichen Siedlung Mellen reicht sehr wahrscheinlich bis in die frühgeschichtliche Zeit vor 800 zurück. Dieses belegen nicht nur flurgenetische Untersuchungen, sondern auch der Ortsname "Mellen" deutet auf eine sehr frühe Entstehung hin. In seiner ursprünglichen Verlängerung "Mellenon" sowie auch in "Mellen" steckt der Bestandteil "Mal", der in früherer Zeit soviel wie Gerichtsstätte bedeutete. Zum erstenmal urkundlich erwähnt wird der Ort Mellen im Jahr 1233. Dort wird in einer Kirchenchronik von einem Theodorikus von Mellen berichtet....

Quelle: http://www.balve-online.de/unsere_stadt/mellen/mellen.shtml

Diese Aussage trifft sicherlich zu den im Mittelalter lagen die Gerichtsstätten oft an einem Bach oder Fluss.
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saxo

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Anmeldungsdatum: 07.07.2007
Beiträge: 26
Wohnort: Mark Brandenburg

BeitragVerfasst am: Di Aug 21, 2007 3:59 pm

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Mich erinnert das an Malum, den lateinischen Ausdruck für Apfel. Es gibt in Thüringen auch einen Bach, der Apfelstädt heißt. Der Mellenbach könnte also rivus malum geheißen haben, bis sich das Wort soweit abschliff, daß zwar rivus noch erkennbar war, nicht aber Malum, Mellum, Mellem usw. Zum letzten Wort: mellem heißt im skandinavischen "zwischen". Gibt es mehrere parallele Bäche, von denen der Mellenbach der mittlere ist?
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Tarzius

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Anmeldungsdatum: 31.12.2005
Beiträge: 2149
Wohnort: Planet Erde

BeitragVerfasst am: So Sep 02, 2007 6:05 pm

Bach

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saxo hat folgendes geschrieben::
Mich erinnert das an Malum, den lateinischen Ausdruck für Apfel. Es gibt in Thüringen auch einen Bach, der Apfelstädt heißt. Der Mellenbach könnte also rivus malum geheißen haben, bis sich das Wort soweit abschliff, daß zwar rivus noch erkennbar war, nicht aber Malum, Mellum, Mellem usw. Zum letzten Wort: mellem heißt im skandinavischen "zwischen". Gibt es mehrere parallele Bäche, von denen der Mellenbach der mittlere ist?


Hallo,

Verg. wir für einmal all "die schlauen Bücher" der Experten. Hier eine Hypothese (eine Aussage, deren Gültigkeit bloss vermute wird) zur Deutung von Flurnamen, in diesem Fall "Bach".

Zitat des "Betreibers/Verfasser" der WeBSeite:

Wie nehmen wir unsere Namen wahr? Wir nehmen sie hin, wie sie sind, fällt einer aus dem Rahmen, wundern wir uns kurz oder schmunzeln und dies war es dann in der Regel auch schon. Die Menschen, die sich weitergehend interessieren, suchen entweder in einschlägiger Literatur oder versuchen sich in eigenen Erklärungsversuchen. Es steht mir nicht zu, daß Engagement irgendeines Forschers in privater Mission zu kritisieren - schließlich bin ich ja selber einer - aber bei hauptberuflich mit diesem Thema Beschäftigten darf doch Kritik erlaubt sein, so völlig ausgeblendet sind Mythologie und Geomantie unserer Vorfahren, so gänzlich fehlt das Wissen um die Dialektik von Matriarchat und Patriarchat, so ausgeprägt ist das Festhalten an Studiertem und Lehrmeinung.

Der Mythos stand im Zentrum unserer Vorfahren, sicherte er in deren Überzeugung alleine das Leben bzw. Überleben des Clans, der Sippe, des Volkes. Die Kultplätze waren die exponierten Orte, auf die sich die Bewohner der umliegenden Siedlungen bezogen. Der Mensch sah sich als Angehöriger seines sozialen Zusammenhanges und dieser war bestimmt durch den Kult der Großen Mutter bzw. später der patriarchalen Überformungen. Ein Germane, den man nach dem Namen des Berges dort fragte, hätte ohne zu überlegen gesagt, daß es sich um Donars heiligen Berg handele. Der Sandbach war ihm selbstverständlich der Berg - ja,Berg - wo die Wahrheit wohnt und gesprochen wird, der Lindberg ihm ein Tanzplatz der die weibliche Fruchtbarkeit Feiernden, der Schwarze See der heilige See der Alten, der Schwarzen Göttin. Etwas anders wäre ihm nicht in den Sinn gekommen.

Unser Wort Bach in Ortsnamen leitet sich ab vom Berg bzw. Hügel, das entspringende oder vorbeifließende Gewässer erhielt seinen Namen durch den Kult am Platz, trug also den Namen des Versammlungsortes. Als Beleg dienen etliche Querverweise zu Wörtern und Handlungen, die im Zusammenhang mit dem Mythos der matriarchalen Welt stehen sowie unzählige Ortsnamen, die erst einen Sinn ergeben, begreift man beck/bach als einen Versammlungsort im weitesten Sinne, natürlich in der auf dieser Site vertretenen Sicht als Platz von Ritus und Kult. Nehmen Sie nur das uns allen bekannte "Buchstabe" beim Wort: Es nennt den Ursprung unserer Schrift im Gebrauch der Runen, die zu Orakelzwecken in kleine Stöckchen geritzt wurden. Diese "Stäbe" warf bzw. zog man, ein Vorgang, der noch heute z.B. im Brauch des Knobelns lebt. Ort des Orakels war der heilige Berg ("Buch") der Göttin.

Beck:

beck: rührt aus idg."bheg" und beschreibt eine Wölbung oder Biegung; nun kann man darüber streiten, ob die Wölbung des Hügels oder die kreis/ringförmige Anlage des Kultplatzes gemeint ist, aber alles spricht für die Beschreibung eines Hügels bzw. Berges

vgl. germ."baki", mhd."backe", anord."bakki", ahd."bah", afries."bek", ags."baec" : Die Silbe "beck" ist uns in vielen lebendigen Wörtern als Hügel oder Erhebung vertraut: Wir sitzen auf unseren Arschbacken, Skispringer gehen über den Backen, man macht einen Buckel und das einst heilige Handwerk Backen entlieh seine Bezeichnung vom Ort.

Bach:

bach: rührt ebenso aus idg."*bheg" / "*bhog" und ist die süddeutsche Entsprechung zum norddeutschen "beck". Sprechen wir "ch" wie wir es von den Wörtern Fuchs und Dachs noch kennen, erschließt sich die Ableitung von "bach" aus "beck".

Ein Paradebeispiel zum Beleg dieser Hypothese ist die Bache, daß (wilde) Mutterschwein. Die Sau war den Neolithikern und frühen Indoeuropäern eine Verkörperung der Göttin (Frikka / Frija). Sie erhielt ihre Bezeichnung von dem ihr geweihten Ort (siehe Namen wie Saubach, Schwanebeck) und gab ihren alten Namen "Bekke" weiter in Wörter wie bacon oder Speck.

............................
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saxo

interessiert
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Anmeldungsdatum: 07.07.2007
Beiträge: 26
Wohnort: Mark Brandenburg

BeitragVerfasst am: Sa Sep 08, 2007 2:03 pm

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Vielleicht sollten wir es nicht ganz so kompliziert machen? Ich hab mir eben mal angesehen, wo Mellenbach liegt: Karte Die Gegend ist bergig und bewaldet und wurde erst im Mittelalter intensiv besiedelt (15 km vom Rennsteig im Thüringer Wald). Es gibt nur wenige Ortsnamen, die was anderes als spätes Mittelalter aussagen; das sind zwei germanische (Meura, Lichta) und zwei slawische Namen (Gehren, Quelitz), wobei bei allen eine Übertragung nicht ausgeschlossen werden kann. Alles andere ist -bach, -wald, -feld, -hain, -dorf usw. also verhältnismäßig junge Besiedlung. Wir haben es hier also sehr wahrscheinlich mit einem Mühlenbach zu tun. Glasbach deutet auf eine oberhalb gelegene ehemalige Glashütte hin.
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