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Subbi
interessiert

Anmeldungsdatum: 11.04.2008 Beiträge: 5
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Verfasst am: Fr Apr 18, 2008 12:42 pmGrindel, im Norden |
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Liebe Leute,
ich interessiere mich für den Namensteil 'Grindel', der in Süddeutschland
und der Schweiz des öfteren Teil von Landschafts- und Gewässernamen
ist. Mich würde aber interessieren, inwiefern der Namensteil Grindel,
Gryndel, vielleicht auch Grinde u. ä. in Norddeutschland verbreitet ist.
Hier kenne ich nur den Orteil Grindel in Hamburg.
Weiß jemand mehr?
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Tarzius
Experte!

Anmeldungsdatum: 31.12.2005 Beiträge: 2153 Wohnort: Planet Erde
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Verfasst am: Fr Apr 18, 2008 2:23 pmRe: Grindel, im Norden |
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| Subbi hat folgendes geschrieben:: | Liebe Leute,
ich interessiere mich für den Namensteil 'Grindel', der in Süddeutschland
und der Schweiz des öfteren Teil von Landschafts- und Gewässernamen
ist. Mich würde aber interessieren, inwiefern der Namensteil Grindel,
Gryndel, vielleicht auch Grinde u. ä. in Norddeutschland verbreitet ist.
Hier kenne ich nur den Orteil Grindel in Hamburg.
Weiß jemand mehr? |
Hallo Subbi,
Aus dem Lexikon d. germ. Atk. Zitat:
Grind(el): mit aisl. grind für Tor, Sparren, Riegel, Umzäunung, Zaun, Erdwall, "hängt", Schweizd. Grendèl zusammen. Das Wort ist urkundlich sehr ausgibig bezeugt im Sinne von Gatter, Pfahlwerk und häufig in FLURNAMEN wie z.B. Grindelwald (bereits 1280 erwähnt)
An manchen Orten passt die Terrainbeschaffenheit trefflich zur Bedeutung: Tal-Riegel-Sperre, an andern haben vielleicht einstige Schlagbäume od. Torsperren "ihre Spuren" hinterlassen.
Näher als das nord. steht das Mittelniederd. Der Schliessbalken am Eschengatter od. -tor hiess im Obd. Grindel od. Grendel. Das Mittelniederd. kennt das selbe Wort, das hier noch Querholz, Riegel, Pflugbaum bedeutet.
Burghardt verz. bei Magdeburg einen Flurnamen "auf dem Gründel", mit dem seiner Ansicht nach ein umzäuntes Flurstück gemeint sein dürfte.
Alle diese Angaben sind **zusammengestellt/stammen von: M. Szadrowsky. Förstermann und Kolb. (**von Prof. Udolph)
Die selbe Meinung findet man im indogerm. Wörterbuch: grindel und grendel: ahd. grintil, crintil, grindil..........Pfahlwerk usw.
Weiteres: Kopie G.W.B.
GRINDEL, m., altes, im westgerm. weitverbreitetes wort, das mit verschiedenem stammsilbenvocal erscheint; die i-form, ahd. fast allein bezeugt (GRAFF 4, 332) und auch mhd. vielbelegt (mhd. wb. 1, 576a; LEXER 1, 1086), scheint später zurückgedrängt worden zu sein; sie herrscht heute als grindel, gringel im nd., in bair.-österr. maa. und nachbargebieten, findet sich auch im thür., hess., lothr. bis ins schweiz. hinauf; die e-form, die ahd. erst vereinzelt begegnet, hat ihr hauptgebiet im schweiz. und elsäss., erscheint als grendel, grennel, grengel aber auch im schwäb., hess., sowie in nd. maa., namentlich des westens; weiterhin thür., obersächs. bis ins schles. hinüber; differenzierungen der bedeutung sind gelegentlich festzustellen: schweiz. meist grendel 'gatter', grindel 'pflugbaum', genaueres bei STAUB-TOBLER 2, 757; doch läszt sich ein alter bedeutungsunterschied zwischen grindel und grendel nicht mehr erkennen; urspr. offenbar verschiedene stämme, germ. *grindila- und *grandila- (FRANCK etym. wb. 2213 b); über germ. und auszergerm. verwandte s. ebd. und SIEBS Kuhns zs. 37, 322; seltener erscheint als stammvocal ü oder u, vornehmlich österr. (s. u. 5) und westnd.: grundel clatrum DIEFENBACH 126a; obex 387a; obex schulder, regel, grundel; pressulum cleng, grundel, zwingel; vertipellum eyn dorgrundel, der in der want stecket nov. gl. 267a. 290a. 380a aus demselben rhein. glossar (a. 1476). gründel (s. v. succula); ebenso noch heute im Thurgau, STAUB-TOBLER 2, 757; auch hier mag alter ablaut zu grunde liegen, vgl. mnl. grundel, grondel neben grindel, grendel; stellenweise scheint der u-form eine besondere bedeutung zugewiesen.
1. 'ein pfahl, ein baum von mittler stärke'. 3. der riegelbalken; ebenfalls schon ahd.: grintil, crintil repagulum, pessulus, vectis, obex, sera.
4. in weiterem sinne für sperrvorrichtungen verschiedenster art, und zwar wesentlich auf hoch- und niederalem. boden; sera, clausura, claustrum SERRANUS syn. (1579) s. v.; vacerra grendel an dem zaun GOLIUS onom. (1582) 50; grendel = blegi (sperre für zaundurchgänge) MARTINY wb. d. milchwirtsch. 47; 'schlagbaum vor einem thore' (schweiz.) CAMPE; 'hölzernes gitterthor an einer bannscheide' SCHMIDT elsäss. 154a mit alten belegen; 'starkes hölzernes gitterthor'
2) pflugbaum: der pflugbaum oder der grindel ist derjenige theil, mittelst welchem der körper des pfluges in der erde fortgezogen wird THÄR grundsätze 3, 26; so seit alters: grendil grave robur (sc. aratri) WADSTEIN kl. asächs. sprachdenkm. 110, 36 (Oxford. Vergilgl.); grintil temo GRAFF 4, 332; girintal temo DIEFENBACH nov. gl. 360b; das lange holtz, das hinaus gehet wie am wagen die deichsel, und hinden durch die stertze zur lincken handt gehet, daran die löcher sein, nennet man den grengel M. GROSSER anleitung z. d. landwirtsch. (1590) N 3b; in den modernen maa. allgemein gebraucht
5) welle von rädern: grindel, wellbaum an dem mülrad axis rotae aquariae HENISCH 1746; ein neu wasserrad oder gründel bauordn. bei BIRLINGER schwäb.-augsburg. 205b; das wasserrad am halbverkohlten gründel ... war stehen geblieben ROSEGGER I 8, 182; bei ... gebläse-rädern ... nennt man sie (die achsen) vorzugsweise wellbäume oder gründel SCHEUCHENSTUEL österr. berg- u. hüttenspr. 262.
6) der hebelarm eines spannwerkes: sucula grändel, darmit man spannet FRISCHLIN nom. (1586) 268a; grendel: windenzug succula, ergata, machina tractoria HENISCH 1740; s. windenzug th. 14, 2, 297; 'auch der spanner an der armbrust wird grendel genannt (in der Schweiz)' JACOBSSON technol. wb. 2, 150b.
Die CH- Gemeinde Grindelwald "schreibt:
Grindelwald ist eine Gemeinde im Amtsbezirk Interlaken, Berner Oberland in der Schweiz. Der Name Grindelwald ist ein ursprünglicher Flurname und ist aus den althochdeutschen Wörtern grintil (Riegel, Sperre) und walt (Wald).
Ged.Grindel (SO/CH): (Portrait-Geschichte)
http://www.grindel.ch/sitemap/online/navigation4/frame4.cfm?DomainID=410&LanguageID=1&UserID=0&FolderID=0
Grindel (Hamburg): Kopie Wiki:
die Etymologie des Ortsnamens ist unklar. Sie könnte sich auf die natürliche Barriere beziehen die das Wald-Moorgebiete vor Angreifern bot (ahd. Grindel: Riegel, Pfahl, im weiteren Sinne auch Sperrvorrichtungen, Palisadenwerk). Alternativ könnte es sich auch um eine altertümliche Bezeichnung für moorige, sumpfige, von (drainierenden) Fließgewässern durchzogenes Landschaft handeln. Dieses Gebiet wurde u.a. von der alten Isebek nach Norden entwässert.
(der Isebekkanal ist ein knapp drei Kilometer langes Gewässer in Hamburg, das aus einem heute nicht mehr vorhandenen Zufluss der Alster namens Isebek hervorgegangen ist)
(Grindel, Grendel sind auch Fam. Nam. )
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