Der Name Erfurt
Christian Riese
Stadtansicht Erfurt um 1900
Siedlungsgeschichte von Erfurt
Die Stadt Erfurt liegt im sog. Altsiedelgebiet. Daher ist es nicht verwunderlich, dass archäologische
Funde aus nahezu allen ur- und frühgeschichtlichen Abschnitten gemacht
wurden. Eine Zunahme der Funde aus fränkisch-thüringischer Zeit kennzeichnet hier
einen Besiedlungsschwerpunkt, dem die Stadt ihr Aufblühen im frühen Mittelalter verdankt.
Begünstigt wurden Siedlung und Wirtschaft durch eine sehr zentrale und verkehrsgünstige
Lage. Allein drei alte Fernstraßen, die in fast alle Richtungen führten, kreuzten
sich in Erfurt.
Zusätzlich befördert wurde die Entwicklung Erfurts 742 durch die Errichtung eines Bistums
durch Bonifatius. Damit wurde Erfurt auch zum kirchlichen Mittelpunkt des Thüringer
Raums. Zu einem der bedeutendsten Handelsplätze stieg Erfurt seit Anfang des 11.
Jahrhunderts auf.
Die bedeutende Stellung zeigen auch eine fränkische Königspfalz (802) und die Errichtung
einer Burg. Stadtmauern sind erstmals 1066 erwähnt. Die Stadtprivilegien wurden
1157 vom Erzbischof Arnhold von Mainz gewährt. Ende des 12. Jahrhunderts schließlich
wuchs die Stadt aus mehreren Einzelsiedlungen zu einem Komplex zusammen. Um 1200
entwickelte sich eine bürgerliche Selbstverwaltung. Die Universität wurde 1392 gegründet
und war bedeutende Stätte der Humanisten.
Urkundliche Belege / Überlieferung des Namens
Erstmals begegnet der Name der Stadt als das Bistum Erfurt durch Bonifatius gegründet wird:
742 in loco qui nominatur Erphesfurt...
Weitere Belege lauten:
802 in palatio publico Erfesfurt
1244 Erphort.
Eine vermeintlich Erstnennung aus dem Jahr 706 entpuppte sich als eine
Fälschung des 13. Jahrhunderts.
Namenbedeutung von Erfurt
Erfurt ist ein germanischer Name. Ihm liegt ein Wort *erpisa (zu germanisch
*erp(p)a, althochdeutsch erpf) in der Bedeutung "dunkelfarbig, bräunlich, schwarz"
zu Grunde. Zusammengesetzt ist dieses Wort mit dem im altnordischen Wort ford, fort, althochdeutsch furt "Durchgang durch einen Fluss, Furt".
Früher trug die dort fließende Gera offenbar den Flussabschnittsnamen (ein Namen, den nur ein Teil des Gewässers trug) *erpisa, der in der Zusammensetzung
mit -furt zum Ortsnamen wurde. Erfurt ist also der "Ort an der Furt durch die (dunklen) Erpisa".
Nicht auszuschließen, aber unwahrscheinlich, ist auch, dass es sich im Bestimmungswort
um einen Personennamen handeln kann, denn -furt-Namen sind oft mit Personennamen
gebildet. Das -es- in den frühen urkundlichen Belegen kann hier auf einen stark
flektierenden Namen hindeuten. In diesem Fall hätten wir würde Erfurt die "Furt des Erp(f)" bedeuten.
Trivia
Erfurt begegnet als Strassenname in Palm Bay (USA) und in Laurel (Maryland, USA).
Einige der wichtigsten deutschen Ortsnamen haben wir hier für Sie erklärt:
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