Der Name Mainz
Christian Riese
Stadtansicht von Mainz 1572
Siedlungsgeschichte von Mainz
Siedlungsspuren finden sich in Mainz bereits seit der späten Laténezeit (5.–1. Jahrhundert
v. Chr.). Kurz vor der Zeitenwende wurde hier ein römisches Legionslager gegenüber
der Mainmündung angelegt, das in den folgenden Jahrhunderten stetig erweitert wurde.
Stationiert waren hier die römischen Legionen XIV Germania und XVI Gallica. Ein
Einfall der Chatten im Jahr 39 führte unter Caligula zu einer Truppenkonzentration.
Die bisher in Holz und Erde ausgeführte Anlage wurde nun in Stein umgebaut. Mit der
Errichtung des Limes 83/85 rückte Mainz ins sichere Hinterland, was zur Konsolidierung
der Siedlung beitrug. Noch vor 92 wurde der Heeresdistrikt in die römische Provinz
germania superior umgewandelt.
Schon 297 wird Mainz als civitas bezeichnet. In der Zeit zwischen Antike und frühem
Mittelalter (4.–7. Jh.) aber erlebte die Siedlung einen Niedergang. Erst in der Merowingerzeit
(5.–8. Jh.) konnte sich die Stadt erholen und mit der Einrichtung des Erzbistums
746/47 durch Bonifatius wurde Mainz zum dem kirchlichen Zentrum Deutschlands, was
es über die folgenden Jahrhunderte blieb.
Urkundliche Belege / Überlieferung des Namens
Erstmals wird der Name der Stadt beim römischen Senator und Historiker Taciuts im
1. Jahrhundert nach Christus in der Form Mogontiacum überliefert.
628 erscheint der Name in einer Fälschung vom Ende des 10. Jahrhunderts als Actum Mogontie palatio
nostro.
748 heisst es Actum Mogontiae civitatis publice.
Namenbedeutung von Mainz
Mainz ist eine Bildung mit dem galloromanischen Suffix -(i)acum, das Besitz
und Zugehörigkeit ausdrückt. Dabei tritt das Suffix meist nicht an germanische Personennamen an,
sondern an lateinische oder keltische. Durch die Verwendung des Suffixes
werden die Personennamen verkürzt und wechseln ins neutrale Geschlecht über. Es werden
sog. Ellipsen gebildet, denen ein Namenglied in der Mitte verloren gegangen ist.
Moguntiacum steht hier eigentlich für fundus Mogontius; der Name bedeutet also das "Gut des Mogontius".
Möglich ist auch, dass es sich um einen gallischen Götternamen
Mogons handelt (auf den sich aber auch der Personename bezieht).
Die moderne Namenform Mainz ist durch Schwund des Suffixes -(i)acum, Ausfall des -g- und
Akzentverlagerung bei der Aussprache auf die erste Silbe entstanden.
Trivia
Der Name des Flusses Main ist durch Anlehnung an Mainz entstanden, obwohl der Main
auf *Moinos zurückgeht und etwas völlig anderes bedeutet.
Einige der wichtigsten deutschen Ortsnamen haben wir hier für Sie erklärt:
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