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Ich
Gast
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Verfasst am: Di Nov 01, 2005 6:52 amEndung -gast |
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hallo leute,
ich hab da mal ne frage, die mich schon seit einiger zeit beschäftigt und ich hoffe ihr könnt mir helfen. und zwar geht es um die städte velgast, wolgast und negast. alle liegen in meck-pom und ich frage mich, was die endung -gast mit einer stadt zu tun hat? woher kommt das?
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tommy
hoch qualifiziert

Anmeldungsdatum: 06.12.2004 Beiträge: 843 Wohnort: Kuala Lumpur
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Verfasst am: Mo Nov 07, 2005 8:25 am |
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Hallo,
in der Tat, es lässt sich nicht verleugnen dass diese Namen ähnlich ausschauen. Mir fällt dazu spontan noch der Ort Radegast ein.
Bei Wolgast ist es so, dass dem Ort ein Personenname zugrunde liegt. Er geht auf einen altpolabischen Rufnamen Voligost zurück (nach Duden, Berger).
Die Polaben war ein slawische Stamm der an der Elbe siedelte (=po labe). Und auch bei denen war es so, dass die Rufnamen i.d.R. zweigliedrig waren. Bei -gost handelt es sich also um eine Namenglied, das auch zur Bildung anderer Rufnamen genutzt werden konnte.
Es ist immer win Wagnis Ortsnamen ohne Belege zu deuten, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass auch einige der anderen Ortsnamen auf Personennamen gründen, die ein -gost im Zweitglied hatten.
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Gast
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Verfasst am: Mo Nov 07, 2005 11:12 am |
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Die Endung -gost, oder -gast kommt in allen westslawischen Siedlungsgebieten von der Schleswig-Holstein bis nach Bayern vor. Diese Endung war übergreifend auf alle unterschiedlichen Sprachgruppen bei den Westslawen. So gehören z.B. auch die Orte Marktschorgast bei Bayreuth (Bayern) und Rodias, sowie Rodigast zwischen Weimar und Jena (Thüringen) zu dieser Namenfamilie.
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Gast
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Verfasst am: Mi Nov 16, 2005 10:55 pm |
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Aber wie passen dann die Ortsbezeichnungen Dangast oder Upgast in Ostfriesland zu den Deutungen, es könne sich um westslawische Siedlungen handeln?
Holger Lühmann
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tommy
hoch qualifiziert

Anmeldungsdatum: 06.12.2004 Beiträge: 843 Wohnort: Kuala Lumpur
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Verfasst am: Di Nov 22, 2005 6:40 am |
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| Anonymous hat folgendes geschrieben:: | Aber wie passen dann die Ortsbezeichnungen Dangast oder Upgast in Ostfriesland zu den Deutungen, es könne sich um westslawische Siedlungen handeln?
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Mit Ihren Zweifeln liegen Sie sicher richtig. Wenn Sie fragen wie passen "Dangast oder Upgast in Ostfriesland " dazu würde ich spontan behaupten "garnicht".
Um deren Bedeutung zu ergründen brauchen wir entweder einen Experten für das Friesische, oder alte Belege oder am besten beides.
Dass es sich dabei noch um slawische Ortsnamen handelt möchte ich nämlich auch bezweifeln. An der Elbe war für die Slawen im Großen und Ganzen Schluss.
(Als Westslawen bezeichnet man übrigens diejenigen slawischen Stämme, die von uns aus gesehen im Osten liegen, also Polen, Tschechen usw., im Gegensatz zu den Ostslawen, noch weiter östlich. Das nur am Rande.)
Da sind wir jetzt also genauso schlau wie vorher...
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Gast
Gast
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Verfasst am: Di Dez 06, 2005 8:57 am |
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kann man die endung -gost bzw. -gast denn irgendwie übersetzen? so in die richtung "dazugehörig" oder so ähnlich?
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Strupanice
interessiert

Anmeldungsdatum: 19.12.2005 Beiträge: 12 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Mo Dez 19, 2005 7:29 am |
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Es ist sehr unwahrscheinlich, daß die -gost Endungen im Friesland etwas mit den slawischen -gost oder gast-Endungen zu tun haben. Dies ist eher zufällig, daß es solche ähnlichen Endungen gibt. Im Slawischen bedeutet -gost/-gast soviel wie "die Neuankömmlinge", die "Gäste". Der Wortstamm ist u.a. auch heute noch im slawischen Wort "Gostinica" = Hotel zu finden.
Ich beschäftige mich speziell mit den Orten Rodigast/Rodias im Raum Jena.
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Gast
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Verfasst am: Mo Dez 19, 2005 10:02 am-gast in Ortsnamen |
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Die Endung -gast in friesischen Ortsnamen (Dangast usw., es gibt über 20 davon) ist die friesische Entsprechung zum Substantiv "Geest" und bedeutet soviel wie "hochgelegenes Ackerland".
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