Flurname POPPENwald

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neugierig
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Hallo Namenskundige,

hat jemand evtl. Hinweise/ Literatur etc. zur Namensgebung POPP/ POPPE, welcher aus der Zeit VOR 1500 stammt?
Gesucht sind Möglichkeiten zur Herkunft des Namens "Poppenwald" bzw. früher "Poppenholz" welcher schon seit mind. dem Jahre 1478 so genannt wird. Es ist ein Waldstück in der westerzgebirgischen Region - bei Bad Schlema. Ich wohne hier und bisher konnte es mir noch niemand erläutern, wie der Wald zu seinem Namen kam. Ich habe die alten Schriften studiert, aber nichts finden können, was auf Schreibvarianten hindeutet > schon immer Poppenwald genannt.

Als eine Variante wurde mir der Vorname "Poppo" = Kurzform von Volkmar genannt. Aber ob das so in die Richtung geht?

Wer kann helfen? Ich freue mich über jeden Hinweis!

Danke sehr!

User offline. Last seen 5 Tage 23 Stunden ago. Offline
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van Ysenberg schrieb:

Hallo Namenskundige,

hat jemand evtl. Hinweise/ Literatur etc. zur Namensgebung POPP/ POPPE, welcher aus der Zeit VOR 1500 stammt?
Gesucht sind Möglichkeiten zur Herkunft des Namens "Poppenwald" bzw. früher "Poppenholz" welcher schon seit mind. dem Jahre 1478 so genannt wird. Es ist ein Waldstück in der westerzgebirgischen Region - bei Bad Schlema. Ich wohne hier und bisher konnte es mir noch niemand erläutern, wie der Wald zu seinem Namen kam. Ich habe die alten Schriften studiert, aber nichts finden können, was auf Schreibvarianten hindeutet > schon immer Poppenwald genannt.

Als eine Variante wurde mir der Vorname "Poppo" = Kurzform von Volkmar genannt. Aber ob das so in die Richtung geht?

Wer kann helfen? Ich freue mich über jeden Hinweis!

Danke sehr!

 

 

Hallo,

 

vorweg dies: Wenn man alles durchgelesen hat, kommt man zum Schluss: Hk./Bt. nicht 100% geklärt.

Der Lorenzstein im Poppenwald......Der Name leitet sich aus dem niederdeutschen Wort Pfaffe ab und deutet an……………

http://www.stefan-espig.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12&Itemid=66

In meinen Beiträgen „Wege im Poppenwald“ und „Ein Bach mit vier Namen“, ... Im März 1478 verkaufte Friedrich von Schönburg das „Poppenholz“ an den .....

Schon bei der ersten urkundlichen Erwähnung wird der Poppenwald als Poppenholz bezeichnet. Diese Namensnennung finden wir in der Zwickauer Chronik…….

Im März 1478 verkaufte Friedrich von Schönburg das „Poppenholz“ an den Zwickauer Amtmann Martin Römer. Bis zum Verkauf war das „Poppenholz“ also im Besitz der Schönburger

Nr. 19: Wir haben den Poppenwald erreicht. Im früher als Poppenholz bezeichneten Wald finden wir eine Vielzahl von Namen…………….

http://www.heimatverein-wildbach.de/seite_prinzenhoehle.htm

http://www.heimatverein-wildbach.de/seite_alte%20und%20neue%20Flurnamen.htm

http://freiepresse.katalog-software.de/ElKat_exp_309/html/10010.html

Die heute als "Poppenwald" bekannte Landschaft besteht eigentlich aus drei aneinander grenzenden Waldgebieten: Den rechts der Mulde gelegenen und flächenmäßig größten Hartensteiner Forst sowie das am linken Ufer gelegene Forstrevier Stein und den eigentlichen, namengebenden Poppenwald. Dieser bedeckte früher den gesamten linken Talhang der Zwickauer Mulde zwischen Niederschlema und Wildbach, ist heute jedoch deutlich kleiner. Der Name leitet sich aus dem niederdeutschen Wort Pfaffe ab und deutet an, das sich der Wald in Kirchenbesitz befindet. Bereits im Jahre 1478 erwarb ihn die Zwickauer Kirche von den Schönburgern…………………..

http://de.wikipedia.org/wiki/Poppenwald

Einzelnachweise beachten

ZU Poppe u.ä.,auch lesen:

http://www.onomastik.com/forum/popendiker.php

Denn nicht alle Flurnamen leiten sich auf/von Pfaffe(Pfarrer) ab. Teilw. ist Poppe od. Poppo auch eine Poppe/Poppo, eine Lallnamen, der von Robert, aber auch von Folkmar abgeleitet sein kann. Dies jedoch mehr im Fries.- Ostfriesraum.

Die Lippischen Familiennamen: mit Berücksichtigung der Ortsnamen: Poppe- Bodbert

http://sho.rtlink.de/Poppe2

Im G.W.B. steht noch: poppe, boppe, m., eigentlich die Koseform von Jacob.

Ein weiteres Beispiel dieser Namen auf Poppe: 6. Poppenweiler (Po). Die Erstnennung des seit 1975 zu Ludwigsburg gehörenden Ortes erfolgte im Jahre 1122 als Bobbenvilare (1275 Boppen)………

http://sho.rtlink.de/Poppe

 

Oder: Poppenreuth gemeinhin die Rodung einen Poppo. Poppen ist der Genitiv von Poppo und das war ein Eigenname. Früher waren die Leute wichtig, nicht die Orte... man ist also zu dem der der Gründer oder Sippenältester war gegangen und die Siedlung ist nach ihm benannt worden. ...

http://www.boari.de/flurnamen/kammerstein/poppenreuth.htm

Evtl. noch ein Buchtipp: Rätselhafter Poppenwald:

http://www.weltbild.ch/3/17236039-1/buch/raetselhafter-poppenwald.html

User offline. Last seen 7 Jahre 45 Wochen ago. Offline
neugierig
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Diese Artikel sind mir großen Teils bekannt. Einiges ist jedoch schlicht schlecht recherchiert oder falsch, denn der Poppenwald war z.B. niemals größer als er jetzt ist und wurde schon BEVOR er Kirchenwald wurde Poppenwald genannt! Dies ist fakt & somit kommt "Pfaffe" nicht in Frage, als Ableitung; zumal diese Begriff hier in unserer Gegend nicht geläufig war.

Aber der Beitrag zu Poppenreuth war sehr hilfreich! Der Mittelteil unseres Ortes war die GEMEINDE also Allen gehörig = popularis. Vielleicht war ein Teil des Waldes nicht nur der Herrschaft Stein zugehörig, sondern auch der Gemeinde ...  ?

 

User offline. Last seen 5 Tage 23 Stunden ago. Offline
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van Ysenberg schrieb:

Diese Artikel sind mir großen Teils bekannt. Einiges ist jedoch schlicht schlecht recherchiert oder falsch,

 

 

Hallo,

 

tja....ich hatte ja nicht umsonst geschrieben:

Wenn man alles durchgelesen hat, kommt man zum Schluss: Hk./Bt. nicht 100% geklärt.

Ob evtl. ein "Zusammenhang" zu den Poponnen besteht.....Wobei ohne schriftliche Aufzeichnungen ist alles reine Spekulat..

 

Zu einem Artikel in WikPedia steht jedoch: Ein erst kürzlich bearbeiteter Beitrag „Poppenwald“ bei „Wikipedia“ will uns weismachen…………………………..

Nachdem wir unsere Aufmerksamkeit der Mulde gewidmet haben, wenden wir uns nun dem Poppenwald zu. Hier ist es als erstes angezeigt, mit großen Ungereimtheiten, das Territorium des Poppenwaldes betreffend, aufzuräumen. Dies wird noch einmal für unsere Nachweisführung von Bedeutung sein. Ein erst kürzlich bearbeiteter Beitrag „Poppenwald“ bei „Wikipedia“ will uns weismachen, dass der Hartensteiner Forst und der Steinwald zum Poppenwald gehören und somit diesen Namen tragen. Der Gipfel des Unsinns ist, die Schloßruine Hartenstein in den Poppenwald zu verlegen. Dies ist alles schlichtweg falsch. Es wird auch nicht richtiger, wenn aus „Werte der Heimat Band 31 – Zwischen Zwickauer Mulde und Geyerschem Wald“ falsche Schlussfolgerungen gezogen wurden.

Unser Poppenwald hatte ursprünglich eine Größe von 130 ha. Heute, im Jahre 2012, hat der Poppenwald nach Aussage der Revierförsterin Frau Reuter eine forstwirtschaftliche Nutzfläche von 80 ha. Die restlichen 50 ha werden von ehemaliger Industriebebauung, Eisenbahntrasse, Talstraße, Uranbergbau einschließlich Folgeeinrichtung, Gartenanlage und weitere kleine Flächen beansprucht.

Schon bei der ersten urkundlichen Erwähnung wird der Poppenwald als Poppenholz bezeichnet. Diese Namensnennung finden wir in der Zwickauer Chronik. Für das Jahr 1478 steht u. a. folgendes geschrieben:

„Am 24. März diesen Jahres kaufte Martin Römer von Friedrich von Schönburg zu Glauchau das Poppenholz bei Wildbach mit den Gerichts- und Jagdrechten außer der hohen Jagd für 600 Gulden.“

Der Namen „Poppenholz“ ist mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn auch nicht belegt, in den Jahren nach der Gründung des Klosters Zelle entstanden. Wer ins Kloster wollte oder musste, wie zum Beispiel Mönche, Pilger, Handwerker oder abgabepflichtige Bauern, zog durch das Poppenholz oder sie hatten vom Wacholderberg, in dessen Nähe der über die Furt bei Schloss Stein kommende Weg zum Kloster die Straße nach Nürnberg kreuzte, eine gut Sicht auf das imposante Waldgebiet des Poppenholzes.

30 Jahre vor dem Verkauf des Poppenholzes an Martin Römer saß Kunz von Kaufung auf Burg Stein. Er war Lehnsmann der Schönburger. Von 1448 bis 1450 war er Herr über Stein und den dazu gehörigen Dörfern Wildbach und Langenbach mit Lerchenberg. Ebenso zählten der Steinwald und das Poppenholz zu seinem Besitz. In diesen zwei Jahren – nach der „Lindenauer Nahme“ wurde ihm des Lehen gekündigt – hatte er bestimmt einen guten Überblick über seinen relativ kleinen Besitz, den er in unserer Gegend hatte. Er kannte mit Sicherheit die durch bäuerliche-bergmännische Tätigkeit aufgefahrenen Stollen und Mundlöcher. Auch seine Verbündeten werden Kunzens Besitz gut gekannt haben. Wilhelm von Schönfels und Wilhelm von Mosen haben den exponierten Stollen an der Straße nach Franken schon vor der Entführung in Augenschein nehmen können.

Usw..

 

http://www.heimatverein-wildbach.de/seite_prinz-ernst-stollen.htm

 

Mir pers. erscheinen die Ausführungen des Heimatverein sehr aufschlussreich zumal auch Qellen genannt werden.

Und was korrekt ist od. nicht; damit sollen sich die Forscher in Sachsen befassen.

Der (Flur) Name -holz, -wald ist ja sinnverwandt.

Abgesehen davon ist der Fam. Nam. POPPE im S.-Vogtlandkreis bereits a. 1461, und POPPO 1261 belegt (Im  Erzgebirgskreis ist der Name POPPE i.d.h.Z. nicht mehr verz.) Und auch da ist man der Meinung: Etyml. nicht geklärt. I.A. geht man von einem Rufnamen aus (Poppe/Poppo).

User offline. Last seen 4 Jahre 31 Wochen ago. Offline
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Ist es völlig unmöglich, dass Poppen für Buben steht?  Das wären slawische Hörige der Klöster gewesen, die im Wald arbeiten mussten.

User offline. Last seen 5 Tage 23 Stunden ago. Offline
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rosi schrieb:

Ist es völlig unmöglich, dass Poppen für Buben steht?

 

 

Ja