Stöcker

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Hallo und Guten Morgen was bedeutet der Familienname Stöcker und woher kommt her? (Ich glaube, es hat was mit Stock zu tun). Mit freundlichen Grüßen Sachsen1

User offline. Last seen 5 Jahre 41 Wochen ago. Offline
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Hallo Sachsen,

nachweisen lassen sich knapp 3000 Namenträger Stöcker in ganz Deutschland. Das ist eine Menge und die gibt es überall, etwas dominanter aber v.a. im Westen und im Süden.

Mein Bahlow stellt Stöcker im obderdeutschen Raum in erster Linie zu Örtlichkeiten Stock, Stocken, Stöcken. Das waren Stellenbezeichnungen im/am Wald, die durch Wurzeln und Baumstümpfe geprägt sind. Jemand, der dort lebte, konnte also Stöcker genannt werden.

Also, ja, es hat dann etwas mit Stock zu tun.

LG

User offline. Last seen 15 Stunden 26 Minuten ago. Offline
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Sachsen1 schrieb:

  Hallo und Guten Morgen was bedeutet der Familienname Stöcker und woher kommt her? (Ich glaube, es hat was mit Stock zu tun). Mit freundlichen Grüßen Sachsen1

 

Hallo,

bie Stöcker handelt es sich auch um eine Form/Schreibweise von STOCKER.

Stocker und Stöcker sind Amtsnamen zu/von mhd. stocker= Stock; für einen Gefängniswärter.

Auch teilw. Hkn. zu den X- fachen ON Stock.

Und lese mal dazu auch was im G.W.B. steht: (KOPIE)

 

stocker, stöcker:

1) dasselbe wie 1stock m. 1; vgl. die zusammensetzung: prumlen durch eynander, wie die hurnüszen in eim alten felber stocker Iudas Nazarei 40 neudr.
a) ein niedriger sessel ohne lehne (auch als deminut. schdokarl Castelli 237), in anlehnung an das vorige: wenn ihre tochter ein stocker hätte — das ist wie es im französischen liegt: que votre fille eut le tabouret — und, so wie es liegt, würde es für den deutschen zuschauer non sense seyn, der es nicht weis, dasz in Frankreich den fürstinnen bei gewissen gelegenheiten ein stocker gesetzt wird Sonnenfels wienerische schaubühne 3, 9 Wien. neudr.; was für ein vortheil, anderswo einen stocker zu haben, wenn man zu hause auf einen guten lehnstuhl sitzen kann ebenda.
b) übertragen und in anlehnung an 4stocken verb.: ein kleiner untersetzter mensch (in der form stockart Loritza idiot. vienn. 126), besonders aber in der bedeutung von stock 7 als bezeichnung eines sich schwerfällig oder gar tölpelhaft benehmenden menschen Vilmar-Pfister 288. dann überhaupt als ein name des berufsmäszigen possenreiszers (der oft von zwerghafter miszgestalt war): mancher gehet zum wein, spielet, singet, bestellet stocker, reiset vber land Mathesius Syrach 2, 133b; narren, stockern ... grosz gut und gelt auszstrewen Sarepta 48b, vgl. Westphal hoffarts teuffel (theatrum diabol. 2, 18a); daselbst trat vor des königs tisch ein deutscher stocker, denselben hielt man für einen edelmann, derselbe recitirte etliche deutsche reime. nach dieser erzählung brachte der stocker viel dings für von Matthiä groszem lobe Schickfusz schlesische chronica 1, 157; du hattest keine lust an stokkern, narren, thoren Scherffer grabschrift 56 (vgl. Drechsler 253). s. auch unten stocknarr.
2) stocker, einer, der ausstockt und die stöcke oder wurzeln der gefällten bäume ausrodet Tobler Appenz. sprachschatz 410a; vgl. 1stocken verb. I 1 und die zusammensetzung ausstocken (th. 1 sp. 989) wohl unter dem einflusz von lat. extirpare; dazu ausstocker m. Stieler 2162.
3) stocker, doch gewöhnlich mit umlaut stöcker dasselbe wie unten stockmeister, zu oben 2stocken, stöcken verb.: stocker angardus Diefenbach gloss. 34c, apparitor (42a), tortor (589c), schucze vel stocker spiculator (546c); stocker und stöcker lictor (328c); stöcker ergastularius, carcerarius, lorarius, janitor carceris, curam captivorum gerens Stieler 2162 (dazu ebenda das fem. stöckerin, die frau des stöckers); hierher auch der personenname Stöcker (Stocker): wart her Johan ... in der kirchen gefangen in der metten mitten richterboden ind mit den stoeker städtechron. 13, 60; (er wurde) am gericht durch unsern stöckern geruffen (und) durch den stöcker sein bürgerrecht öffentlich genommen Frankfurter reformation 10, 6; von künftigem montag (wird) der stöcker herumfahren, die nicht mit solchen zeichen versehene hunde schlagen Beyerbach verordnungen d. reichsstadt Frankfurt 11, 3132 (vom j. 1805) — als schelte: unssere tyrannen und vorfurer, bapst, bischoff, mit yhren stockern und henckern, den officialen Luther 8, 160 Weim.; dazu ein mörder und stöcker ist der eltern 8, 379b.
4) als thiername; so in Steiermark bezeichnung der stokente (s. oben) quelle von 1882 bei Unger-Khull 579a; dasselbe wie oben stockaar: habich, stocker asturco Diefenbach glossar 57a (kaum verderbt aus stockaar, sondern allgemein 'vogel, der sich gern auf alten baum stöcken niederläszt'); in der umgelauteten form stöcker als name der makrelenartigen carangidae (Brehm 8, 90 Pechuel-Lösche) mit rücksicht auf ihren spindelförmigen, stockartigen

(vgl. 1stock m. 2) leib, besonders von caranx trachurus L.
5) wie oben stocher, auf grund von ndd. stöker (rude vel stoker, darmit men de plochschar rein maket ralla Diefenbach gloss. 483b): stocker ralla Frisch ebenda.
6) zu 1stocken verb. iii 8. haesitare; wie unten stotterer: stocker haesitor Stieler 2162, dazu ebenda das fem. stockerin faemina haesitans, titubans, offendens, impingens.