Famiienname Drobela

5 Antworten [Letzter Beitrag]
User offline. Last seen 1 Jahr 1 Woche ago. Offline
interessiert
Beigetreten: 11.05.2009
Beiträge: 14

Hallo,

wollte für eine Bekannte nach Ursprung und Bedeutung des Nachnames DROBELA fragen.

Eine Vermutung ist slawischen Ursprungs, vielleicht Slowakei oder Kroatien,  durch Zuzug.

Näheres ist nicht bekannt.

Schon jetzt besten Dank für Eure Meinung dazu.

Beste Grüße

Gerd

User offline. Last seen 6 Tage 41 Minuten ago. Offline
Experte!Moderator
Beigetreten: 31.12.2005
Beiträge: 4594

Regenbogen schrieb:

Hallo, wollte für eine Bekannte nach Ursprung und Bedeutung des Nachnames DROBELA fragen. Eine Vermutung ist slawischen Ursprungs, vielleicht Slowakei oder Kroatien,  durch Zuzug. Näheres ist nicht bekannt. Schon jetzt besten Dank für Eure Meinung dazu. Beste Grüße Gerd

 

Hallo

Du wirst verstehen, dass die Angaben Deiner Bekannten, nicht zu einer aussagekräftigen Etym. des Namens führen (pers. Ahnenforschung ist da unerlässlich).

In D sind rund 10 Einträge, in 10 vers. Landkr., zum Namen Drobela verz..

In A sind es auch rund 10 Einträge (Burgenland).

Keine Einträge in F, LX, den NL, BE, CH und Italien.

Einträge bei den Mormonen: z.B. Georgius Drobela, 16 April 1766, Lamač, Bratislava, Slovakia.

Vermutlich Übername zu/von slaw. drobek, drobic= krümeln, bröckeln (etwas kleines) (Tsch./Slowak. drobeček). drobk, drob= das Krümchen; etwas kleines. Oder Slaw. drob und drobny, klein oder zerstückelt. Aso. drob= klein(es).

Der Name Drobek z.B. ist in Tsch. rund 130 mal verz..  In PL sind es rund 850 Einträge zu Drobek und rund 350 zu Namen Drob. Der Name Drob ist z.B. in PL bereits a. 1398 belegt.

User offline. Last seen 5 Jahre 13 Wochen ago. Offline
neugierig
Beigetreten: 27.06.2016
Beiträge: 2

Hallo Tarzius,

danke für deine Erklärungen! Ich bin die fragliche Bekannte wink

Zum Namen DROBELA habe ich schon einiges recherchiert, es deckt sich im Wesentlichen mit dem, was du schreibst.

Alle heutigen Namensträger in Deutschland lassen sich auf Ahnen in Ostsachsen (Meißen und Großenhain) zurückführen (weiter als bis zum späten 19. Jahrhundert bin ich noch nicht zurückgekommen). Die Namensträger in Österreich im Burgenland sind in genau der Ecke angesiedelt, wo es historisch slowakische und ungarische Besiedlung gibt. Lamač, heute Bratislava, Slowakei, liegt nur ca. 20 Kilometer von Kittsee (heute Österreich, früher slowakisch Kopčany, ungarisch Köpcsény, kroatisch Gijeca) entfernt. Aus Kittsee als Köpcsény gibt es auch alte Aufzeichnungen mit dem Namen Drobela.

Andere Schreibweisen finden sich über die Slowakei und Kroatien verteilt (ohne klares Zentrum): Drobella, Drbula, Drobila, Trobala, Trobela, Trubela, Trubella, Trubila und Drbul. Für letzteres findet man ca. 550 Einträge bis zurück zu 1689, für Drabalek, Drbal, Drbulik bis 1609.

Ein slawischer Ursprung des Namens war damit auf jeden Fall am wahrscheinlichsten. Die Namensträger in Deutschland kamen aus dem Osten

Was die Bedeutung des Namens angeht, tappte ich aber bislang im Dunkeln. Ich habe von Namenkunde nur laienhafte Kenntnisse, und im Slawischen kenne ich mich jenseits von etwas Russisch aus Schulzeiten nicht aus.

Über eine Erklärung zu "Kosmala" (wonach ich neulich gesucht hatte) konnte ich via Analogieschluss eine These aufstellen (Laie wie ich bin). Dies sei ein Übername zu tschech. kosmac "Strobel- / Strubbelkopf" / poln. kosmal "zottiger Mensch" (Quelle: http://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=975). Und wenn ich nun bei Drobela zu "Drobec" im Slowakischen suche, schlägt mir dict.cc "kleines" oder "kleines Kind" vor (Quelle: http://browse.dict.cc/slowakisch-deutsch/drobec.html)

In Polen war ich bei der Suche nicht erfolgreich (jedenfalls zu Drobela), ich war mir bei Drobek nicht sicher, ob das zusammengehört.

Ergibt das soweit Sinn? Bezieht sich der Namen dann auf einen besonders kleinen Menschen?

Danke!

User offline. Last seen 6 Tage 41 Minuten ago. Offline
Experte!Moderator
Beigetreten: 31.12.2005
Beiträge: 4594

tante-c schrieb:

Hallo Tarzius, danke für deine Erklärungen! Ich bin die fragliche Bekannte wink Zum Namen DROBELA habe ich schon einiges recherchiert, es deckt sich im Wesentlichen mit dem, was du schreibst. Alle heutigen Namensträger in Deutschland lassen sich auf Ahnen in Ostsachsen (Meißen und Großenhain) zurückführen (weiter als bis zum späten 19. Jahrhundert bin ich noch nicht zurückgekommen). Die Namensträger in Österreich im Burgenland sind in genau der Ecke angesiedelt, wo es historisch slowakische und ungarische Besiedlung gibt. Lamač, heute Bratislava, Slowakei, liegt nur ca. 20 Kilometer von Kittsee (heute Österreich, früher slowakisch Kopčany, ungarisch Köpcsény, kroatisch Gijeca) entfernt. Aus Kittsee als Köpcsény gibt es auch alte Aufzeichnungen mit dem Namen Drobela. Andere Schreibweisen finden sich über die Slowakei und Kroatien verteilt (ohne klares Zentrum): Drobella, Drbula, Drobila, Trobala, Trobela, Trubela, Trubella, Trubila und Drbul. Für letzteres findet man ca. 550 Einträge bis zurück zu 1689, für Drabalek, Drbal, Drbulik bis 1609. Ein slawischer Ursprung des Namens war damit auf jeden Fall am wahrscheinlichsten. Die Namensträger in Deutschland kamen aus dem Osten. Was die Bedeutung des Namens angeht, tappte ich aber bislang im Dunkeln. Ich habe von Namenkunde nur laienhafte Kenntnisse, und im Slawischen kenne ich mich jenseits von etwas Russisch aus Schulzeiten nicht aus. Über eine Erklärung zu "Kosmala" (wonach ich neulich gesucht hatte) konnte ich via Analogieschluss eine These aufstellen (Laie wie ich bin). Dies sei ein Übername zu tschech. kosmac "Strobel- / Strubbelkopf" / poln. kosmal "zottiger Mensch" (Quelle: http://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=975). Und wenn ich nun bei Drobela zu "Drobec" im Slowakischen suche, schlägt mir dict.cc "kleines" oder "kleines Kind" vor (Quelle: http://browse.dict.cc/slowakisch-deutsch/drobec.html) In Polen war ich bei der Suche nicht erfolgreich (jedenfalls zu Drobela), ich war mir bei Drobek nicht sicher, ob das zusammengehört.

Ergibt das soweit Sinn? Bezieht sich der Namen dann auf einen besonders kleinen Menschen?

Danke!

 

Hallo

Über eine Erklärung zu "Kosmala" (wonach ich neulich gesucht hatte) konnte ich via Analogieschluss eine These aufstellen (Laie wie ich bin). Dies sei ein Übername zu tschech. kosmac "Strobel- / Strubbelkopf" / poln. kosmal "zottiger Mensch" (Quelle: http://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=975). Und wenn ich nun bei Drobela zu "Drobec" im Slowakischen suche, schlägt mir dict.cc "kleines" oder "kleines Kind" vor (Quelle: http://browse.dict.cc/slowakisch-deutsch/drobec.html)

In Polen war ich bei der Suche nicht erfolgreich (jedenfalls zu Drobela), ich war mir bei Drobek nicht sicher, ob das zusammengehört. Ergibt das soweit Sinn? Bezieht sich der Namen dann auf einen besonders kleinen Menschen?

Der Name Drobek hat die selbe Etym.., da er ja aus Drob- und dem Suffix, der Namensendung -ek besteht.

M.M. n. ist folgende, bereits erwähnte Etym. die eben Treffendste: Vermutlich Übername zu/von slaw. drobek, drobic= krümeln, bröckeln (etwas kleines) (Tsch./Slowak. drobeček). drobk, drob= das Krümchen; etwas kleines. Oder Slaw. drob und drobny, klein oder zerstückelt. Aso.= drob= klein(es).

Hinzu kommt eben noch eine weitere Etym. und die wäre zu/von drop (dróp)= Geflügel.

Ergibt das soweit Sinn? Bezieht sich der Namen dann auf einen besonders kleinen Menschen?

Was die Motivation dieser Etym. anbelangt so dürfte es sehr schwer sein, dies herauszufinden. Ahnenforschung hin oder her. Deine Interpret. des Namens ist m.M.n. korrekt.

Da Du Dich nun auch sehr ausführlich zum Namen geäussert hast, möchte ich noch ergänzend erwähnen, dass der von Dir angegeben Ort auch von Kroaten besiedelt wurde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lama%C4%8D

(Angaben ohne Gewähr)

Des Weiteren bin ich jedoch der Meinung, dass es sich bei DROBELA um eine Form /Schreibweise des PL Namen DROPALA handeln kann. Die Etym. ist die selbe. Bei der Namensendung –ala (PL- ała) handelt es sich um ein Suffix/Namensendung so wie z.B. im Dt. –er, -chen, -ling., -ke oder –mann usw. Der Name Dropała ist in PL noch rund 100 mal verz.. Die meisten Einträge in Strzelce Opolskie. Was auch Schlesien ins Spiel bringt.

Weitere Formen und Schreibweisen, mit der Selben Etym., sind z.B. Drob-ig, Drob-itz, Drobba, Drop-ek, Drop-ic usw..

Die von Dir angegeben Schreibweise Trobal(l)a z.B., also diese Schreibweise würde Richtung Spanien führen.

Die Etym. des Namens Kosmala ist soweit korrekt., denn PL kosmal bt. zottiger Mensch, Zottelkopf, jedoch auch junger Mensch, Junge.

Zitat: Übername zu altpoln. kosmal "Abgabe für Mahldienste in Gestalt einer Schüssel Mehl":

Also diese Angaben sind m.M.n. "rei erfunden".

Jedoch kann man von Drobela nicht auf Kosmala schliessen.

Zu Kosmac noch: verändert man die Schreibweise nur leicht in Kosmač so ist die Hk. des Namens z.B. in Slowenien zu finden.

Der Name Kosmac ist in der Tschech.-Republik gerade mal 5 mal verz..  In PL, in der richtigen, PL- Schreibweise KOSMACZ, ist der Name rund 220 mal verz.. Und pl.(app.) kosmac bt= Mensch mit zerzausten Haaren. Das Adj. kosmaty bt. zottig, wuschelig. Und die Hk. des Namens ist nicht die Tsch. –Republik (der Tsch. -Sprache) sein sondern eben PL bzw. in der PL-. Sprache zu finden.

Noch etwas zu dem erwähnten Eintrag bei den Mormonen: Georgius Drobela, 16 April 1766, Lamač, Bratislava, Slovakia. Ich bin der Meinung, dass wenn es sich hier um einen Slowaken gehandelt hätte, der Vorname kaum Georgius gewesen wäre. Da dies mit Sicherheit kein Slowakischer Name bzw. eine Slowakische Schreibweise des Namens Georgius ist.

Ich hoffe, dass Du mit Deiner Ahnenforschung noch ein Stück weiter zurück kommst und evtl. alternative Schreibweisen des Namens Drobela gefunden werden.

User offline. Last seen 5 Jahre 13 Wochen ago. Offline
neugierig
Beigetreten: 27.06.2016
Beiträge: 2

Danke für die ausführliche Einschätzung!

Bisher war mir nicht klar, dass man von "Drobec" auf "Drobela" schließen kann, das hilft mir weiter!

Bei "Kosmala" ging es mir nur den Analogieschluss (wenn "Kosmala" von "Kosmac" abstammt, dann könnte "Drobela" von "Drobec" abstammen!), nicht um die eigentliche Namenbedeutung.

Interessant dein Verweis auf Schlesien. Wo kann man in alten polnischen Kirchenbüchern suchen?

Bezüglich des Georgius und zahlreicher weiterer Vornamen in ihrer lateinischen Form: Da scheint es Ende des 19. Jahrhunderts einen Wechsel im Zuge der Magyarisierungspolitik gegeben zu haben, bis dahin sind die Vornamen eher lateinisch, danach ungarisch. Aus "Mathias" wird "Mátyás", aus "Theresia" wird "Teréz", aus "Maria" wird "María", aus "Jacobus" wird "Jakab" etc. In der Region um Bratislava (damals Pressburg) gab es allerdings jede Menge Siedlungseinflüsse (slowakisch, ungarisch, kroatisch/serbisch, deutsch), siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Magyarisierung#/media/File:Hungary-ethnic_.... Abgesehen davon scheinen laut alten Karten die Siedlungsgebiete durch die Donau bei Bratislava aber immer relativ deutlich getrennt gewesen zu sein.

Vielleicht wurden die lateinischen Vornamen wegen der katholischen Konfession verwendet?

User offline. Last seen 6 Tage 41 Minuten ago. Offline
Experte!Moderator
Beigetreten: 31.12.2005
Beiträge: 4594

tante-c schrieb:

Danke für die ausführliche Einschätzung! Bisher war mir nicht klar, dass man von "Drobec" auf "Drobela" schließen kann, das hilft mir weiter! Bei "Kosmala" ging es mir nur den Analogieschluss (wenn "Kosmala" von "Kosmac" abstammt, dann könnte "Drobela" von "Drobec" abstammen!), nicht um die eigentliche Namenbedeutung. Interessant dein Verweis auf Schlesien. Wo kann man in alten polnischen Kirchenbüchern suchen? 

 

 

Hallo

Bezüglich des Georgius und zahlreicher weiterer Vornamen in ihrer lateinischen Form: Da scheint es Ende des 19. Jahrhunderts einen Wechsel im Zuge der Magyarisierungspolitik gegeben zu haben, bis dahin sind die Vornamen eher lateinisch, danach ungarisch.

Eine einleuchtende Erklärung. Trotzdem habe ich Zweifel daran, dass es sich um einen Slowak.– Namen handelt.

Vergessen sollten wir nicht, dass die Slowakei vor 1918 zu Ungarn gehörte und deutsch geprägt war, zumindest was Bratislava, und Umgebung, betrifft.

Wegen ihrer Lage an der Grenze zum deutschen Sprachraum war die Stadt vom 13. Jahrhundert bis etwa 1870 (Anfänge intensiver Magyarisierung) eine weitgehend deutschsprachige und sich Richtung Wien orientierende Stadt. So lebten hier nach der (nur bedingt verlässlichen) offiziellen Volkszählung von 1850–1851 42238 Einwohner, davon 31509 (74,59 %) Deutsche……………..

http://www.slowakei.com/slowakei/bratislava

Interessant dein Verweis auf Schlesien. Wo kann man in alten polnischen Kirchenbüchern suchen?

Unter folgendem Link findest Du Infos und v.m..

Kirchenbücher und Standesamtunterlagen in Polen online:

http://www.blog.pommerscher-greif.de/kirchenbuecher-online/

http://www.ezab.de/kirchenbuecher/provinzen.html

CentroConsult - Büro für Ahnenforschung in der Slowakei:

http://www.centroconsult.sk/gende/resources.html

Dazu noch folgendes: Die amerikanische Mormonenkirche hat viele Kirchenbücher und Namenslisten aus Frankreich und Deutschland sowie Polen auf Mikrofilm gebracht. Die werden gegen eine Gebühr von 8,50.-Euro in die nächstgelegene Mormonenkirche geschickt und können dort ausgewertet werden. Das Portal ist in deutscher Sprache.

Der älteste Eintrag den ich bei den Mormonen gefunden habe, und es gibt viele Einträge, stammt aus dem Jahre 1770, Lamač, Bratislava, Slovakia, Rosalia Drobela deren Vater war Andreas Drobela. Diese WebSeite ist online verfügbar.

Evtl. handelt es sich ja auch um einen Karpatendt.- Fam. Nam.????? : DIE DEUTSCHE BESIEDLUNG DER SLOWAKEI DIE KARPATENDEUTSCHEN: 

http://www.karpatendeutsche.de/?Geschichte

Es bleibt dabei, solange man nicht "gesicherte" Kenntnise zu der Herkunft der Vorfahren hat, ist es nicht möglich, eine "treffende" Etym. des Namens zu geben.