Heuchert Namensherkunft

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User offline. Last seen 29 Wochen 2 Tage ago. Offline
neugierig
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Hallo liebe Foristen, 

ich habe eine Frage bezüglich der Namensherkunft Heuchert, meinem Familienamen. Ich weiß, dass mein Großvater (sowie sein Vater und mehrere Generationen davor) in Galizien geboren wurden, was damals österreich-ungarisches Kronland gewesen ist. Ursprünglich stammte die Familie wohl aus Rheinland-Pflanz, was sich anhand einiger Recherche auch bestätigen ließ, vornehmlich aus Strohn und Daun. Ein Teil der Famile ist in die USA ausgewandert, eine andere Zweig eben nach Galizien. 

Doch was hat es mit dem Namen auf sich? Ich bin auf mehrere Orte gestossen, die Heuchelheim heißen, kann aber leider keine Verbindung zum Namen herstellen. 

Wer kann mir helfen?  Dankt euch im Voraus.

 

Mit freundlichem Gruss, Sven Heuchert

User offline. Last seen 3 Tage 4 Stunden ago. Offline
Experte!Moderator
Beigetreten: 31.12.2005
Beiträge: 4594

Hallo

Der Fam. Nam. Heuchert ist in D rund 290 mal verz.. Die Meisten davon in NI.

Der Name Heucher ist rund 90 mal verz.. Die Meisten in NRW.

Heucher(t) zu/von heucheln: Kopie aus dem WB:

heucheln, verb. adulari; simulare.

1) das wort, im ahd. und mhd. unbekannt, hat mit seiner sippe die heimat in den mitteldeutschen gegenden, von Schlesien durch Meiszen und Düringen bis nach Franken, von wo aus, erst seit dem 16. jahrh., es sich in die allgemeine schriftsprache eingebürgert hat. rücksichtlich der grundbedeutung ist seit Stieler allgemein bis auf jetzt zusammenhang mit hauchen anhelare angenommen worden: heucheln (eigentlich häucheln) scheint vom achzenden, die sprache unterbrechenden hauch (seufzer) abgeleitet zu sein. Kant 5, 269. doch zu unrecht. heucheln ist vielmehr iterativbildung zu hauchen sich ducken, schleichen (oben sp. 562), bair. hauchen, kopf und obertheil des körpers sinken, vorwärts hängen lassen (Schm. 1, 1041 Fromm.), kärntn. hauchat mit gebücktem haupte, niedergeschlagen. Fromm. 2, 517; vgl. hess. huchen zusammensinken. Vilmar 177, und das niederd. hüchel hockende stellung. Schambach 87a, und will demnach das demütige ducken, bücken und kriechen vor andern ausdrücken. In diesem sinne wird es z. b. recht anschaulich im schlesischen dialecte verwendet: meine Lusche (eine hündin)! .. se wedelte su mit em zahle wen ich hem kam aus der stodt oder von hofe, se hüppte, se sprang, se heuchelte mer, se that asz wen se mich wolde wilkummen heszen. A. Gryphius dornrose (erster druck) s. 11; und noch Gellert hat:

2) so ist die bedeutung schmeicheln, vornehmlich auch mit falschem herzen schmeicheln, seit lange bei mitteldeutschen schriftstellern gebräuchlich, und die Schlesier Hederich und Steinbach verzeichnen dieselbe als erste neben der unten folgenden; fuchsschwänzen, heuchelen, adulari, assentari Henisch 1273, 31; meinstu er werde dir viel flehens machen, oder dir heuchlen? Hiob 40, 22; heuchelten im mit irem munde. ps. 78, 36; und er wird heucheln und gute wort geben den gottlosen. Dan. 11, 32; machten ein löblich bilde des herrlichen königes, auf das sie mit vleis heuchlen möchten dem abwesenden, als dem gegenwertigen. weish. 14, 17; und da er bei dem könige in gnaden kam, heuchlete er im, und brachte das hohepriesterthum an sich. 2 Macc. 4, 24; wenn solchs diese propheten hören, so mus es papistisch, und den fürsten geheuchlet heiszen. das sie aber den unordigen pöbel   /Bd. 10, Sp. 1280/ erwecken, und rottisch machen, das heiszt nicht geheuchlet, denn es sol nicht ehe ungeheuchlet heiszen, wir leren denn den pöfel, er solle fürsten und herrn tod schlahen. Luther 3, 40a; sondern wil euch zu dienst wider ein papist werden und dem papst getrost heucheln.

Evtl. hilft Dir folgendes weiter:

Rheinland-Pfälzische Bibliographie: Heuchert, Filip: Wie die Familie Heuchert nach Slawitz kam:

https://rpb.lbz-rlp.de/cgi-bin/wwwalleg/nota.pl?db=rpb&index=1&zeilen=1&...