Bitzer

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User offline. Last seen 15 Jahre 50 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 22.07.2006
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Hallo, ist jemand in der Lage mir etwas über Herkunft und Bedeutung des Namens "Bitzer" zu berichten?
Danke im Vorraus!

User offline. Last seen 14 Jahre 17 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 28.10.2005
Beiträge: 24

Hallo,
der Familienname Bitzer ist ein Herkunftsname zum Ort Bitz bei Balingen.
Neneben der erstgenannten Deutung wird auch häufig darauf hingewiesen , dass Bitzer/Bützer eine Wohnstättenname ist, nach dem mittelhochdeutschen biziune = eingezäuntes Grundstück bzw. bitze = Grasgarten.

K. Koenig

Edit von Tarzius:

Der Name BÜTZER:

Auch gegen die weit verbreiteten Aussagen in den dt. Bücher und im WeB, hat der Fam. Nam. BÜTZER, einen EIGENE bzw. mehrere Etym.!!!

Z.B. Hkn. zu den heutigen ON/Ortsteilen Bütz (CH):
http://de.wikipedia.org/wiki/Sulz_AG

Im Schweizerischen heisst bütze= Sumpf. I(z.B. n der Bü(t)ze). Genauer: Bötzel, ursprünglich Bützler, Bütze, Butz, Bütz, Butze= Tümpel, Wasseransammlung; Pfütze.

Oder: Bützen, Bütz, Butzen, Bützer, in der Bütz, auf der Bütz, Bützli, Bützi,: Häufiger Orts- und Flurnamen i.d. Dt.-CH. A und D.. Bt. meist feuchte/nasse Wiesen, Pfütze.

"PFÜTZE" (Kopie), f., ahd. nach den mundarten puzza, pfuzza, buzza, fuzze f., puzzi, pfuzi, puzz n.; mhd. pfütze f., bütze, butze f. m.; md. phutze, putze, puzze, putz f. m.; nhd. pfütze (früher und mundartlich auch pfutsche, pfütsche, pütsche, pfitze pfitz, pfitsche pfitsch, nd. pute, putte, ags. pyt m., altn. pyttr mit ital. pozzo (ziehbrunnen), pozza (pfütze), franz. puits (brunnen)

[u]aus lat. puteus, brunnen, grube, cisterne.[/u]

Die ähnlich Namen Bitzer, Bitz(e) usw. haben eine andere Bt. bzw. Etyml.. Meist zu ahd., bizuni, mhd. bizune,/biziune, kelt. bidun= eingezäuntes Landstück. Oder eben Hkn. zu den ON..

Der ON Bützer im Milower-Land:

http://www.havelland-kiosk.de/site_566.html
http://www.havelland-kiosk.de/site_516.html

Oder:
http://www.ge-li.de/breitscheid/geschichte-dorfstrassen-2.htm

Oder:
Der Bützer ist ein Kesselschmied, der eben ,,Gewölbtes” anfertigt.

:arrow: link

Oder:

http://www.wizlaw.de/html/polabisch.html

Im Mhd. -WB kann man folgendes nachlesen.

BÜTZE ( ahd. puʒʒa ) stn. u. stf. brunne, pfütze. vgl. lat. puteus Graff 3,355. in der hölle, dâ diu unerfulte butze (: antlutze) des abgrundes ûʒ tieʒʒen, unt dâ er sahe vlieʒʒen die bechwelligen bache unt fiur schober chrache tod. gehüg. 896. in dem bütze Gr. w. 1,743. vgl. 2,666. dîn golt und dîn gesteine wirf ich in die puze pf. K. 150,5. nu vernemt von der butze wie man die nutze Tundal. 47,51.

Im G.W.B.: bütze, f. pomarium, was bitze, bötze sp. 58: de vinea dicta bitze, sita apud Unkelstein. Lacomblet arch. 2, 56 (sec. 13); der Hundsrücker nennt den gras- und obstgarten bitze, der selten einem hause fehlt und an den sich der pflanzgarten anlehnt. W. O. von Horn rhein. dorfgesch. 1854. 1, 54. in der gemarkung des dorfes Unterflorstadt in der Wetterau kommen neben der beune (1, 1747) auch anstoszende gärten, beunegärten und bitzgärten vor.

Im Plattdt.-WB.: Pützer m. Frisör, Barbier. Bützer (Nie).Putzemeß n. Rasiermesser. Pützemäß, (Bri), Butzemeß (Nie).putzen swv. rasieren. Butzen (Nie).

http://www.sauerlaender-heimatbund.de/Plattdeutsches_%20Woerterbuch.pdf

Im Rh.-WB.: Bützer m.: 1. der gerne küsst. — 2. Schläger am Dreschflegel Sol; bytsəl Lennep-Dhünn; -ər dicker Schmiedehammer Mettm-Cronenbg. — 3. -ø- Schwätzer Mörs-Capellen. butzig -o- Kemp-SPeter Adj.: dreist, sich etwas einbildend.

Noch etwas zu CH-Dt. BÜETZ bt. nicht nur i.S. v. Arbeit. Sondern in der ursprünglichen Bt. Flickarbeit machen, mit Nadel und Faden. Kopie aus dem CH-Mundartlexikon:

Büetze meint uurschprünglIch nicht einfach nur arbeit(en); es meint Flickarbeit machen, vor auuem nääien u flicke mit Naadlen u Fade, (***vorallem mit Nadeln und Faden) u Büetz meint Flickarbeit. Drum isch dr Büetzer dr Schniider gsii un es het Hafebüetzer, Chrattebüetzer, Seckbüetzer, Schuebüetzer, Zeinebüetzer u viiu angeri Büetzer ggää, wo vor auuem Sache hei gflickt. Ds Wort büetze het sogaar dr negatiiv Näbesinn «schlächt mache, pfusche» ghaa. Öppis, wo numen eso zämebbüetzt isch gsii, isch schlächt gmacht gsii.