Biastoch

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Gast

Hallo, versuche seit längerer Zeit die Herkunft und die Bedeutung meines Familiennamens herauszubekommen, jedoch bisher ohne Erfolg. Kann mir jemand helfen ??? Danke

User offline. Last seen 1 Jahr 13 Wochen ago. Offline
Moderator
Beigetreten: 06.12.2004
Beiträge: 743

Hallo,

der Name ist - zugegeben - nicht einfach und so 100% sicher bin ich mir dabei auch nicht. Der Name ist wohl sicher nicht deutsch, slawisch wahrscheinlicher. Nachdem ich lange vergeblich gerätselt und gesucht hatte, sprang mir ein Ortsname ins Auge, der zumindest in der Familiengeschichte der mir bekannten Biastochs Sinn macht. Die kamen aus Ostpreussen, aus der Gegend um Königsberg. Passt das bei Ihnen auch?

Dort gibt es eine Ortsnamen, der die Basis für den Familienamen sein kann: Bialystock. (das l ist mit Strich durch, also "wha")
Man müsste davon ausgehen, dass die Silbe in der Mitte ausgefallen ist.
Zur unterstützung kann ich noch den Namen Biastock anführen, der hinten das -k- aufgreift.

Das wäre meine Idee, wie gesagt, ich bin nicht 100%ig überzeugt. Wenn jemand etwas bessere hat, immer her damit :!:

mfg

Beigetreten: 29.01.2006
Beiträge: 1833

Hallo,
tatsächlich gibt es im Königsberger Adressbuch von 1941 2x Biastoch. Ich halte den Namen aber auch für slawisch, denn das einzige prußische Wort, dass "bia" heißt, bedeutet "sie fürchten". Und da lautet der Infinitiv "bijat/ biatwei". Zum zweiten Namensbestandteil hätte ich "stogas", was Dach bedeutet. Aber das zusammen bringt nun gar keinen Sinn.

Dagegen gibt es den Namen Bialas in Ostpreußen und Litauen, zu dem Vanagas schreibt, dass der helläugig und hellhäutig bedeutet. Ich tendiere zu einer masovischen Herkunft, möglicherweise auch weißrussisch oder ukrainisch.

Beate

Beate

Gast

Moin, moin,
und danke für die antworten ! Also, ich habe ein noch ein paar mehr Hinweise bekommen. Meine Vorfahren kann ich jetzt bis grob 1850 zurück verfolgen, unzwar in die Region Bütow; heutiges Bytow in Pommern. Da endet jedoch meine Spur leider. Den Ort Bialystok in Nord-Ost-Polen, früheres Ostpreußen, kann ich mehr oder weniger ausschließen. Desweitern wurde mir noch gesagt, dass ein polnischer Ursprung sehr unwahrscheinlich ist, aufgrund des "ch" am Ende, da diese Endung dafür zu "hart" sei & polnisch eine weiche Sprache ist. Zudem kommt meine Frau aus Oberschlesien und spricht fließend polnisch, aber sie kennt keine Wörter die diesen Namen in irgendeinem Wortstamm erklären würden.
Florian Biastoch

User offline. Last seen 1 Jahr 13 Wochen ago. Offline
Moderator
Beigetreten: 06.12.2004
Beiträge: 743

Hallo,

da hab ich mich wohl etwas unklar ausgedrückt :wink:
Es gibt bei uns nun beide Formen, Biastoch und Biastock. Ich gehe davon aus, dass Biastock die ursprüngliche Variante ist, und das -ch- zunächst als Schreibvariante bei der Eindeutschung aufgekommen ist.
Deswegen ist slawisch nach wie vor wahrscheinlich.

MfG

User offline. Last seen 9 Jahre 20 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 03.04.2010
Beiträge: 1

Hallo Florian,

habe gerade diesen Forenbeitrag gefunden.
Mein Vater Hans-Joachim Biastoch ist in Bütow geboren. Er und Siegfried sind die Kinder von Paul Biastoch. Da der Name Florian nicht bei den Geschwistern meines Opas und deren Nachfahren auftaucht, wäre es vielleicht mal interressant, wenn wir uns über unsere Vorfahren austauschen, vielleicht gibt es ja doch einen weiteren Zusammenhang außer dem Ort Bütow.

Gruß
Martin Biastoch

User offline. Last seen 5 Jahre 49 Wochen ago. Offline
Experte!
Beigetreten: 26.06.2006
Beiträge: 1095

Ich möchte zunächst darauf hinweisen, dass dies kein Forum zur Ahnenforschung oder Verwandtensuche ist. Es geht hier nur um die Namensbedeutung.
Dazu folgendes:
BIASTOCH kommt in Polen nicht vor. Die alten Einträge bei familysearch verweisen auf Krossnow in Pommern:
Simon BIASTOCH - Ancestral File
Gender: M Birth/Christening: < 1790
etc.
Es wird sich bei BIASTOCH um eine Variante von PIASTUCH handeln, den es immerhin ein Dutzend Mal in Polen gibt. PIASTUCH ist vom Namen PIASTA abgeleitet, der über 750-mal in Polen vorkommt. Poln. piasta = Radnabe, das poln. Suffix -uch / -och beinhaltet eine abfällig-augmentative Bedeutung. Es ist unklar, ob der Familienname von diesem Substantiv kommt und es der Berufsübername für einen Radmacher ist, oder ob er sich vom Verb piastowac = jdn. pflegen, betreuen ableitet.
Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Piast

MfG

User offline. Last seen 8 Jahre 41 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1

Hallo Zusammen,

mein Familenname ist auch Biastoch und die Vorfahren von meinem Mann kommen auch aus Bütow. :)

Ich habe eine weitere Deutung von einer russisch polnischen Arbeitskollegin erhalten.

Nach ihrer Aussage könnte der Name auch "weisse Quelle" bedeuten.

Grüße aus Berlin
Lilli

User offline. Last seen 5 Jahre 49 Wochen ago. Offline
Experte!
Beigetreten: 26.06.2006
Beiträge: 1095

Lilli wrote:Ich habe eine weitere Deutung von einer russisch polnischen Arbeitskollegin erhalten.
Nach ihrer Aussage könnte der Name auch "weisse Quelle" bedeuten.
"Weiße Quelle" heißt auf russ. Белый Исток, nicht Бястох (Biastoch). Бястох gibt es im Russ. weder als Wort noch als Name.
Dass Biastoch so geschrieben auch nicht poln. ist, hat ja schon ein "Gast" weiter oben bestätigt:
"Zudem kommt meine Frau aus Oberschlesien und spricht fließend polnisch, aber sie kennt keine Wörter die diesen Namen in irgendeinem Wortstamm erklären würden."
Also bleibt nur Biastoch < Piastoch übrig.

Arbeitskollegen sind nicht immer befähigt, Familiennamen richtig zu deuten, auch wenn sie die Sprache sprechen. Welcher Arbeitskollege weiß denn z. B. , dass der Name NONNENMACHER der Berufsübername für einen Schweinekastrierer ist, aus mittelhochdt. nunne, nonne = verschnittene Sau.

MfG

Beigetreten: 11.04.2019
Beiträge: 1

Zum Namen unserer Familie Biastoch.

Ich besitze umfangreiches Material über Nachforschungen zu unserem Familiennamen. Ich Zitiere zum Teil aus Materialien, welche mir von der Familie zur Verfügung gestellt wurden.

Sehr aufschlußreich ist eine Heimatbeschreibung des Kreises Bütow, die etwa 1960 in Frankenberg/Eder, der Patenstadt Bütows, herausgegeben wurde. In diesem Material ist eine Aufstellung enthalten mit sämtlichen Namen der Einwohner des gesamten Landkreises Bütow für den Zeitraum von 1550 bis 1880. Der erste Ahne schrieb sich seinerzeit noch BESEDOCH, woraus später der Name BEASDOCH, danach BIASTOCH oder auch BIASTOCK abgeleitet wurde. In Kroßnow taucht der Name BESEDOCH erstmalig im Jahre 1559 auf.

Der Name des Ortes Kroßnow ist bis in das 13. Jahrhundert zurück zu verfolgen. Zu diesem Zeitpunkt existierte das Land Pommern bereits als deutsches Reichslehen und es erfolgte in großem Maße die Einwanderung deutscher Ritter, Bürger und Bauern in die bis dahin wendischen Gebiete. Eswar dies auch  der Zeitraum der Städtegründungen, um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu fördern. Die wendische Bevölkerung hat sich während dieser Entwicklungsperiode mehr und mehr nach dem Osten hin verzogen.Im östlichen Hinterpommern haben sich deshalb auch die wendische Sprache und wendische Sitten noch länger erhalten, vor allem bei der ländlichen Bevölkerung. Dies lag an dem guten Verhältnis zwischen Polen und Pommern, aber auch daran, daß die östlichen Kreise Pommerns, Lauenburg und Bütow, bis zum Ende des 15. JHnoch polnischer Lehenshoheit unterstanden. Mit dieser Veränderung veränderte sich auch der Ortsname von KROSNIEWICE, KROSNIEWIC und PALUS GROZNA im 13.JH in CRUSSNOW 1387, in KROSZNAW 1438 und danach in KROSSNOW.

Der Ort Kroßnow war mit Sicherheit der Stammort der Sippe Biastoch, die zu jener Zeit nur Bauern waren und wurden.Von hier aus wanderten  sie im Laufe der Zeit in die umliegenden Ortschaften und weiter aus. 1661 wird in Kroßnow der Bauer Paul Biastoch genannt. 1780 gibt es erstmalig im Nachbarort Borntuchen einen Bauern Matthias Biastoch. Zu diesem Zeitpunkt lebten in Kroßnow sieben Bauern der Sippe Biastoch; Jakob B., Jürgen B., Martin B., Michel B., Paul B., Simon B., sowie ein weiterer Simno B. Zur gleichen Zeit lebte in Zerrin im Kreis Bütow der Bauer Christian B. Auch in den fojgenden Jahrzehnten werden die Biastoch`s in Kroßnow, aber auch in den umliegenden Dörfern als Bauern nachgewiesen. Die Ländereien der Kroßnower Biastoch`s lagen bis in die Neuzeit (1945) nebeneinander. Bis zum Jahr 1945 lebten in vielen Dörfern des Kreises Bütow Familien der Sippe Biastoch, zum größten Teil als Bauern, aber auch als Handwerker und Gewerbetreibende.

Soweit ein kurzer Abriss zum Familiennamen Biastoch. Ich verfüge über weiteres, umfangreiches Material zur allgemeinen Geschichte unserer Sippe und im speziellen einen umfangreichen Stammbaum unserer direkten Familie. Gern gebe ich weitere Auskünfte. Übrigens gehörten ALLE BIASTOCH`S , die ich bisher gesprochen habe, zur selbigen Sippe. Also Verwandschaft, seid nett gegrüßt von Christian Biastoch aus Magdeburg/ Elbe.