Gehlen Deutung von Gelenau

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User offline. Last seen 11 Jahre 19 Wochen ago. Offline
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Obgleich GELENAU ein Ortsname ist, hilft die sachliche Darlegung in der Chronik der Gemeinde Gelenau ( 700 Jahre Gelenau / Erzgebirge 1273 - 1973 ) bei der Interpretation von GELEN / GEHLEN:

G E I L (mittelhochdeutsch üppig, fett, fruchtbar ) undA U (mhd. Ouwe = Aue)

worauf auch alte Schreibweisen beruhen
1414 GEILNAW,
1452 GEYLENAV,
1562 GEILLENAV
1580 GEYLENAW
1616 GEILENAU wird GELENAU

Der neue Pfarrer führt 1616 die neue Schreibweise ein - vielleicht
wegen der Zweideutigkeit von geil - wenn diese damals schon so
gesehen wurde? MfG WSS

 

Edit von Tarzius:

Schon eigenartig……..wenn man in der von Dir zitierten Ortskronik (die Historie des Ortes Gelenau ist von Schnitzer Thomas Voigt) steht doch da was ganz anderes.

Die erste urkundliche Nennung war im Jahre 1273. Und dass sich der ON von SLAWISCH jelen= Hirsch ableite bzw, so gedt. wird.

http://www.gelenau.de/gelenau/

Gelenau Sprudelnd hüpft die flinke Wilisch der Zschopau zu, der sie heute viel zu ... sich bald noch andere an, Hörige und Freie, und der Hirsch (sorbisch jelen) .

Bald sind der Wilisch die slavischen Jäger keine Fremdlinge mehr; mit Weib und Kind und Volksgenossen haben sie sich angesiedelt in der Senke, aus der ein Bächlein behend seine Wellen der Wilisch zuführt. Vier Edelsitze sind um's Jahr 950 hier entstanden, als der deutsche Kaiser mächtige Hand den Sorben schwer auflag, so daß sie sich bergwärts zurückzogen, wo die kaiserlichen Fronboten nicht gerne Zins und Steuern fordern kamen. Hier im hirschreichen Jagdgrund siedelten sich bald noch andere an, Hörige und Freie, und der Hirsch (sorbisch jelen) gab den Namen zur Siedelung und steht auch stolz und stattlich im Ortssiegel als Wappentier. -

Die Deutung, nach der Gelenau herrühren soll von der "geilen", d. h. fruchtbaren Aue, ist wohl nur entstanden aus dem Wunsche, die sorbische Gründung jelenau in eine deutsche zu verwandeln. Landwirtschaftlich mindestens hat Gelenau nichts voraus, was diese Deutung rechtfertigen könnte. Lassen wir es also lieber beim "Hirschgrund"; Karl Stülpner ist Kronzeuge dafür, daß der Name nicht ohne Grund gewählt war! --

http://www.alterzgebirge.de/staedte-der-erzgebirgischen-heimat-3.html