Wieso gibt man eigentlich Namen?

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Ich muss in der Schule eine Arbeit über diese Frage schreiben, man findet nur einfach nichts darüber... Habt ihr echt eine Idee? Oder kennt ihr eine Seite/Buch wo etwas darüber steht?
Würde mir voll helfen!

Grüässli milly

User offline. Last seen 5 Tage 17 Stunden ago. Offline
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milly89 wrote:Ich muss in der Schule eine Arbeit über diese Frage schreiben, man findet nur einfach nichts darüber... Habt ihr echt eine Idee? Oder kennt ihr eine Seite/Buch wo etwas darüber steht?
Würde mir voll helfen!

Grüässli milly

Hallo,

Warum geben, haben wir Namen? Namen helfen uns dabei, uns voneinander zu unterscheiden. Stelle Dir unsere Gesellschaft ohne Namen vor.......wir könnten nicht einfach Peter Müller erwähnen, sondern müssten vom kleinen, dünnen Mann vom anderen Ende der Stadt sprechen.................oder: Ein Tier bezeichnen? Eine Landschaft? Eine Farbe? Einen Gegenstand?

Prof. Udolph, von der Uni Leipzig schreibt kurz und bündig: Zitat: Die Funktion eines Namens ist schnell erzählt.: er dient der Identifizierung.....

Siehe/lese: (mit Literaturhinweisen)

http://www.onomastik.com/node/4800

http://www.onomastik.com/vn_vornamen.php

Eine Zusammenfassung: (aus dem Internet)

Die Chinesen waren die ersten Menschen, von denen man weiß, dass sie einen Nachnamen trugen. Eine Legende besagt, dass der Eroberer Fushi den Gebrauch von Nachnamen oder Familiennamen im Jahre 2852 v.Chr. anordnete.

Die Römer hatten anfangs nur einen Namen. Das wurde später geändert, und auch sie trugen drei Namen. Als das Römische Reich zu zerfallen begann, wurden Familiennamen zu verwirrend, und der Gebrauch eines einzelnen Namens wurde wieder üblich.

Während des frühen Mittelalters wurden die Menschen mit nur einem Namen angesprochen. Aber langsam setzte sich der Brauch durch, einen weiteren Namen hinzuzufügen, um die Personen zu unterscheiden. Dabei wurden verschiedene Merkmale bezeichnet, zum Beispiel: der Geburtsort, (Franziskus von Assisi); oder eine persönliche Eigenschaft, so z.B. bei Lambert Le Tort (Lambert der Verdrehte, ein französischer Poet); oder der Beruf der Person, wie z.B. bei Peter Bauer; oder es wurde der väterliche Name hinzugefügt (Leif Erikson).

Im 12. Jahrhundert war der Gebrauch eines zweiten Namens so weit verbreitet, dass es in einigen Gegenden als primitiv galt, keinen zweiten Namen zu besitzen. Aber obwohl dieser Brauch der Ursprung unserer heute üblichen Nachnamen ist, bezog sich der zweite Name, wie er im frühen Mittelalter zu verstehen war, nicht auf die Familie und war auch nicht erblich.

Ob sich diese zweiten Namen zu festen vererblichen Nachnamen entwickelt haben, ist nicht genau festzustellen, da sich dieser Brauch nur langsam über eine Periode von mehreren hundert Jahren entwickelt hat. Viele feste Nachnamen existierten neben den zeitweiligen "Beinamen" und umschreibenden Ausdrücken als zweiter Name.

Die heutige Praxis des vererblichen Nachnamens stammt aus dem 10. oder 11. Jahrhundert und war in der venezianischen Aristokratie üblich. Kreuzfahrer, die aus dem Heiligen Land zurückkehrten, nahmen diesen Brauch auf und verbreiteten ihn in ganz Europa. Erst Frankreich und Großbritannien, dann Deutschland und Spanien übernahmen diese Praxis, als die Notwendigkeit, die Person näher zu bestimmen, immer wichtiger wurde. Im Jahre 1370 wurde das Wort "Nachname" erstmalig in Dokumenten festgehalten und erlangte emotionale und dynastische Bedeutung. Menschen, die keine eigenen männlichen Erben hatten, versuchten den Nachnamen an Personen aus der Seitenlinie weiterzugeben, damit der Familienname nicht ausstarb. Obwohl man daraus ersehen kann, dass der Familienname eine Prestigefrage wurde, gibt es nur Vermutungen, warum er überhaupt vererbbar wurde.

Die Regierungen nahmen mehr und mehr Daten der Bürger zu den Akten. Die Besteuerung und vor allen Dingen der Militärdienst machten es erforderlich, die Menschen genauer zu kennzeichnen. Auf dem Lande musste die herrschaftliche Verwaltung zur Regelung der Vererbung des Landbesitzes nicht nur über Personen, sondern über ganze Familien Buch führen. Man kann sicher sein, dass spätestens im Jahre 1450 jede Person, gleich welchen sozialen Rang sie hatte, einen vererblichen Nachnamen besaß. Der Nachname identifizierte die Familie, schuf eine Verbindung zur Vergangenheit und zur Zukunft. Es überrascht nicht, dass die Erhaltung des Familiennamens eine Sache des Familienstolzes wurde und man es sehr bedauerte, wenn kein männlicher Erbe diesen Namen weitertragen konnte.

Zu Beginn des 15. und 16. Jahrhunderts wurde der Familienname auch in Polen und Rußland populär. Die skandinavischen Länder begannen erst Anfang des 19. Jahrhunderts, Familiennamen zu gebrauchen. Sie waren an den Brauch, den väterlichen Namen als zweiten Namen zu benutzen, gebunden. In der Türkei wurde erst auf Druck der Regierung 1933 der Familienname eingeführt.

In fast allen Fällen wurde der Familienname zuerst bei den Adligen und reichen Landbesitzern üblich, dann erst setzte er sich bei Kaufleuten und gewöhnlichen Bürgern durch. Die ersten beständigen Namen waren die von Adligen und Landbesitzern, die die Namen von ihren Herrschaftsgütern und Landbesitzen übernahmen. Diese Namen wurden mit dem vererblichen Land weitergegeben. Die Bürger übernahmen diesen Brauch.

Es ist schwer, eine einfache Klassifizierung des Familiennamens auf Grund der Schreibweise oder der Aussprache zu erarbeiten, da sich diese im Laufe der Jahre sehr verändert haben. viele Worte hatten früher andere Bedeutungen oder sind heute überholt. Viele Familiennamen sind auch abhängig von der Kompetenz und Umsicht des Schreibers. Der gleiche Name konnte manchmal in einem Dokument verschieden geschrieben worden sein.

Es gibt mehrere Möglichkeiten der Bildung von Familiennamen. Der Ursprung der meisten Namen ist folgender:

Beruf: Hier haben wir zum Beispiel den Schneider, den Köhler, den Bäcker oder den Schmied. Jedes Dorf hatte seinen eigenen Bäcker, Schneider usw., so dass jene nicht unbedingt mit den Menschen gleichen Namens im nächsten Dorf verwandt waren.

Ortsangabe: Hier kennen wir heute Namen wie Underberg, Feldhausen, Langenfeld. Im Englischen ist die Ortsbestimmung an der Endung -hill (Hügel) oder -wood (Wald) zu erkennen.

Patronymikum (vom Namen des Vaters abgeleiteter Eigenname): Viele dieser Nachnamen sind an der Endung erkenntlich, zum Beispiel in England die Endung ,son' (Sohn) bei Williamson oder Jackson. Weitere Endungen in anderen Ländern, die den Begriff ,Sohn' anzeigen, sind -sen (Dänemark), -ez (Spa-nien) und -wiecz (Polen). Eine andere Möglichkeit, den Namen des Vaters zu übernehmen, war die Voranstellung der Silbe ,Sohn von'. Beispiele sind: Mac (Schottland und Irland), und ,ap' im Walisischen (Sohn von John -David ap John wurde zu David Upjohn).

Charakteristik: Hier finden wir Namen mit geistigen und körperlichen Merkmalen: Klein, Schwarz, Unruh, Fromm. In diese Kategorie gehören auch die Satznamen -Sydickumme - Südekum, der Vorsichtige.

Viele Historiker glauben, dass Familiennamen, abgeleitet von Ortsnamen, die ersten vererbten Namen waren. Dann folgten Spitznamen oder Charakteristika. Familiennamen, abgeleitet von Berufen, folgten erst später. Die vom Vater abgeleiteten Namen wurden zuletzt vererbt.

Familiennamen, die Personen charakterisieren, können angenehm sein, aber auch Ärger bereiten. Seien Sie jedoch nicht unglücklich, wenn Ihr Name eine wenig schmeichelhafte Bedeutung hat. Denken Sie daran, dass diese Beschreibung auf einen Vorfahren zutraf, der vor Jahrhunderten gelebt hat. Es gibt Familiennamen, die offensichtlich sind, wie Weiss (sehr helle Hautfarbe oder weiße Haare). Die Bedeutung anderer Namen hat sich im Laufe der Jahrhunderte allerdings verändert.

Beigetreten: 29.01.2006
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Dazu noch ergänzend:
In Ostpreußen wurde es erst im 16. Jh. üblich Namenszusätze zu geben.
Eine gute Quelle ist die Türkensteuer von 1540.

Dorf Gintitten:
Albrecht
Merten
Peter
Vrban Boy
Benedicte Boy
Valtin Schmit
Clein Symon

Im Nachbardorf Preuschpostnick gibt es 2x Hans. Nämlich
Henslinnen Hans
Hans scheiß in die Rauch

Letzteres zur Entstehung von Spitznamen.

Beate