Faulwetter Namen gebildet mit Wetter

1 Antwort [Letzter Beitrag]
User offline. Last seen 12 Jahre 34 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 22.10.2006
Beiträge: 1

Natürlich heißt kein Mensch freiwillig so und ich habe mir gedacht, dass seine Vorfahren wohl irgendwoher dort zugewandert sind und man seinen Namen eingedeutscht hat. Zumal Der Name selbst keinen Sinn macht.

Bei einer Reise nach Jugoslavien traf ich dort einen Italienischen Maler der "Vauwedere" oder ähnlich hieß, was mit einem "Schönen Ausblick" zu tun hat.

Weiß jemand, ob zu irgendwelchen Zeiten "Fremdarbeiter" nach Thüringen eingewandert sind, vielleicht aus Sizilien?

Mein Großvater war Schreiner und hat auf der Wanderschaft in Heidelberg meine Großmutter kennengelernt und beide sind zum Schluss für immer in Hamburg gelandet. So habe ich keine Verbindung mehr nach Thüringen, wo man vielleicht in alten Kirchenbüchern o.ä. nachschauen könnte.

Wäre nett, wenn mir jemand weiterhelfen kann und will.
Danke

User offline. Last seen 6 Jahre 11 Wochen ago. Offline
Experte!Moderator
Beigetreten: 30.01.2006
Beiträge: 1553

Hallo,

rund 90 Einträge in 43 vers. Landkr. sind zum Namen Faulwetter in D verz.. Die Meisten davon in SN und ST.

Namen gebildet mit Wetter:

M. Thomsen erklärt Namen geildet mit –wetter wie folgt (KOPIE aus der Zeitung vom  04.10.07)

Das Thema "Wetter" ist von zeitloser Aktualität. Davon zeugen viele Redensarten. In Wanders Sprichwörterlexikon findet man über 300 Einträge über das Wetter. So ist es kein Wunder, dass es auch in unseren Familiennamen vorkommt.

Immerhin gehen etwa 700 Leute mit dem Namen "Schönwetter" durchs Leben, aber es gibt auch etwa 200, die "Böswetter" heißen. Dazu kommen noch etwa 200 "Kühlwetter" und 70 "Nasswetter". Eine Familie hat sich irgendwann mal verschrieben und heißt nun "Naswetter", aber von der Sache her ist der Name auch nicht verkehrt. Schaut man sich diese Wetternamen an, kann man sich ihre Entstehung so erklären, dass der namengebende Vorfahr nach einer Redensart benannt wurde, die er ständig im Munde führte, bis auf die "Schönwetter", deren Name wohl auf einen durchgehend heiteren Gemütszustand anspielt.

Dass das Wetter "aufs Gemüt schlägt" wissen wir und kennen den Spruch: "Du machst ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter." Zu den Miss- und Übellaunigen gehören deshalb wohl die 300 "Trübswetter" oder "Triebswetter". Von ganz anderem Schlage sind aber die "Brausewetter", die es auch als "Prausewetter" und "Brauswetter" gibt. Das sind Leute von stürmischem Temperament – in Frankreich heißen sie "Chassevent" (Brausewind). Nicht gut Kirschenessen war aber mit den vielen "Rohwetter", niederdeutsch "Ro(h)wedder", von denen es heute etwa 1700 gibt. Roh meint hier rau, gemeint sind wohl die Reizbaren und Jähzornigen. Irgendwo zwischen den "Brausewetter" und "Rohwedder" muss man auch die etwa 250 "Ungewitter" einordnen. Seinerzeit war Gewitter aber nur ein anderes Wort für Wetter (ohne Blitz und Donner). Deshalb entspricht Ungewitter unserem Unwetter. Schwierig sind die etwa 200 "Faulwetter" einzuordnen.

Das Grimmsche Wörterbuch erklärt Faulwetter mit Tauwetter, aber es kann auch gut ein Neckname sein für den Faulen, der das Wetter gern als Ausrede gebraucht. Auch damals schon wollte man natürlich wissen, wie das Wetter morgen wird: Wetterpropheten waren die "Kiesewetter" (Mittelhochdeutsch "kiesen" = prüfen, versuchen, herausfinden). Es gab wohl viele von ihnen. Es gibt heute immerhin etwa 3000 Namensträger. Das Wort "kiesen" wurde aber bald nicht mehr richtig verstanden, und so haben wir heute auch "Käsewieter" und "Käsebieter". Und etwa zwei Dutzend heißen "Küsswetter".

Gruß
Dinomaus28 :roll: