ELLWITZ

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User offline. Last seen 11 Jahre 14 Wochen ago. Offline
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Beiträge: 4

Hallo,
es sieht so aus, als könnte auch ich hier Antworten auf die mich schon lange beschäftigende Frage finden, woher mein Name "Ellwitz" stammt und welche Bedeutung er hat. Meine Vorfahren väterlicherseits haben sich wie es scheint nie für ihre Ursprünge interessiert, daher kann ich lediglich einen Ahnen bis in die Mitte des 19. Jahrhundert nachvollziehen. Dieser stammt aus dem pommerschen Raum. Von den zurzeit 36 bzw. 37 Telefonbucheinträgen lt. http://christoph.stoepel.net/geogen bzw. http://www.verwandt.de/karten befinden sich die meisten, wie auch der meiner Eltern, im Landkreis Demmin. Verwandschaft lässt sich zu den für Hamburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen angezeigten Ellwitz nachvollziehen. Ob ein Zusammenhang zu Elwitz (mit einem "L") besteht ist unklar; diese finden sich aber tatsächlich bei den Mormonen für den Ost- und Westpreußischen Raum, einen Telefonbucheintrag gibt es sogar noch im heutigen Polen.
Ich glaube kaum, dass eine Herkunft aus den Orten Ell in Luxemburg bzw. den Niederlanden zur damaligen Zeit namensgebend war. Auch die die Maßeinheit bzw. das Körperteil Elle sowie den Aal würde ich ausschließen wollen. Bei der Klärung des Namens Ellwitz bin ich ansonsten neben der deutschen Bedeutung für Ell als
1. Schwarzerle (beheimatet in Feuchtregionen, wie dem pommerschen Peenetal),
2. kirchsteuerbefreites Rodungsgebiet,
3. ausgestorbene preußische Elchart
für die zweite Silbe auf ein polnisches Wort für "Zweig" gestoßen.
In einem anderen Forum habe ich eine gleiche Anfrage gefunden, worauf als Antwort kam, dass der Familienname Ellwitz auf eine Ortsbezeichnung in der Bedeutung "ein anderes Fass" zurückzuführen sei. Welche ursprünglichen Worte welcher Sprache zu dieser Bedeutung führen sollen, weiß ich jedoch nicht. Ein slawischer Ursprung scheint mir dabei sicher.
MfG
Th. Ellwitz

User offline. Last seen 6 Tage 2 Stunden ago. Offline
Experte!Moderator
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Beiträge: 4580

Ellwitz wrote:Hallo,
es sieht so aus, als könnte auch ich hier Antworten auf die mich schon lange beschäftigende Frage finden, woher mein Name "Ellwitz" stammt und welche Bedeutung er hat. Meine Vorfahren väterlicherseits haben sich wie es scheint nie für ihre Ursprünge interessiert, daher kann ich lediglich einen Ahnen bis in die Mitte des 19. Jahrhundert nachvollziehen. Dieser stammt aus dem pommerschen Raum. Von den zurzeit 36 bzw. 37 Telefonbucheinträgen lt. http://christoph.stoepel.net/geogen bzw. http://www.verwandt.de/karten befinden sich die meisten, wie auch der meiner Eltern, im Landkreis Demmin. Verwandschaft lässt sich zu den für Hamburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen angezeigten Ellwitz nachvollziehen. Ob ein Zusammenhang zu Elwitz (mit einem "L") besteht ist unklar; diese finden sich aber tatsächlich bei den Mormonen für den Ost- und Westpreußischen Raum, einen Telefonbucheintrag gibt es sogar noch im heutigen Polen.
Ich glaube kaum, dass eine Herkunft aus den Orten Ell in Luxemburg bzw. den Niederlanden zur damaligen Zeit namensgebend war. Auch die die Maßeinheit bzw. das Körperteil Elle sowie den Aal würde ich ausschließen wollen. Bei der Klärung des Namens Ellwitz bin ich ansonsten neben der deutschen Bedeutung für Ell als
1. Schwarzerle (beheimatet in Feuchtregionen, wie dem pommerschen Peenetal),
2. kirchsteuerbefreites Rodungsgebiet,
3. ausgestorbene preußische Elchart
für die zweite Silbe auf ein polnisches Wort für "Zweig" gestoßen.
In einem anderen Forum habe ich eine gleiche Anfrage gefunden, worauf als Antwort kam, dass der Familienname Ellwitz auf eine Ortsbezeichnung in der Bedeutung "ein anderes Fass" zurückzuführen sei. Welche ursprünglichen Worte welcher Sprache zu dieser Bedeutung führen sollen, weiß ich jedoch nicht. Ein slawischer Ursprung scheint mir dabei sicher.
MfG
Th. Ellwitz

Hallo,

zu der Namensendung -witz:

-wic: (-wicz, -witsch); der polnische Suffix -wicz klingt im deutschen wie -witsch oder manchmal -witz. Die Suffixe -wic oder- wice wurden auf deutsch oft -witz geschrieben.

Oder:

Die Endung -witz, -vitz, -vice deutet auf eine wichtige Person, die bei einer Ortsgründung maßgebend war.

(Kopiert aus Beitrag von Beate)

Beigetreten: 29.01.2006
Beiträge: 1833

Hallo.
ich denke eher an einen Fluss und eine indogermanische Wurzel:
- Ilfing - Elbing (Westpreußen)
- Elve - Elbe

Bei ost-westpreußischer Herkunft käme eventuell noch "elwas, alvas, alwis" (Blei) in Frage.

Beate

User offline. Last seen 11 Jahre 14 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 04.06.2008
Beiträge: 4

Hallo,
vielen Dank für die schnellen Antworten.
Könnte es eine Rolle spielen, dass das polnische Wort "lvice" die Pluralform von Löwe zu sein scheint (aber ich bin ansich der polnischen Sprache nicht mächtig) - in Pommern gibt es einen Ort Löwen, aber ich vermute das hat nichts zu bedeuten. Oder könnte es sich um eine alte Hausmarke handeln?
Die von mir genannte preußische Elchart hatte ich in einer deutschen Enzyklopädie (entweder Brockhaus oder Bertelsmann) von 1908 gefunden, bereits zum damaligen Zeitpunkt war sie ausgestorben.
Und da es sich bei einem sogenannten Ellguth um ein steuerbefreites Gut handeln soll ist diese erste Silbe vielleicht doch nicht so abwegig, vorausgesetzt meine männlichen Ahnen stammen aus solch einem Rodungsgebiet (ich hatte mal für mich gemutmaßt, dass sie aus einem vom Deutschen Orden kolonisierten Ostgebiet stammen könnten, was mit dem Ort Elbing wieder wahrscheinlich würde).
Aber wie komme ich nun weiter?
Ist vielleicht noch folgendes von Belang?:
Bei den elektronischen Ahnenkarteien der Mormonen habe ich einige Ellwitz gefunden, die nach Amerika gegangen, oder besser mit dem Schiff gefahren sind. Zeitlich geschah das während einer sog. dritten Auswanderungswelle aus Deutschland, während der die verarmten pommerschen und preußischen Bauern übersiedelten. In den Listen der Opfer des deutsch-französischen und der beiden Weltkriege konnte ich auch manchmal den Namen Ellwitz finden; nur bei zweien ist eine Verwandtschaft meinerseits nachweisbar. In Bahnunterlagen (Westpreußen und Brandenburg) fand ich den Namen Ellwitz ebenfalls, aber das hilft mir im Augenblick auch nicht weiter. Kürzlich fand ich in einem Kriminalbericht eines Falles aus dem Jahr 1872 die Zeugenaussage eines Tagelöhners Ellwitz aus des dem Peenegebiet, sodass hier eine Verwandschaft unterstellt werden kann.
Sind diese Informationen für die weitere Klärung meines Nachnamens hilfreich?
In einem Online-Nachschlagewerk habe ich auch noch den Fluss Elde gefunden, der örtlich noch etwas östlicher als die Elbe in den hiesigen Breiten liegt. Welche Sprache und mit welcher Bedeutung ist der Klärungsversuch "Blei" zu verstehen?
MfG
Th. Ellwitz

User offline. Last seen 6 Jahre 39 Wochen ago. Offline
Experte!
Beigetreten: 26.06.2006
Beiträge: 1095

Poln. lwica = Löwin - lwice = Löwinnen
Tschech. lvice = Löwin

In Polen gibt es weder einen Orts- noch einen Familiennamen Lwica / Lwice.

MfG

Beigetreten: 29.01.2006
Beiträge: 1833

"Die von mir genannte preußische Elchart hatte ich in einer deutschen Enzyklopädie (entweder Brockhaus oder Bertelsmann) von 1908 gefunden, bereits zum damaligen Zeitpunkt war sie ausgestorben.
Und da es sich bei einem sogenannten Ellguth um ein steuerbefreites Gut handeln"

Das mit der Elchart kommt mir merkwürdig vor, weil prußisch Elch nicht mit Ell... anfängt sondern "braidis, bredis, braydis" ist. Dazu das Verb prußisch "braidit" und lettisch "bradat" (waten) sowie "bradas" (Schlamm, Matsch). Der baltische Elch hat also seinen Namen von der Art wie er durch Morast geht.

Bei Ellguth/ Illguth geht Bahlow von einem steuerbefreiten Gut aus, aber in Schlesien.
In West- und Ostpreußen würde ich jedoch von prußisch "ilga" (lang) bzw. von lettisch "ilgotis" (sich sehnen) ausgehen. Dazu der Name Elgott.

Gerullis hat einen Ort Ilgayn im Kammeramt Liebstatt sowie einen See Ilgene im Kreis Mohrungen.

Insgesamt sehe ich aber in Westpreußen keinen Zusammenhang zwischen Ell-witz und Elg-uth. Anders mag es in slawischen Gebieten (Pommern, Schlesien) sein, wo Ell-guth getrennt werden kann..

Das Blei kommt aus der prußischen Sprache. Das kann auf einen Handwerker deuten aber auch auf einen Wahrsager, von denen es reichlich gab.

Beate

User offline. Last seen 7 Jahre 10 Wochen ago. Offline
Experte!Moderator
Beigetreten: 30.01.2006
Beiträge: 1553

ergänzend zu den Beiträgen:

1 Eintrag im OFB Memelland:
http://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=memelland&ID=143888&nachname=ELLWITZ&modus=&lang=de
...allerdings ist dieser recht dürftig und weißt auch nicht gleich auf die Herkunft von dort hin.

Bei familysearch.org ist der erste Eintrag 1786 (da noch mit einem "L) - ich würde schon sagen, daß es ein und der selbe FN ist.

...also weitergesucht mit einem "L":

http://home.wtnet.de/~hcarlsson/brockmann-list.htm
Kirchspiel Wattmannshagen
1731, 07.12 Brockmann, Matthies ∞ Elwitz, Lucrez Lucia

Elwitz mit einem "L", laut geogen Saale-Kreis, ist aber nicht aussagekräftig;
ELLWITZ HINGEGEN!

User offline. Last seen 7 Jahre 10 Wochen ago. Offline
Experte!Moderator
Beigetreten: 30.01.2006
Beiträge: 1553

sorry meine Tastatur hatte gerade ein Problem.

ist im LKR DEMMIN sehr stark vertreten, ich würde also schon meinen, daß der Name aus dieser Ecke stammt.

Kuck mal hier:
Alexander Paul Bernard Ellwitz (OGFN: 546222665)
Birth: 21 APR 1861 at Balden, Nordenberg,, East Prussia
Death: 28 NOV 1930 at ,, New York, United States

Father: Lufwav Elwitz (OGFN: 546348619)
Birth: 27 FEB 1826 at Koenigsberg, E. Prussia
Death: 24 AUG 1891

Mother: Hedwig Bensch (OGFN: 546348640)
Birth: 29 JAN 1835
Death: 9 DEC 1910 at Lyck, E. Prussia

...dürfte ich eigentlich nicht kopieren :?

Auf jeden Fall, würde ich in dieser Ecke weitersuchen.

Dinomaus28

User offline. Last seen 11 Jahre 14 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 04.06.2008
Beiträge: 4

Hallo,
anhand der Antworten wird meines Erachtens bestätigt, dass Onomastik eine Wissenschaft für sich ist. Ich habe noch mal nachgeschlagen: es war in Meyers Großem Konversations-Lexikon von 1905, in dem ich vom „Elen (Elenhirsch, Elentier [vom lit. élnis, »Hirsch«], Elch [althochd. ëlaho], Alces H. Sm.)…“ gelesen habe. Es lebte noch „…1530 auf den pommerschen Heiden; in Sachsen wurde das letzte E. 1746 erlegt, und in Schlesien, vielleicht auch in Pommern, hielt es sich noch 30 Jahre länger. In Ostpreußen war es damals noch weitverbreitet…“. Im aktuellen Online-Brockhaus findet sich das „Elen [altlitauisch ellenis »Hirsch«]“.

Jedoch ist die Deutung zum Wort „Blei“ angesichts der Bleivorkommen im jetzigen Polen ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Auf litauisch bzw. lettisch wird dies jedoch nach meinen Unterlagen übersetzt als Švinas bzw. Svins, Zinn aber als Alavas bzw. Alva. Ob es dort damals keine Differenzierung zwischen den weichen Materialien Blei und Zinn gab? Ich habe gelesen, dass die antiken Römer diesen Elementen die Bezeichnungen schwarzes bzw. weißes „Blei“ gegeben hätten.

Nach dem Hinweis auf die Übersetzung von Blei habe ich eine Heirat einer Johanne Louise Alwis 1856 in Memel (Ostpreussen) finden können. Die Variationen des Namens Alwitz bzw. Allwitz (beides Frauen) ließen sich für 1785 (Hochzeit) und 1784 (Geburt) nur in Niederösterreich und Baden finden, zu letzterem gibt es zurzeit in Deutschland nur 3 Telefonbucheinträge.

Meine Eigenen Vorfahren kann ich nur bis zu meinem Urgroßvater Heinrich Wilhelm Karl Ellwitz nachweisen, der am 6.5.1895 in Zemmin (Pommern) geboren worden ist; von dessen Vater Wilhelm habe ich nur den Geburtsort Sophienhof. Beides sind Orte rechts der Peene.
Einen verwandtschaftlichen Bezug zu älteren Namensträgern konnte ich bisher nicht herstellen:
Ein Unteroffzier Emil Ellwitz, Angehöriger der „9. Compagnie des 3. Niederschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 50“, aus Kahl (Neidenburg) wurde seit der Schlacht bei Wörth am 6. August 1870 vermisst. Die Ostpreußen Alexander Paul Bernard Ellwitz (mit vertauschtem Zweitnamen aber ansonsten identischen Angaben) aus Balden (heute Bałdy) und dessen Vater L Gustav Ellwitz („Lufwav Elwitz“) fand auch ich im Internet (wieso sollten die obigen Daten nicht kopiert werden dürfen?). Nach der Geburt zweier Kinder in Berlin wanderte der erstgenannte mit seiner Familie in die USA aus. Damit ließen sich aber bereits 1815-1822 in Berlin evangelisch getaufte Elwitz (mit einem L) nicht begründen.
Die 1731 im Kirchspiel Wattmannshagen (Mecklenburg) angetraute Lucrez Lucia Elwitz (auf einer anderen Internetseite: Lucia Lurenca Elwitz) wirft bei mir nebenbei Fragen mit Bezug auf den Vornamen auf – ist dieser ein Ergebnis der Zeit der Aufklärung? Auf jeden Fall ist das bisher der älteste Hinweis auf den Namen Elwitz im Internet. Mit Jochim Hinrich Elwitz, der 1761 in Prohn (Pommern) heiratete, und Christina Elwitz, die 1786 in Hohensee (ebenfalls Pommern) geboren und 1807 verheiratet worden ist, habe ich die ältesten Elwitz in den veröffentlichten Datenbanken der Mormonen vorzuliegen.

Im Band 16 von „Altpreußische Geschlechterkunde Familienarchiv – Familiennamen“ soll der Name Elwitz auf Seite 58 genannt sein. In Ermangelung dieser Literatur kann ich aber nicht sagen, welche Aussage hier getroffen wird. Ich nehme an, dass wiedermal eine weibliche Elwitz verheiratet worden ist.

Sofern doch eine nichtpreußische, sondern pommersche Herkunft anzunehmen ist und die Ursprüngliche Form nur mit einem L geschrieben worden ist, was hat sie dann zu bedeuten?

MfG
Th. Ellwitz

Beigetreten: 29.01.2006
Beiträge: 1833

Hallo,
litauisch "elnis/ elnias" ist der Hirsch und entspricht prußisch-pomesanisch "alne". Die sind nicht ausgestorben. In deutscher Literatur stehen nicht unbedingt wahre Sachen über baltische Angelegenheiten.

Ich würde Dinomaus folgen und den slawischen Bereich entlang der Ostseeküste annehmen, zumal bei dem obigen Hirsch ein "n" zuviel ist für den Namen Ellwitz. Ich tendiere nach wie vor zu einem Fluss (siehe oben).

Beate

User offline. Last seen 7 Jahre 10 Wochen ago. Offline
Experte!Moderator
Beigetreten: 30.01.2006
Beiträge: 1553

Hallo!

Die Daten dürfen deshalb nicht kopiert werden, weil sie eine Privatperson bei, wo war ich noch gleich, fällt mir jetzt nicht ein, dort hinterlegt hat und man nur durch Anmeldung diese Informationen erhalten kann.

Ich finde die Theorie von Alvis, Alwis zu Allwitz/Ellwitz gar nicht abwägig. Aus A wird leicht mal E, aber selten aus -witz = wis etc.. Deshalb geht man auch erst mal nicht davon aus, daß dort ein Zusammenhang besteht.

Dies wird man erst mal durch eine Verbindung nachweisen müssen.

Jetzt kommen natürlich auch noch andere Dinge ins Spiel.

Gottschalk verweist z.b. bei Alv- auf Alb und Alw- auf Adel..., auch die Elbe ist erst mal nicht auszuschließen. Interessant finde ich auch die Theorie zu mhd. elbiz = Schwan...

Man muß also herausfinden, ob sich die Schreibweise tatsächlich so geändert hat und außerdem aus welcher Region (Ecke) die älteren Vorfahren stammten.

Dinomaus28