Nelkenbrecher

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User offline. Last seen 14 Wochen 1 Tag ago. Offline
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Beiträge: 21

Hallo zusammen!

Ich frage mich schon längere Zeit, was es mit dem FN Nelkenbrecher auf sich hat. Ich kann fast nicht glauben, dass es ein Berufsname ist, denn wer macht schon beruflich schöne Blumen kaputt? :P
Es gibt in meiner Gegend einige, die diesen FN tragen, daher würde ich mich über das Erlangen der Erkenntnis über Bedeutung und Herkunft dieses Namens sehr freuen :)

lg

Jacky

User offline. Last seen 6 Stunden 59 Minuten ago. Offline
Experte!Moderator
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Beiträge: 4586

Hallo,

G.G. (f. D) verz. rund 30 Einträge in 16 vers. Lankr.. Die Meisten in ST (Burgenlandkreis).

(Nagelbrecher =einen einzigen Eintrag!)

Dazu einen Eintrag: Nelckenbrecher, Peter, 1613, von Würchhausen

http://mv-naumburg.de/das-naumburger-buergerbuch/buergerbuch/article/7473-nelckenbrecher

Fam. Nam. mit der Zusammsetzung –brecher gibt es div..
Z.B. Borkenbrecher (Berufsübername i.d. Bt. = schält die Rinde von den Bäumen), Eisbrecher, Holzbrecher, Maurenbrecher, Speerbrecher, Steinbrecher, Zahnbrecher, Zaunbrecher usw..

Meist handelt es sich dabei wohl um Berufsübernamen.

Z.b. mhd., nhd. Breche (brae) ist ein Gerät zum Flachsbrechen. Mit Flachsbrechen ist gemeint, die Flachsfasern von den Holzbestandteilen zu teilen/trennen.

Oder zu Zahnbrecher (G.W.B.): zahnbrechen, n., das ausbrechen von zähnen: dann ... werden sie (die zähne) gleich auszfallen on alles zanbrechen Sebiz (1579). zahnbrecher, m. , der zähne ausbricht, zanbrecher, edentarius Dief. 194c, zanbrächer, dentifrangibulus Maaler 512a, zahnbrecher, medicus dentium Henisch 493, 9, Stieler 231, medicus circumforaneus qui dentes extrahit Frisch 2, 464a, ungeschickter zahnarzt, aus verachtung Adelung, mundartlich zahndbrecher Hügel 192b, in älterer sprache auch zä(h)n(e)brecher, nd. tän(e)bräker, tânebręker Woeste 268a, danach auch hd. vereinzelt zahnebrecher.

Nelkenbrecher:

Nelke: mhd. negel(l)ìn, negelkìn n., mnd. nègelke, auch mnd. nègelken, md. nelekin, nelchin ca. 15. Jh.. Nelke ca. Ende des 16. Jh..
Nagel: i.A.=runder Metallstift mit flachem Kopf. (Hornplatte an Fingern und Zehen) Zu/von Ahd. nagal = Nagel, Pflock, Riegel, ca.8. Jh.. (Finger-, Zehennagel ca.9. Jh.). Mhd. Nagel, auch = Aststelle im Holz, Gewürznelke, Augenübel. Asächs. nagal, mnd. nàgel, negel, neil, mnl. nàghel, nl. nagel usw..

-brechen: in Stücke teilen, trennen u.ä.. Zu/von ahd. brehhan (brechen, reissen, vernichten ca.8. Jh… Mhd. brechen, asächs. brekan, mnd. und mnl. brèken, nl. breken, aengl. brecan, got. brikan.
Auch auf Platt-Dt. Nägelken= Nelke.