Dreier

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User offline. Last seen 14 Jahre 8 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 04.11.2005
Beiträge: 23

Hallo,

der Name Dreier existiert landauf und landab, mich interessiert aber vornehmlich der Namensursprung in Ostwestfalen.

Der Name ist in diesem konkreten Fall mit ziemlicher Sicherheit in Beziehung zu setzen zu der Schreibweise Dreyem, die als Hofname um 1676 in einer Liste zur Verteilung der Sitzplätze in der Kapelle bzw. Kirche von Verl bei Gütersloh erscheint.

Als mögliche Interpretation wurde mir die Berufsbezeichnung Dreher genannt, aber ohne konkrete Quellen.

Über eine Bestätigung oder eine These zu einer möglichen anderen Herleitung würde ich mich sehr freuen.

Mit vielen Grüßen

andreas k

User offline. Last seen 1 Jahr 44 Wochen ago. Offline
Moderator
Beigetreten: 06.12.2004
Beiträge: 743

Hallo,

nichts abschließendes, nur meine bescheidene Meinung:
Dreier gibt es wie Sand am Meer, und das in etlichen Schreibungen.

Es gibt auch etliche Bedeutungen, z.B. der Dreher, der Träger, der Träge, als Übername zu "drei" oder zur Münze "Dreier" (Kunze und Naumann).

Nun sagten Sie, der Name geht wohl auf einen Hofnamen zurück.
Hofnamen verhalten sich ähnlich wie Hausnamen und dort ist es weitgehend unübliche (bitte korrigieren Sie mich, wenn ich da falsch liege, aber im Moment fällt mir kein Beispiel ein) Berufsnamen zu vergeben.

Hausnamen gehen oft zurück auf Tiere oder Pflanzen oder irgendetwas "poetisches". Das würde ich gegen den Ursprung als Berufsname in die Wagschale werfen.

Einen "Hof zum Dreier" hat Naumann übrigens bereits 1320 im Angebot, der geht auf die "drei" zurück.

Vielleicht hilft Ihnen das ja erstmal weiter.

User offline. Last seen 14 Jahre 8 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 04.11.2005
Beiträge: 23

Hallo und vielen Dank für die Antwort!

Ich glaube auch nicht recht an einen „drehenden“ Hofbegründer. Leider weiß ich (noch) nicht, seit wann der Hofname existiert und ob sich vielleicht über einen solchen zeitgeschichtlichen Hintergrund eher auf den Namensursprung schließen lässt.

An „poetische“ Ambitionen mag ich allerdings auch nicht recht glauben – der Hof liegt im Gebiet zwischen Bielefeld, Gütersloh und Paderborn in der sogenannten Senne, die sich namentlich von „sinedi“ ableiten soll und hauptsächlich aus Sand bestand - wenig Nährboden für poetische Muße.

Solange ich nichts Genaueres weiß, werde ich mit dem Zahlwort im Namen liebäugeln, wie es sich bei Naumann findet.

Nochmals vielen Dank und beste Grüße

andreas k