Eikelmann

4 Antworten [Letzter Beitrag]
User offline. Last seen 4 Jahre 19 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 10.06.2009
Beiträge: 55

Hallo miteinander,

ich würde mich freuen wenn jemand etwas zur Erklärung des Namens "Eikelmann" beitragen könnte.
Bekannt ist als Herkunftsgebiet Ostwestfalen. Erste Erwähnung 1556 "Eickelmann", zwischen 1573 und 1581 mehrere Erwähnungen als "tom Eikel" (tom = zum, niederdeutsch), um 1700 dann auch nur "Ekelman".
"Eikel" bedeutet wie im Niederländischen "Eichel", also die Frucht des Eichenbaumes. Bisher steht als Erklärung "der Siedler an den Eichen".
Hat jemand eine andere Erklärung?
Gibt es eventuell Beiträge zum suffix "mann"?

V.

User offline. Last seen 1 Tag 4 Minuten ago. Offline
Experte!Moderator
Beigetreten: 31.12.2005
Beiträge: 4594

Volker_ wrote:Hallo miteinander,

ich würde mich freuen wenn jemand etwas zur Erklärung des Namens "Eikelmann" beitragen könnte.
Bekannt ist als Herkunftsgebiet Ostwestfalen. Erste Erwähnung 1556 "Eickelmann", zwischen 1573 und 1581 mehrere Erwähnungen als "tom Eikel" (tom = zum, niederdeutsch), um 1700 dann auch nur "Ekelman".
"Eikel" bedeutet wie im Niederländischen "Eichel", also die Frucht des Eichenbaumes. Bisher steht als Erklärung "der Siedler an den Eichen".
Hat jemand eine andere Erklärung?
Gibt es eventuell Beiträge zum suffix "mann"?

V.

Hallo,

Hkn. zu ON EICKEL.

Kopie: ca. 1298 Johann v. Eickel. Ca. 1300 Heinrich de Eclo usw.. (seinerzeit noch ohne -mann)

Eickel Die Ritter von Eickel "Eclo"d.i. Eichen-Gehölz, auch "Eckelo,Eycklo,Eckell,Eyckel" sollen zu den ältesten westf. Geschlechtern gehört haben...........................

http://www.gfh-wan.de/html/wissen.htm

In einer Schrift auf Baumrinde aus dem Jahre 774 ist von einer Burg Eclo (Eichenwald) die Rede, zu jener Zeit soll dort, wo heute Eickel liegt, der mächtige.........................

http://ehrengarde-4680.de/historisches.htm

Der mittelalterlich bedeutendere Teil der späteren Doppelstadt war das südlich gelegene Eickel, als eclo im Frühmittelalter erstmals erwähnt. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde im Ort die erste Kirche genannt...............

http://de.wikipedia.org/wiki/Wanne-Eickel

Wanne-Eickel: Wanne (alter Flurname wegen einer Geländesenke)

http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Wanne-Eickel.html

Quote:Gibt es eventuell Beiträge zum suffix "mann"?

Ja. Z.B.: -mann: aus ahd., asächs., mhd., mnd., man= Mann, Mensch, entstandenes Suffix, vor allem zur Bildung von Herkunfts-, Berufs-Ruf- od. Wohnstättenamen. Enthalten in sehr vielen Fam. Nam..

(in "jüd." Namen= man. Und/oder: in "jüd."Namen man= z.B. eine Kf. von Immanuel)

Noch dies:

Eiche = Eck = Eick = Eik, plattdeutsch, niederdeutsch zur to = altsächsisch, die älteste Stufe des heutigen Plattdeutsch. Ererbtes Sprachgut unserer Verfahren, aus der Urheimat to Eck, tor Eick = zur Eiche. (eine bestimmte Eiche)

http://www.treckmann.de/Chronik.htm

"Nb."/auch erwähnt sei:

Bei Fam. Nam. Eick(mann) kann es sich (auch) um einen Hkn. zum ON EICK(Nord.Westf. handeln. (Eick=Stdtt. v. /Moers)

EICKmann: bereits erwähnt 1389 i. d. Form Aichmann.

Berufsname auf -mann zu Eicheler (d. Eichelsammler) Eichmann= nd.

Ei(c)ke auch= "ecke".

Eicke, Eilke, Ehlert, sind auch Kf. z.B. der Rufnamen Eilhard, Ehlert, Eilward (Eicke v. Repgow, Verf. der "Sachsenspiegels" ca. 1220. (nd./fries

User offline. Last seen 4 Jahre 19 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 10.06.2009
Beiträge: 55

Hallo,

vielen Dank für die ausführliche Antwort!
Für den Namen gibt es nach bisheriger Forschung drei Ursprungsgebiete. In unserem (Raum Bielefeld/Gütersloh) ist ein Hof "Eikel" ebenso bereits im 13. Jh. nachgewiesen, sodaß man keine Verbindung in den Raum Wanne-Eickel/Herne annehmen kann (bestenfalls vermuten...).
Ich gehe davon aus, daß der Name sich in all seinen Variationen in mehr als einem Gebiet unabhängig voneinander entwickelt hat. Sodaß "Eikel" als Hofname wohl nicht viel mehr als "Eichenhof" bedeuten dürfte!?

Volker

User offline. Last seen 1 Tag 4 Minuten ago. Offline
Experte!Moderator
Beigetreten: 31.12.2005
Beiträge: 4594

Volker_ wrote:Hallo,

Ich gehe davon aus, daß der Name sich in all seinen Variationen in mehr als einem Gebiet unabhängig voneinander entwickelt hat. Sodaß "Eikel" als Hofname wohl nicht viel mehr als "Eichenhof" bedeuten dürfte!?

Volker

Hallo,

Quote:Ich gehe davon aus, daß der Name sich in all seinen Variationen in mehr als einem Gebiet unabhängig voneinander entwickelt hat. Sodaß "Eikel" als Hofname wohl nicht viel mehr als "Eichenhof" bedeuten dürfte!?

Dies trifft sicherlich beides zu. In Basel(CH) belegt: der Hausname domus zer Eiche oder Burkhard under Aichun. Oder in Freiburg (Dt.) Cunr. zur Eiche (1298).

Etyml.:

Eiche: (8. Jh.), mhd. eich, ahd. eih(ha), as. ek Stammwort. Aus g. aik-(o), älter aik- f. "Eiche", auch in anord. eik, ae. ac, afr. ek. Ähnlich in Form und Bedeutung sind aesculus "Bergeiche" und gr. aigílops m. "eine Eichenart, Flughafer", gr. aígeiros "Schwarzpappel". Da Eichen mehrfach nach ihrem harten Kernholz bezeichnet werden (vgl. etwa robus "Kernholz, Eiche" und robustus "hart, fest, kräftig"), liegt es nahe, auch bei dem Eichenwort eine solche Grundlage zu suchen, die zwar nicht eindeutig nachweisbar, aber ziemlich wahrscheinlich ist. Die genannten Baumnamen bezeichnen Hartholzbäume, die Bedeutung "Flughafer" muss auf einer Verwechslung o.ä. beruhen. Eine Stütze kann darin gesucht werden, dass eine Vollstufe der zweiten Silbe (ajeg-) im Germanischen und Keltischen Wörter für "Eis" liefert, das damit als "das Harte" bezeichnet wäre (anord. jokull "Eiszapfen", mir. aig "crystallus". (Adjektiv: eichen) Nndl. Eik (eboom), ne. oak, nschw. ek, nisl. eik; Eichel.

Eichel: (9. Jh.), mhd. eichel, ahd. eihhila, mndl. eikel Stammwort. Zugehörigkeitsbildung in Form eines Diminutivums zu Eiche.

Eik- zu wie Eick, auch Eyck= nd.-ndrhein. (dazu gehörend auch Vandereicke, van Eyck, usw.)

Der Name Eyckeler higegen ist (auch) ein Hkn. zum ON Wanne-Eickel.

Teilw. ist es auch möglich, dass sich der (die) Namen/Formen wie EICHER von mhd. ìcher= Eichmeister, ableiten. Eichele, Aichele sind auch Flurnamen. Selbstverständlich müssen auch die x-fachen ON Eich, Eichen, Eiken, (z.B. CH) Eickelbom (Westf.) erwähnt werden.

Fries. Namen wie Eike, Eicke, Eycke usw. gehen jedoch zurück auf Rufnamen wie Eilhard, Eilard. Oder sind gebildet aus as. eil-, germ. agi, got agis= Schrecken. (agil= Schwertspitze)

User offline. Last seen 4 Jahre 19 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 10.06.2009
Beiträge: 55

Nochmals meinen herzlichen Dank für den ausführlichen Beitrag!

V.