Lühmann

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Gast

Hallo,

was könnte der Name Lühmann (über 800 mal in Deutschland) bedeuten? Lohmann (ebnfalls über 800 mal) und Luhmann (ca. 430 mal) sind sicher in die Überlegungen zum Ursprung einzubeziehen. Die vermutlich etymologisch zusammenhängenden Namen kommen in ihrer Mehrheit in Norddeutschland vor.

Ich habe mal gehört, es könne sich bei dem Namen um die ehemalige Berufsbezeichnung für Leinenweber handeln.

Ein Hinweis zum Ursprung ist möglicherweise eine Ortsbezeichnung im Norden Deutschlands. Es gibt in Brandenburg einen Ort namens "Lühmannsdorf". Es gibt offenbar einen Zusammenhang zwischen Orts- und Familiennamen. Nur, welcher war zuerst da?

Vielen Dank für Ihre Mithilfe! Holger Lühmann

User offline. Last seen 16 Stunden 39 Minuten ago. Offline
Experte!Moderator
Beigetreten: 07.03.2005
Beiträge: 1921

hallo,
in den schlauen Büchern habe ich folgendes gefunden:

Lühmann
Bei der Suche nach “Lühmann” wird man
auf LÜDEMANN verwiesen. Und so landen
Sie dann in der großen Namensverwandtschaft
“Lütke, Lüdecke, Lüdemann, Ludemann.”
Der Ursprung all dieser Namen ist die
althochdeutsche Silbe LIUT- = Volk, Menschen,
Leute und in Ihrem Fall noch + -mann.

Lohmann
1348 schon als Loman erwähnt, ist dies ein
Wohnortname zum mittelhochdeutschen lo(ch) =
Busch, Wald, Gehölz + man=Mann für einen,
der im Gehölz wohnt.
Naumann gib auch noch die Hinweise auf
1. das mittelhochdeutsche lo =Gerberlohe, Lohgerber und
2. auf die Möglichkeit eines Herkunftsname
nach dem Ortnamen Loh(e).

Luhmann
1. Wohnstättenname auf -mann zu dem Gewässernamen Luhe,
linker Nebenfluss der Elbe in Nordniedersachsen. (Duden) .

Obwohl sich alles ziemlich gleich schreibt oder anhört, ganz
unterschiedliche Bedeutungen.

mfg Weste

Gast

Vielen Dank für ihre Antwort! Jetzt bin ich schon ein gutes Stück weiter.

Holger Lühmann

User offline. Last seen 6 Tage 15 Stunden ago. Offline
neugierig
Beigetreten: 12.05.2019
Beiträge: 1

Hallo, es ist alles ganz anders.

Die Vorfahren aller Lüdemanns, Lüddemanns und ähnlicher Namen waren niederländische Siedler, die von 1200 bis 1500 nach Norddeutschland bis Pommern als Wasserbauexperten angeworben wurden, um Sümpfe trocken zu legen. Der niederländische Familienname Lijdsman wurde angepasst. Über Lüdsmann wurde er zu Lüdemann. Insgesamt kamen mindestens 100000, die aber nicht alle Lijdsman hießen. Heute gibt es 5000-8000 Lüdemanns in Deutschland. Sie sind überwiegend nicht miteinander verwandt. Meine Vorfahren waren westlich von Magdeburg ansässig, bevor sie westwärts wanderten. Der älteste bekannte Vorfahr wurde 1678 in Braunschweig als Neubürger registriert. Mein Großvater lebte im Sauerland. Ich wohne in Wuppertal.

Ein Hotspot von Lüdemann ist bei Rotenburg/Wümme. Da waren es auch holländische Siedler, vermutlich viele Lijdsman darunter. Ich habe immer nach einer Verbindung zu ihnen gesucht. Nun weiß ich, es gibt keine außer der Name.

User offline. Last seen 2 Tage 17 Stunden ago. Offline
Experte!Moderator
Beigetreten: 31.12.2005
Beiträge: 4545

Gast schrieb:

Hallo, was könnte der Name Lühmann (über 800 mal in Deutschland) bedeuten? Lohmann (ebnfalls über 800 mal) und Luhmann (ca. 430 mal) sind sicher in die Überlegungen zum Ursprung einzubeziehen. Die vermutlich etymologisch zusammenhängenden Namen kommen in ihrer Mehrheit in Norddeutschland vor. Ich habe mal gehört, es könne sich bei dem Namen um die ehemalige Berufsbezeichnung für Leinenweber handeln. Ein Hinweis zum Ursprung ist möglicherweise eine Ortsbezeichnung im Norden Deutschlands. Es gibt in Brandenburg einen Ort namens "Lühmannsdorf". Es gibt offenbar einen Zusammenhang zwischen Orts- und Familiennamen. Nur, welcher war zuerst da?

Vielen Dank für Ihre Mithilfe! Holger Lühmann

 

Hallo

Angefragt (2005) wurde der Name LÜHMANN.

Der Name Lohmann hat eine andere Etym. die hier im Forum bereits behandelt wurde:

https://www.onomastik.com/nachname-lohmann.php

Zum Namen Lühmann (auch Luehmann usw.) (rund 1000 Einträge in D). Form/Kf. zu einem Rufnamen gebildet mit dem Namenwort liut. Z.B. Ludolf. Oder Herkunftsname mit dem Suffix  -mann zu den Ortsnamen Lühe (in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt). Der Name kann auch auf einen Flurnamen zurückgehen. Lüh zu/wie loh= Hain, Lichtung, Gehölz, Gebüsch, Wald.

Die ON Lühe:

https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BChe_(Jork)

https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BChe_(M%C3%B6ckern)

Dazu kommt noch folgendes: Erstmals urkundlich erwähnt wird das Geschlecht mit Heinrich de Lu 1230. Die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit Heinrich von der Lühe, der ab 1366 in den Urkunden erscheint………

http://www.schloss-puetnitz.de/geschichte/familie-von-der-luehe.php

Wobei nicht ganz ausgeschlossen werden kann, dass der Name Lühmann eine verkz. Schreibweise von Lüthmann ist (dazu lese weiter unten). Grundsätzlich gilt die pers. Ahnenforschung. Grundsätzlich gilt auch, dass sehr viele Namen nicht einer 100% Etym. zugeordnet werden können.

 

Fam. Nam. Lüdemann geht NICHT auf den NL- Namen Lijdsman zurück.

Belegt ist der Name in der Schreibweise Liudman im 9. Jh. in D. Oder Z.B. Ludemann(es) im 13. Jh..

(LIJDSMAN ausgesprochen Leidsman)

Lüdemann: EINTRÄGE zum Namen Lüdemann (z.B.) gibt es in D rund 1400 und die vert. sich auf 260 vers. Landkreise.

Lijdsman rund 50 Einträge in den NL. Weitere Schreibweisen des Namens sind Lijtsman, Lietzman, Leijdsman, Leydsman, usw..

Weitere Namensformen und Schreibweisen sind Lüddemann, Ludemann, Lüdemann, Lüttmann, Ludtman,  Lüdtmann, verk. daraus auch Lydman. usw.. Form/Kf. zu einem Rufnamen gebildet mit dem Namenwort liut. z.B. Ludolf od. Ludwig.

Eine weitere Aussage, zum Namen, der Schreibweise LÜTTMANN, des Sprachwissenschaftler Dr. Winfried Breidbach: (KOPIE)

Der von rund 1150 Personen getragene Familienname findet sich überwiegend in Nordwestdeutschland zwischen Niederrhein und Hamburg. Besonders häufig ist Lüttmann im Landkreis Steinfurt in und um Rheine, auch bei Oldenburg ist ein Namenzentrum festzustellen. Vor 200 Jahren noch Ludman geschrieben.

Lüttmann ist eine von mehreren Formen eines sehr verbreiteten Familiennamens, der beim Vokal der ersten Silbe die Varianten ü und u aufweist und beim zweiten Konsonanten zwischen t (th, tt, dt) und d (dd) schwankt. Die heute noch existierenden Namenvarianten sind neben Lüttmann mit Vokal ü Lüthmann, Lüd(e)mann, Lüd(d)emann und Lühdemann und mit Vokal u Lut(t)mann, Lutman, Luthmann, Ludtmann und Lud(e)mann.

Der Name geht höchst wahrscheinlich auf einen Rufnamen zurück, dessen älteste Form als Ludeman erscheint, so bei „Ludeman de Crengelkenstove“ (1300 in Goslar) und „Ludeman van Achem“ (1316 in Braunschweig). Ludeman ist zusammengesetzt aus dem Kurznamen Lude und dem Namenelement -man, mit dem auch Rufnamen gebildet wurden. Der Vorname Ludeman ist gewissermaßen als verstärkte Form des einfachen Kurznamens anzusehen, so wie das auch beispielsweise bei Heinemann zu Heine (Heinrich) oder Klasmann zu Klas (Nikolaus) der Fall ist. Diese Namen wurden als Beinamen vergeben, um den ersten Namensträger als „Sohn von ...“ zu bezeichnen, der erste Ludeman war somit der „Sohn von Ludeman“.

Der Name Lude ist durch Anschwächung aus Ludo entstanden, der als Kurzname zu den Rufnamen mit Lud- fungierte. Dies waren einerseits die Namen mit einem ersten Namenwort „liud“ (Mitglied des Volkes; Volk, Leute) und andererseits die Namen mit „hlûd“ (berühmt, bekannt; laut). Beide Namenwörter fielen im Niederdeutschen lautlich in „Lud“ zusammen. Beliebte liud-Namen in alter und zum Teil noch in unserer Zeit sind beispielsweise Ludolf (Namenelemente liud + wolf „Wolf“) und Ludger (liud + gêr „Speer“), der bekannteste hlûd-Name ist Ludwig (hlûd + wîg „Kampf, Krieg“).

Vor allem zu diesen populären Namen wird der Kurzname Ludo gehört haben, theoretisch aber kann Ludo auch von allen übrigen Rufnamen ausgegangen sein, die die germanischen Namenelemente liud- und hlûd- enthalten. Lüttmann und die anderen zitierten Familiennamen entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte als Varianten aus dem zu Ludo/Lude gebildeten Namen Ludeman. Die Schreibung mit -tt- ist schon für das 14. Jahrhundert nachzuweisen: „Beteke Lutteman“ (1349 in Neuhaldensleben).

Das niederdeutsche Adjektiv „lütt“ (klein) ist in dieser Form noch nicht alt, ursprünglich lautete es „lüttik“, „der Lütte“ ist verkürzt aus „der Lüttke“.

Von den Familiennamen, die dieses Adjektiv und -man enthielten, scheint es heute nur noch den seltenen Namen Lütkemann zu geben. In Einzelfällen ist Lüttmann möglicherweise aus Lüt (t)kemann abgeschliffen worden, wahrscheinlich ist dies aber nicht.