Metzkow

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User offline. Last seen 1 Jahr 41 Wochen ago. Offline
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Nach den im Internet gefundenen Mormonen-Unterlagen gibt es diesen Namen ca. 1745 in Hanseberg, Kreis Königsberg/Neumark. Meine Großeltern stammen aus dieser Gegende. Mein Großvater wurde dort am 12.02.1879 geboren, ist aber nicht über die Neumark-Forschergruppe zu finden noch bei den Mormonen.
Seit 1812 gibt es den Namen in den Berliner Adressbüchern, ab 1818/19 mit immer mehr Namensträgern, bis ca. 1850 fast alle als "Seidenwirker"
geführt. Ab ca. 1880 wanderten einige Metzkow`s in die USA aus, dort ist der Name noch heute in unveränderter Schreibweise aktuell.
Weil ich mir vorstelle, daß es unwahrscheinlich ist, daß diese Familie von "hinter der Oder" ziemlich plötzlich nach Berlin zieht und andererseits der Beruf und evtl. auch der Name mit der Stadt Metz in Frankreich zusdammenhängen könnte, dieser heutige Versuch.
Bisher war kein Namenszträger zu finden, der außerhalb Berlins georen wurde und in Berlin Verstarb.
Für jeden Hnweis bin ich dankbar

User offline. Last seen 5 Jahre 50 Wochen ago. Offline
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Es finden sich die slaw. Schreibweise Meckow in alten Brandenburger Urkunden. Das ist ein Herkunftsname zu einem ehemaligen Dorf Meckow, das wohl in der Nähe von Lebus bei Frankfurt/O lag. Vgl. Link Weiter oben wird auch Königsberg erwähnt.

MfG

User offline. Last seen 1 Jahr 41 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 14.01.2011
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Dank an Diogenes für die schnelle und kompetente Antwort.

Aber es tauchen neue Fragen auf:
Es gab nicht nur das Dorf Meckow im Lande Lebus sondern auch im Königreich Böhmen den Ort Meckow (über das "c " gehört der tscheschische Haken, den kann ich und auch mein PC nicht) gleich zweimal, einmal i.d.Gegend v. Pilsen, einmal bei Chramost.
Nach Auskunft einer Cousine, die Slawistik studiert hat, spricht man das dann aus als "Metschkow".
Für das Land Lebus spricht die Tatsache, daß es dort etliche Metzkow`s gab.
Dazu passt aber nicht recht die andere Tatsache, nämlich daß es in Berlin ab ca. 1818/19 unter diesem Namen mehrere Seidenwirker gegeben hat, die dazu auch gleich noch oft Meister gewesen sein sollen.
Frage: Wie findet man heraus, ob aus dem damaligen Königreich Böhmen

Seidenwirker nach Berlin angeworben wurden ?, die dann ihren Namen in der in Berlin üblichen Schreibweise wiederfanden.
Frage: Wie finde ich heraus, ob es in diesem Forum weitere Beiträge zu Metzkow gibt?
Danke für Verständnis
mfg helmutmz

User offline. Last seen 5 Jahre 50 Wochen ago. Offline
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Wenn deine Vorfahren nachweislich aus der Gegend um Meckow /Neumark stammen, ist doch davon auszugehen, dass sich euer Familienname von diesem Ort ableitet und nicht von einem Metschkow in Tschechien. Meckow wird metzkow gesprochen.
Die Methodik, über eine bestimmte Berufszugehörigkeit seine Vorfahren zu ermitteln, ist ziemlich abwegig.
Für mich ist die genannte Namenserklärung eindeutig.

Um Beiträge zu behandelten Namen in diesem Forum zu finden, kann man die Suchfunktion (links am Rand) benutzen.

MfG

User offline. Last seen 1 Jahr 41 Wochen ago. Offline
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Dank an diogenes
Über Türkensteuer/Wikipedia bin ich irgendwie dahin gekommen, daß zu der fraglichen Zeit in der Neumark gezielt Tuchweber angesiedelt wurden. Für mich ist das dann nicht zu weit hergeholt, daß aus diesen Neumärker Tuchwebern einige Jahre später Berliner Seidenwirker wurden.
Zu der Suche über Berufe: Wenn man auf der Neumärker Internetseite nach Vorfahren sucht, wird auch der Beruf abgefragt.
Ist es nicht auch so, daß Namen oft aus den Berufen abgeleitet werden ?
Mfg
helmutmz

User offline. Last seen 5 Jahre 50 Wochen ago. Offline
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helmutmz wrote:Für das Land Lebus spricht die Tatsache, daß es dort etliche Metzkow`s gab.
Dazu passt aber nicht recht die andere Tatsache, nämlich daß es in Berlin ab ca. 1818/19 unter diesem Namen mehrere Seidenwirker gegeben hat, die dazu auch gleich noch oft Meister gewesen sein sollen.
Ich verstehe nicht ganz, weshalb die Anwesenheit von Seidenwirkern in Berlin ein Ausschlussgrund für die Herleitung des Namens Metzkow vom Ort Meckow sein soll.

helmutmz wrote:Ist es nicht auch so, daß Namen oft aus den Berufen abgeleitet werden ?
Ja, aber was hat das mit deinem Namen zu tun? Herkunftsnamen sind ebenfalls sehr häufig.

MfG

User offline. Last seen 1 Jahr 41 Wochen ago. Offline
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Ich wusste nicht, daß der Ort "meckow" als Metzkow ausgesprochen wird bzw. damals in dieser Gegend so ausgesprochen wurde, so habe ich dich jedenfalls verstanden.
Da kam mir die tschechische Version naheliegender vor.
Für mich passte es auch nicht zusammen, daß innerhalb kurzer Zeit aus der Landarbeiterbevölkerung der Neumark in Berlin Seidenwirker geworden sein sollen,- da wusste ich noch nicht, daß dort seinerzeit gezielt Tuchweber angesiedelt worden sind.
Nun frage ich mich natürlich, woher sind diese Tuchweber angeworben worden ?
Jetzt werde ich versuchen herauszufinden, ob es damals in Böhmen eine spezifische Textil-"Industrie" gab, usw. usw.
Weil ich ein kompletter Laie bzgl. der Onomastik bin, meine ich erst jetzt mitbekommen zu haben, daß Familiennamen im heute üblichen Sinn erst mit den Türkensteuern und den damit verbundenen Listen aufgekommen sind.
Ist es auch vorgekommen, daß ein Ort nach der Familie benannt wurde, die den Ort gegründet hat ?
Mfg

User offline. Last seen 5 Jahre 50 Wochen ago. Offline
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helmutmz wrote:Ich wusste nicht, daß der Ort "meckow" als Metzkow ausgesprochen wird bzw. damals in dieser Gegend so ausgesprochen wurde, so habe ich dich jedenfalls verstanden.
Darauf hatte ich dich aber schon in meiner zweiten Antwort hingewiesen.

helmutmz wrote:Ist es auch vorgekommen, daß ein Ort nach der Familie benannt wurde, die den Ort gegründet hat ?
Es ist sehr oft vorgekommen, dass ein Ort nach dessen Gründer benannt wurde.
Bei Meckow vermute ich, dass er sich vom Rufnamen Miecek, eine Koseform von Miecyslaw, ableitet.

MfG

User offline. Last seen 1 Jahr 41 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 14.01.2011
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Über "Untersuchungen zum Stammsilbenvokalismus" Eleonore Kaiser 1968 S.240 bin ich auf den Ort Meetschow heute Postleitzahl 49475 gestoßen, in Niedersachsen bei Gartow. Sie listet verschiedene Schreibweisen auf von 1328 bis 1564 und nutzte wohl als Quelle an "Codex diplomaticus brandenburgensis" von Dr.Adolph Friedrich Riedel, 1868, Bd. 38, S. 378.
Riedel hat 1.) auf D. im Hannöverschen
2) Fam: 1228 bis 1422
mit folgenden Schreibweisen aufgelistet:
Metzkow (Metsekow, Metzeke, Metseke, Meseke, Metzke)
Auch ein Metschow gibt es heute noch bei Malchin.
Auch in "Urkunden zur Geschichte der Neumark und des Landes Sternberg", Bd. 10 S. 286 und in "Geschichte der Stadt Magdeburg" Bd.3, S.187 taucht der Name auf in den Jahren 1355 bzw. 1469.
Frage: Ist meine Suche nach EINEM Ursprung dieses Namens ein laienhafter Irrtum/Fehler ?
Ist es zweckmäßig, unter Berücksichtigung dieser im Internet gefundenen vielfalt der Namensfunde, nicht einen "Stammbaum" mir mehreren Wurzeln anzulegen, sondern gleich mehrere "Bäume", die in weitvoneinander gelegenen "Wäldern" , die durch "Mutationen" zufällig den gleichen Namen haben ?
Danke für Geduld und Antwort sagt
Helmut Metzkow

User offline. Last seen 5 Jahre 50 Wochen ago. Offline
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helmutmz wrote:Frage: Ist meine Suche nach EINEM Ursprung dieses Namens ein laienhafter Irrtum/Fehler ?
Es geht hier doch um den Ursprung deines Namens. Darauf habe ich dir eine Antwort gegeben. Bei anderen Familien / Linien namens Metzkow kann es einen anderen Ursprung geben, je nachdem, woher deren Vorfahren stammen. In der Ahnenforschung wird die Linie der eigenen Familie zurückverfolgt. Nur so kann man Ursprung und Bedeutung seines Familiennamens ermitteln.

MfG