12.Mär.2005

4.1.3 Namenschöpfung

Über die jüngere Ostsiedlung, die zeitlich etwa mit der Wanderung Deutscher nach Australien zusammenfällt, schreibt A. Bach, dass die dabei entstandenen Ortsnamen „großenteils den Stempel des Kunstprodukts an der Stirn tragen.“ Mit bewusst geschaffenen „Wunschnamen“ wurden Wünsche und Hoffnungen für die neue Siedlung ausgedrückt. Unter den Ortsnamen der Ukraine gäbe es u.a. ein Blumendorf, Freudenfeld, Glückstal, Hoffnungstal, Schönfeld, Gnadenheim.[183]

12.Mär.2005

4.1.2 Ortsnamen aus Personennamen

Ortsnamen, die als deutsche oder englische Bildung auf einen deutschen Personennamen zurückgehen, sind die zweithäufigste Erscheinung unter allen vorgestellten deutschen Ortsnamen.
Dabei kann zunächst grob in zwei Gruppen unterscheiden werden:
a) Toponyme aus den Namen von nicht ansässigen Personen und Persönlichkeiten und
b) Toponyme aus den Namen von zur Zeit der Bildung Ansässigen.

12.Mär.2005

4.1 Ortsnamen nach ihrer Motivation

Dutzende deutsche Ortsnamen entstanden mit der Masseneinwanderung Deutscher in Südaustralien und in Queensland. Zumindest einige sind für die anderen Staaten belegt. Den Ortsnamen, die mit den Siedler auf den Kontinent gelangten, liegen im wesentlichen drei Motivgruppen zugrunde: Sie wurden von den Einwanderern vollständig aus appelativischem Wortmaterial gebildet, sie beruhen auf Personennamen, oder sind Ortsnamen, die von Orten aus ihrer Heimat übertragen wurden.

12.Mär.2005

4. Diskussion

Diese Liste der Ortsnamen Queenslands mit deutschen Elementen gibt mit Sicherheit deren Großteil wieder, obwohl ein Anspruch auf Vollständigkeit hier nicht bestehen kann. Einige Toponyme (Linden, Hotzfeld Creek, Weinert Creek sowie einige Parishes) konnten nicht aufgenommen werden, weil, außer einem starken Verdacht auf deutsche Wurzeln, keine Anhaltspunkte gefunden werden konnten, die diese Vermutung hinreichend stützen. Andere mögen nur so kurze Zeit Bestand gehabt haben, dass sie in den verwendeten Quellen nicht auftreten.

12.Mär.2005

3.2 Die deutschen Namen

3.2.1 Vorgehen

Während für die anderen Staaten nur Sekundärquellen herangezogen werden konnten, bestand die Möglichkeit, deutsche Ortsnamen in Queensland auch anhand von Orts- und Schulchroniken, Post- und Regierungsverzeichnissen und anderen Primärquellen aufzufinden.

12.Mär.2005

2.3 Tasmanien

Der Goldrausch zog auch viele Tasmanier nach Victoria, so viele, dass die Bevölkerung zwischen 1851 und 52 um ein Drittel schrumpfte. Die Abwanderung hielt auch danach noch an.[72]

11.Mär.2005

2.2 Südaustralien

Auch wenn die erste nachgewiesene Gruppenwanderung Deutscher zunächst nach New South Wales und von dort nach Queensland führte, nicht nach Südaustralien [53], so bietet diese Kolonie doch das viel gepriesene und oft zitierte Paradebeispiel für die erfolgreiche Masseneinwanderung und Ansieldung Deutscher in Australien. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges stellten die Deutschstämmigen etwa 10% der Bevölkerung der Kolonie.[54]

11.Mär.2005

2.1 New South Wales und Victoria

Phillip Schäfer und August Heinrich Alt, beide Hessen, waren wohl die ersten Deutschen in der Kolonie New South Wales. Sie landeten 1788 mit der Ersten Flotte, Schäfer war deren Supervisor, in der Botany Bay. Alt wurde Sydneys erster Surveyor-General und trug maßgeblich zur Gestaltung der frühen Siedlung bei. [34]

11.Mär.2005

2. Deutsche Einwanderung und Ortsnamen

Ab dem 19. Jahrhundert kamen Deutsche nicht nur zu Tausenden nach Australien, sie siedelten sich i.d.R. auch dort an, wo bereits Landsleute zugegen waren. Während es in Western Australia und im Northern Territory kaum deutsche Einwanderer gab, lebten sie in den östlichen Kolonien konzentriert – gleiches gilt allerdings auch für britische Zuwanderer. Doch überall dort, wo Deutsche in großen Zahlen lebten, hinterließen sie wenigstens einige Ortsnamen.

11.Mär.2005

1.3 Neuzeitliche Namenvergabe

Bis ins 20. Jahrhundert schossen Namen wie Pilze aus dem Boden – wild und unkoordiniert zumeist. Obwohl die Büros der Surveyor-Generals der einzelnen Kolonien und späteren Staaten die weitreichendste Kontrolle über die Ortsnamen hatten, konnten auch andere Behörden, die Post etwa, Namen vergeben. Weitere kamen von der Bahn.

Zur Mitte des Jahrhunderts hin wurden Behörden aufgebaut, die sich ausschließlich mit der Ortsnamengebung in den Bundesstaaten beschäftigen.