Würr

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Gast

Wer kennt die Herkunft und die Bedeutung des Namens "Würr" ? Es scheint nur sehr wenige Würr in Deutschland zu geben. Die meisten wohnen meines Wissens in Unterfranken Main-Spessart.

Wer kann mir weiterhlefen?

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Hallo,

ich bin eine Geborene Würr, habe aber auch keine Ahnung wo dieser Name her kommt. Würrs sind viele in Unterfranken. Hast du schon was raus bekommen? :lol:

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Alexandra Fuchsberger wrote:Hallo,

ich bin eine Geborene Würr, habe aber auch keine Ahnung wo dieser Name her kommt. Würrs sind viele in Unterfranken. Hast du schon was raus bekommen? :lol:

Hallo Alexander,

mal ein paar "Hinweise":

Geogen: (f. Deutschland) WÜRR: Es wurden 13 Einträge gefunden. Die meisten Würrs in/im Landkreis Main-Spessart (BY).

Geogen: (ÖSTERREICH) WÜRRER: Es wurden 68 Einträge gefunden und in 8 verschiedenen Bezirken lokalisiert. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung sind etwa 176 Namensträger zu erwarten. Damit tritt der Name normal häufig auf. Die meisten Würrers findet man in/ im Gänserndorf (NÖ).

Einträge bei F.S. "zu" Würr (WUERR) (5) 1771Obernalb, Niederoesterreich, Austria. 1870 Of Glaslern,Berglern, Erding, Oberbayern, Bayern. Würrer (WUERRER) (10) 1820 Kettlasbrunn, Niederoesterreich, Austria. 1852 Katholisch, Nuenschweiler, Pfalz, Bayern.

Wurr: (1600 Soehren, Holstein, Germany, 1575 Soehren, Holstein, Germany, 1748 Hamdorf, Schleswig-Holste, Prussia) Wuehr: (1754 Frankenberg, Frankenstein, Schlesien, Preussen, 1782 Klaffermuehle, Regen, Niederbayern, Bayern) Wurrer: (1687 Ribeauville, Haut-Rhin, France) u.v.m.

Vielleicht eine Form/Ableitung zum Fam. Nam. Wührer, Wuhrer: bair.- öster. Wohnstättenn. auf –er zu mhd. wuor(e), wüer(e)= Wehr zum Abhalten oder Ableiten des Wassers; für jemanden, der neben einem solchen Wehr wohnte.

Ahd. wüer f., wuer m., mhd. wuor(e), wüer(e)= Damm im Wasser, Wehr zum Abhalten oder Ableiten des Wassers.

Auch lesen:

Familienforschung und Heimatgeschichte/Heimatkunde im Bundesland Bayern ... Wehr, Wörr

http://www.ahnenforschung-bayern.de/forum/viewtopic.php?p=1083

Kopie aus G.W.B.:

WUHR, n. (selten m.), w u h r ( e ) , f., damm, wehr, graben, teich; dehnstufige, nur obd. bezeugte. verschlieszen, bedecken', auch 'durch verschlieszen schützen, retten, abwehren' WALDE-POKORNY 1, 282, vgl. wehr, n., teil 14, 1, 1, sp. 196f.; ahd. uuori, wori clausura (10. jh.) ahd. gl. 3, 628, 30; re cadaduppa (12. jh.) ebda 3, 630, 33, hier vermutlich fem., vgl. wuorin Schwabenspiegel (s. u. 1 b); städtechron. 8, 85 anm. 1; mhd. wuore, wüere, f., wuor, wüer, m., f., n. -- das wort ist in den heutigen mundarten überwiegend neutrum, so in Schwaben, im Elsasz und in der Schweiz, doch kennen diese gebiete auch vereinzeltes femin., das in der zweisilbigen form wuore, wüere für Wien, Kärnten, Tirol und Gottschee bezeugt ist. selten ist das maskul. (Schweiz), das bei SCHMELLER-FROMMANN 2, 980 ohne das neutrum, aber neben dem femin. verzeichnet wird. neben würe steht auch wör(e), s. HÖFER Österr. 2, 306; VEITH bergwb. 566. ganz vereinzelt begegnet eine form wuhl: bis über das wuehl am wägelinweiher (1674) bei FISCHER schwäb. 6, 968. -- wuhr, seit dem 9. jh. bezeugt, findet sich seit dem 13. jh. in obd. quellen in zunehmendem masze.

KOPIE WIKI: Der Familienname Wuhrer leitet sich von der Bezeichnung Wuor oder Wur ab, was soviel heißt wie Wehr oder Mühlenwehr. Ursprünglich hieß daher Wuorer, der am Wasserwehr wohnende. Die Schreibweise des Namens hat sich in unterschiedlichen Regionen verschiedenartig entwickelt. Beispiele: Wühr, Wührer, Wuhrer, Wuorer usw. In der Raumschaft Rottweil und Schömberg (Zollernalbkreis) wurder der Name wie folgt erstmals urkundlich erwähnt:

1380 Werlin Wuorer in Rottweil.1394 Hohenberger Steuerliste Schömberg: Contz der Wuorer, Hail Wuorerin, Wern Wuorer. 438/39 Jahresrechnung der Grafschaft Hohenberg " Usgeben an dem Wuor zu machend...." Am 26. April 1679 taucht ein Siegelwappen der Familie Wuhrer im Zusammenhang mit einem Stipendium in Rottweil auf. Am 8. März 1608 siegelt Balthasar Wuhrer, Schultheiß zu Schömberg der Herrschaft Hohenberg mit einem Siegelbild, welches enen Holzsteg quer über einen Wasserlauf zeigt.

Weiteres (Kopie) aus dem G.W.B.

Wurren: Böhmen 20 Hübner (zu der formelhaften reimverbindung vgl. surren und schnurren teil 10, 4, sp. 1267 und schnurren und murren, purren, kurren teil 9, sp. 1418); es wurrte recht untereinander 'lief alles durcheinander' ANTON Oberlausitz 6, 6. vgl. auch das im bair.-österr. verbreitete wurlen sowie wurre (anlehnung an wirr, wirren?).

WURRE, f. 1) verwirrung, gewirr; abstraktbildung zu wurren, vb. (s. d.), wie wirre, f. zu wirren, vb.; vgl. auch wurri, n., gewirr, wirrwarr von fäden, haaren STALDER schweiz. (1812) 2, 460: es war eine rechte wurre sagt man, wenn alles durcheinander lief, wenn sich die sache in einander verwickelte ANTON Oberlausitz 6,

WURLEN,wurreln, vb.; junge iterativbildung zu wurren 2 (s. d.) wie älteres wirlen sp. 606 zu wirren. vorwiegend mundartl. im bair.-österr. (verwurlen 'verwirren')

WURLER, m.= emsiger, eifriger arbeiter. Wurlen fleiszig arbeiten, emsig sein.

WURREN, vb., dumpf brausen; mundartl. im ostmd. verbreitetes schallwort (vgl. surren, schnurren, doch bleibt wurren weitaus seltener und auf einen engeren anwendungsbereich beschränkt); bezeugt seit spätmhd. Zeit als bezeichnung einer von surrendem, dumpf-brausendem geräusch begleiteten bewegung: wurren brausen, toben (wenn es im sommer hagelt oder schloszet) BERNDT schles. (1787) 162; vom getöse in der luft, wenn ein hagelwetter im anzuge ist ... auch in der Wittenberger gegend üblich ANTON Oberlausitz 6, 6; nordböhmisch wurren dumpf brausen, z. b. von einem eisenbahnzuge, vom treiben auf der vogelwiese bei Dresden PETTERS stoffsammlg. (1864) 9; KNOTHE Markersdorfer ma. 125. auch: wurren, wurreln mit einer wurre (kreisel) schnurren, sie drehen FRISCHBIER pr. 2, 483. vgl. dazu wurre 2. 2) unter zurücktreten der geräuschvorstellung, als bezeichnung einer raschen, kreuz und quer verlaufenden bewegung; vgl. 1surren 2 b teil 10, 4, sp. 1266 und schnurren 4 teil 9, sp. 1418: darvnder (unter den kämpfenden) snurret ir (der tod) vnd wurret gar gescheftig an allen enden.

("Nb." erwähnt: in Ostholstein gibt es den ON Wühren)