Der Name Leipzig
Christian Riese
Stadtansicht Leipzig um 1580.
Siedlungsgeschichte
Das Gelände, auf dem der älteste Siedlungskern der Stadt Leipzig nachweisbar ist, war schon
lange Zeit ein begehrter Platz. Zu suchen ist diese Stelle an der Mündung der Parthe in die
Elster/Pleiße. Hier sind seit dem Neolithikum (= Jungsteinzeit, 8. bis 4. Jahrtausend
vor Chr.), in der Bronzezeit (ca. 2. Jahrtausend vor Chr.), in der sog. Laténezeit sowie
in der Periode germanischer Besiedlung Siedler nachweisbar.
Im 10. Jahrhundert wurde auf dem Gelände der ursprünglich slawischen Siedlung eine
Burg errichtet, die aber schon im 13. Jahrhundert vernichtet wurde. Zum
Burgward, der Schutz- und Lehnsfunktionen für die umliegenden Dörfer erfüllte, gehörte
schon 1017 eine Kirche, die Heinrich II. dem Bistum Merseburg schenkte.
Zwischen 1156 und 1170 erfolgte die Privilegierung der Siedlung nach Halle-Magdeburgischem
Recht im sog. Stadtbrief, womit eine planmäßige Stadtgründung historisch greifbar wird.
Und tatsächlich lässt sich für die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts eine
intensivere und planmäßigere Bebauung der Siedlung um den neu angelegten Platzmarkt,
der sog. Naschmarkt (ein Markt für Lebensmittel und Kramhandel) feststellen. 1217 ließ
Markgraf Dietrich die erste Stadtbefestigung Leipzigs niederreißen, auch dies übrigens ein
Zeichen für den Aufschwung. Die leipziger Bürger verfolgten den
Aufstieg zur Reichsstadt, was für den Markgrafen einen Machtverlust bedeutet
hätte, da die Stadt so von ihm unabhängig geworden wäre. 1409 schließlich wurde die
Leipziger Universität gegründet.
Urkundliche Belege / Überlieferung des Namens
Die Erstnennung der Stadt in schriftlichen Quellen findet sich 1015 in der Chronik
des Thietmar von Merseburg. Dort wird die Stadt als in urbe Libzi vocatur ("in der Stadt,
die Libzi genannt wird") erwähnt. Weitere Belege lauten:
1165/70 Lipz
1190/96 Lipz, Lipzk
1216 Johannes miles de Lipzc
1240 Lipzik
1292 Lipzic
1350 Lipzcik.
Es zeigt sich, dass die Belege in ihrer Form schwanken und mal im Namenausgang ein -k zeigen
und mal nicht.
Namenbedeutung
Da die Siedlung in ehemalig slawischem Siedlungsgebiet liegt und wir in den älteren
Sprachstufen des Deutschen keinen Anschluss an ein passendes Wort finden, ist der Name
aus dem Slawischen zu erklären.
Problematisch ist, dass uns keine rein slawische
Namenform mehr überliefert ist, sondern uns vielmehr nur bereits eingedeutschte Belege
aus dem hohen und späten Mittelalter vorliegen. Es ist möglich, dass diese Belege bereits
die Umdeutung einer älteren slawischen Namenform sind.
Dies erschwert die Ansetzung einer Grundform auf der die Deutung basiert. Wie oben
gezeigt, schwanken die k-haltigen und k-losen Belege. Daher ist es möglich, zwei verschiedene
Grundformen zu rekonstruieren. Diese sind entweder in der Form *Li´pc (>
urslawisch *Lipъcъ) oder als *Li´pca, *Li´psko anzusetzen.
In der Forschung wurden bereits mehrere mögliche Deutungen vorgeschlagen. Unter anderem
als Flussabschnittsname, wie er sich in vergleichbaren slawischen Gewässernamen
findet, die alle auf eine alteuropäische Wurzel *lei- bzw. *leibh- "gießen, tröpfeln,
fließen" zurück gehen.
Doch geht die in der Forschung vertretenen Meinungen weiterhin von einer Deutung aus dem Altsorbischen aus, die auf
dem Wort lipa "Linde" beruht und so den "Ort, an dem Linden wachsen; Lindenbestandener
Ort" bezeichnen. Diese Deutung ist insofern stimmig, als dass ein Stadtteil Leipzigs
Lindenau heißt und somit die deutsche Entsprechung des Wortes lipa widerspiegelt.
Trivia
Leipzig findet sich auch als Ortsname in den USA im Staat North Dakota. Daneben
findet sich Leipzig als Straßenname in Reford, Kanada und in Osorno, Chile.
Einige der wichtigsten deutschen Ortsnamen haben wir hier für Sie erklärt:
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