Kernstock

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Welche Bedeutung hat der Nachname Kernstock?

In Deutschland ist der Name ziemlich selten: laut Geogen 116 Einträge.
"Wenn man die Bevölkerungsdichte verrechnet, findet man die meisten Kernstocks in/im Landkreis Ansbach (BY), nämlich 266 Anschlüsse pro Million Einwohner. Fast verschwunden ist die Familie aus Kreisfreie Stadt Hamburg, hier treten pro Million Einwohner die wenigsten auf."

In Österreich (für mich von Interesse) ist der Name häufiger: laut Geogen 257 Einträge.
Am häufigsten ist er in (nordwestl.) Niederösterreich, woher auch ich abstamme!
z.b. "Melk (NÖ), nämlich 597 Anschlüsse pro Million Einwohner"

User offline. Last seen 1 Woche 1 Tag ago. Offline
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otke wrote:Welche Bedeutung hat der Nachname Kernstock?

In Deutschland ist der Name ziemlich selten: laut Geogen 116 Einträge.
"Wenn man die Bevölkerungsdichte verrechnet, findet man die meisten Kernstocks in/im Landkreis Ansbach (BY), nämlich 266 Anschlüsse pro Million Einwohner. Fast verschwunden ist die Familie aus Kreisfreie Stadt Hamburg, hier treten pro Million Einwohner die wenigsten auf."

In Österreich (für mich von Interesse) ist der Name häufiger: laut Geogen 257 Einträge.
Am häufigsten ist er in (nordwestl.) Niederösterreich, woher auch ich abstamme!
z.b. "Melk (NÖ), nämlich 597 Anschlüsse pro Million Einwohner"

Hallo,

Gottschald schreibt "unter" Kern. Kärn: KORNmacher, KERNstock, Karnstaff.

(ABER steir. Kernstock=Kienstock)

Im einem österr. Buch steht: Fam. Nam. Kern: Übername für eine Person die beruflich mit dem Körndl, den Getreidekörner, zu tun hat. (z.B. als Händler)

Kornstock: Aus dem G.W.B. KORNSTOCK =Kornhaufen.

Weiteres: Kern-Korn:

KERN: (8. Jh.), mhd. kern(e), ahd. kern(o) Stammwort. Aus g. kernon m. "Kern", auch in anord. kjarni. Am ehesten mit Ablaut zu Korn.

KORN: (8. Jh.), mhd. korn, ahd. korn, as. korn Stammwort. Aus g. kurna- n. "Korn, Getreide", auch in anord. korn, ae. corn, afr. korn; gt. kaurn "Getreide", gt. kaurno "einzelnes Korn". Dieses aus ig. (w./oeur.) *grenó- "Korn", auch in l. grAnum, air. grán n./m., akslav. zrino, apreuß. syrne f. ("Fruchtkern"), lit. zìrnis m. ("Erbse"). Obwohl es sich ersichtlich um ein no-Partizip zu einer zweisilbigen Wurzel handelt, ist die weitere Analyse unklar. Man denkt entweder an "Gewachsenes" oder "zu Reibendes" - in keinem Fall mit ausreichender semantischer Stütze. Adjektiv: körnig. Ebenso nndl. koren, ne. corn, nschw. korn, nisl. korn.

Einträge zu KERNSTOCK: z.B. 1575 Grub,Poggstall, Niederoesterreich, Austria. 1652 Unter-Thumling, Martinsberg, Niederoesterreich, Austria. 1685 Annagschmais, Martinsberg, Niederoesterreich, Austria. 1823 Evangelische, Mussbach, Pfalz, Bayern. (u.v.m.)

Ergänzend noch:

(ON Kienstock/Wachau)

Ober- und Unterkienstock: Weiter stromabwärts kommen wir zu den kleinen Ortschaften Ober- und Unter-Kienstock...............

http://www.google.de/search?hl=de&q=Ober-+und+Unter-Kienstock&btnG=Google-Suche&meta=

Weiteres aus dem G.W.B.: ZU KIENSTOCK, m.

1) stock, stumpf samt den wurzeln von einem gefällten kienbaum, kiefer, woraus auszer dem harz besonders der kienrusz gewonnen wird. bildlich von einem groben menschen: war gar ein ungehobelter kienstock.

2) in den schmelzhütten die erzkuchen, in denen das blei vom kupfer auf dem seigerherde erst vorläufig geschieden ist, um in das stärkere darrfeuer zu kommen. die kinstöck aber (also nennet man die kupfer, von denen das pley kommen, und noch nicht gar sein), kupferschlacken geben auch neben den geschlieszenen scheiben, kinstöcken und kupfersewen gute kupferbad. das.; des silbers ein sieben zwölftheil (septunx) soll in den kinstöcken bleiben. AGRICOLA bergwerk, übers. von BECHIUS (1557) 135; sol ein centner halten sieben lot silber, bleibt in dörnlein und künstöcken fünfzehn oder sechzehn lot silber. L. ERKER mineralerzt (1580) 101b; kinstöcke sind die von blei und silber gescheidenen kupfer. JUNGHANS ausgeklaubte gräublein erz 1680. kühnstock gibt noch SCHEUCHENSTUEL 138 mit an (wie kün für kien). s. auch dörnerkienstock, krätzkienstock. Der name ist lehrreich, er läszt einmal einen sichern blick thun in die quellen der bergmannssprache; denn er ist offenbar ins hüttenwesen übernommen aus der älteren kienbrennerei, die ja in demselben waldgebirge mit jener betrieben ward. der erste namengeber war vielleicht selbst vorher kienbrenner. auch die 'geschlissenen scheiben' vorhin sehen darnach aus.