Wann -ing, wann -ling?

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User offline. Last seen 12 Jahre 36 Wochen ago. Offline
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Hallo,

mal eine Frage zum Suffix -ing / -ling in FN. Wann schließt ein Name mit -ing (Bsp.: Götting, Vössing), wann mit -ling (Bsp.: Ebeling, Hertling) ab? Gibt es da eine gewisse "Gesetzmäßigkeit"?

MfG Homer

User offline. Last seen 1 Woche 1 Tag ago. Offline
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Der Duden Familiennamen sagt: Das ing-Suffix bezeichnet die Zugehörigkeit des Namensträgers zu einem Ahnherrn bzw. zu einer Örtlichkeit und das ling-Suffix ist einfach eine erweiterte Form davon.

User offline. Last seen 12 Jahre 36 Wochen ago. Offline
Beigetreten: 18.04.2006
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Hallo Ambrosius,

also gibt es keine feste Regel, wann statt -ing das -ling-Sufffix benutzt wird?

Wird das -ing / -ling-Suffix nicht auch zur "Substantivierung" benutzt? Z.B.: wunderlich zu Wunderling.

Woran / Wie lässt sich erkennen, ob bei einem Nachnamen mit -ing / -ling-Suffix die Zugehörigkeit zu einem Ort oder Person (Ahn) gemeint ist?

MfG Homer

User offline. Last seen 12 Jahre 21 Stunden ago. Offline
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Homer wrote:Wird das -ing / -ling-Suffix nicht auch zur "Substantivierung" benutzt? Z.B.: wunderlich zu Wunderling.
Mit der Substantivierung dürftest du Recht haben, vgl. Kümmerling, Findling, wo aus einem Verb ein Substantiv wurde. Oder Adjektiv --> Substantivbildungen wie Feigling. Allerdings gibt es auch Substantiv --> Substantiv-Ableitungen, vgl. Däumling, Beinling, Fingerling ...

Der Genus der Bildung auf -ling ist in jedem Fall Masculinum.

User offline. Last seen 1 Jahr 13 Wochen ago. Offline
Moderator
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Hallo,

vielleicht ist das hier in diesem Zusammenhang auch interessant:
:arrow: http://www.onomastik.com/on_bildungsweise.php (runterscrollen)

Viele der Familennamen auf -ing sind Herkunftsnamen, d.h das steckt ein Ortsname drinn, wie wohl auch in Ihrem Beispiel "Göttingen". Das hieß ursprünglich mal Gutingi (im Jahr 953) und eben hier haben sie das Suffix -ing(i), das eine Personengruppe kennzeichnet.

LG

User offline. Last seen 12 Jahre 36 Wochen ago. Offline
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Hallo,

den FN "Götting" habe ich aus dem Heintze / Cascorbi, Die deutschen Familiennamen, "geklaut". :twisted: Jedenfalls wird hier Götting so aufeglöst: Götting = eigentl. Sohn oder Nachkomme des Gotto (S. 177, der Aufl. v. 1908). Der FN wird also patronym aufgefasst. Aber durchaus möglich, dass er ebenfalls von der Stadt Göttingen kommt. Die Endung -en könnte fortgefallen sein.

MfG Homer