[b]Göhler - wie der Bundespräsident aber mit "G"[/

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Beigetreten: 22.03.2007
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Laut Verteilungskarte kommt der Name gehäuft in Sachsen vor. Die namensgebende Familie meines Großvaters stammt aus dem Erzgebirge, was die Vermutung nahelegt, der Name "Göhler" sei eine Umformung der Berufsbezeichnung "Köhler" (= Hersteller von Holzkohle zum Verhütten von Erz), was bei der nachlässigen Aussprache im Sächsischen :roll: (Unterscheidung zwischen "hartem und weichem K" -letzteres wäre das G) :) gut vorstellbar ist.

Ein Blick in Grimms Wöterbuch der Deutschen Sprache brachte eine erstaunliche andere Interpretation des Namensteils "GÖHL": es soll einen Possenreißer oder Gaffer bezeichnen, allerdings soll diese Bedeutung aus dem schweizerischen bzw. süddeutschen Sprachraum stammen, was so gar nicht zur Verbreitung des Namens passt. :oops:

Ich würde mich freuen, von kompetenter Seite etwas zu diesem Namen zu hören. Vielleicht gibt es ja noch weitere Varianten, die mir bisher nicht bekannt geworden sind.
:!: Vielen Dank im Voraus :!:
:clap: Wolfgang Göhler :clap:

User offline. Last seen 12 Jahre 46 Wochen ago. Offline
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Hallo,

Geogen verz. f. D rund 1500 Einträge( rund 4000 Nameträger) in 268 ver. Landkr..

Übername für einen ausgelassenen Menschen, von mhd. goln = "laut singen, johlen".
Herkunftsname zu den Ortsnamen/heutige Ortsteile Göhl  od. Göl. Teilw. auch Göhlen.

Z.b.:

Die Ortschaft gehört zum Ortsteil Agathaberg und liegt auf einer Höhe von 285 m ü. ... 1443 wurde der Ort das erste Mal urkundlich als Goel erwähnt und zwar ..

http://de.wikipedia.org/wiki/Niedergaul

Flurname zu/von mnd. göle, goel= feuchtes Gebiet.

Usw..

 

Das G.W.B: schreibt ja: göhl= narr, possentreiber', vgl. gol  göl:

göl, gol, goll, goli, m., mundartlich in der Schweiz, Tirol und Kärnten 'narr, dummkopf' schweiz. id. 2, 213; Hintner Defregger dial. 70, vgl. DWB gölen gaffen: bis doch nit e göhl, sagte die meisterin Gotthelf s. w. 4, 193 Hunziker (spätere umarbeitung bis doch gescheit). 'mutwilliger possentreiber' schweiz. id. 2, 214; Lexer kärnt. 118, nach dem schweiz. id. 2, 214 anm. zu gellen. mundartliche weiterbildungen: göldi groszer, einfältiger bursche Tschumpert bündn. 613, guleflabes täppischer mensch Schön Saarbrücken 90b, freszgolles nimmersatt rhein. wb. 2, 1304. vgl. noch: gölsüchtig stupidus Schmidt id. Bern. 33. — ferner goli spielzeug schweiz. id. 2, 215 und gigeliman-golis machen lauten spasz treiben a. a. o. 216.