Nachname: Kapelle

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User offline. Last seen 12 Jahre 44 Wochen ago. Offline
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Beiträge: 1

Hallo,
ich bin auf der Suche nach Hinweisen, wovon der Name "Kapelle" abstammt. Hat er einen religiösen Hintergrund oder gar einen musikalischen, kommt er aus dem Französischen und warum gibt es diesen Namen relativ selten. Im web finde ich nur Häufigkeitsverteilungen. Die Familie meines Vaters, von dem ich den Nachnamen "Kapelle" haben, stammt aus Berlin. Es gibt leider keine weiteren Hinweise. Wie alt ist dieser Name wohl?

Freue mich über Feedback.
Merci&schöne Grüße

User offline. Last seen 7 Jahre 29 Wochen ago. Offline
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Beiträge: 1553

Hallo!

Der FN Kapelle ist Ortsname/Flurname. Damit muß geklärt werden aus welcher Gegend die Vorfahren stammten.

Weitere Schreibweisen sind: Cappe(h)l, Kapell, Kappel;
Weitere Varianten: Kep(pe)l/er (auch zu Kappe), Wend. Kapala, Kapall/a, /e, .

Erklärung zu Orts-/Flurnamen:
Ein Flurname ist die namentliche Bezeichnung (Flurbezeichnung) eines kleinräumigen Landschaftsteils (Flur) ohne Häuser. (Ein Ortsname ist dagegen die Bezeichnung eines Landschaftsteils mit Häusern.) Flurnamen kennzeichnen die kleineren und kleinsten geografischen Einheiten, wie Berge und Gipfel, Täler, Wälder, Weiden, Wiesen, Ackerland und Auen, Wege, Gewanne, Fluren bis hin zu einzelnen Parzellen. Flurnamen sind überlieferte geografische Namen (Lokalnamen), die sich im örtlichen Sprachgebrauch entwickelt haben.

Als Beispiel der Flurname Chäpeli lat. capella .
Als Beispiel Ortsnamen wie Kappeln, Cappel, Kappel;

Dinomaus28 :roll:

Beigetreten: 29.01.2006
Beiträge: 1833

Hallo,
falls der Name aus Polen stammt, gibt es andere Deutungsmöglichkeiten:
Kapella 62 By:12, El:1, JG:7, Ko:4, Łd:3, Po:16, Sz:17, Wr:2
Kapela 1916 Wa:61, BP:4, Bs:27, BB:163, By:91, Ch:10, Ci:184, Cz:45, El:53, Gd:31, Go:13, JG:1, Kl:7, Ka:110, Ki:66, Kn:144, Ko:28, Kr:53, Ks:3, Lg:10, Lu:5, Ło:5, Łd:32, Ol:28, Op:34, Os:2, Pl:32, Pt:13, Pł:92, Po:240, Ra:4, Sr:30, Sk:8, Sł:21, Su:8, Sz:95, To:22, Wb:15, Wł:45, Wr:38, ZG:43

kapela {f} Musikgruppe {f}
kapela {f} Band {n}
kapela {f} Bande {f}
kapela {f} Kapelle {f}
kapelan {m} Elan {m}
kapelan {m} Geistliche {m}
kapelmistrz {m} Kapellmeister {m}
kapelusz {m} Hut {m}
kapelusznictwo {n} Hutmacherei {f}
kapelusznik {m} Hutmacher {m}
kaplica {f} Kapelle {f}
kapliczka {f} Kapelle {f}

Im baltischen Bereich steht "kapa" für Berg, Hügel, also etwas nach oben Strebendes.

Beate

User offline. Last seen 20 Stunden 5 Minuten ago. Offline
Experte!Moderator
Beigetreten: 31.12.2005
Beiträge: 4588

 

ausberlin wrote:
Hallo,
ich bin auf der Suche nach Hinweisen, wovon der Name "Kapelle" abstammt. Hat er einen religiösen Hintergrund oder gar einen musikalischen, kommt er aus dem Französischen und warum gibt es diesen Namen relativ selten. Im web finde ich nur Häufigkeitsverteilungen. Die Familie meines Vaters, von dem ich den Nachnamen "Kapelle" haben, stammt aus Berlin. Es gibt leider keine weiteren Hinweise. Wie alt ist dieser Name wohl?

 

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Hallo,

Diesem Fam. Nam. kann auch die LATEINISCHE Berufsbezeichnung capellarius zugrunde liegen. Der Capellarius war zuständig für den "Unterhalt" z.B. der Hof- Kapelle des Bischof.

Kappel, 1272 bi der Chappel, Kappler, Käppler, Kep(p)ler, 1296 Capellar(ius), 1279 Keppelere, 1571 Kepler= Geistlicher an einer Kapelle.

(Kap(p)el(l)mann: der eine Kapelle versorgte)

Das Lexikon zu Kapelle: sprachliche Erläuterung:

ahd. chap(p)ella (chapellun, chappellun AhdGl. II 254f.), kapella, mhd. cap(p)elle, capel, kap(p)elle, kappel von mittellateinisch cap(p)ella = kleines Gotteshaus oder kleiner zum Gottesdienst bestimmter Raum, eigentlich kleiner Mantel, dim. von vulgär-lateinisch und mittellateinisch cap(p)a = (Kapuzen-)Mantel, Umhang (MlatWB. II 202 und 236); vom Mantel des hl. Martin von Tours, frk. Nationalreliquie, wird das Wort auf den ganzen königlichen Reliquienschatz und das dazugehörige Meßgerät (capella regia in ursprünglicher Bedeutung) und auf dessen Aufbewahrungsort (Oratorium der Königspfalz), dann noch in karolingischer Zeit auf die (königlichen und nichtköniglichen) Eigenkirchen ohne Pfarrechte, schließlich auf jeden kleinen gottesdienstlichen Raum, die (königliche) Hofgeistlichkeit und die an fürstlichen Höfen oder anderwärts tätige) (Kirchen-)Musikvereinigung, übertragen.

(Nb. erwähnt: mhd. keppel(ìn)= Hersteller von Kappen)